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Über dieses Buch

In diesem Buch finden in der Schmerzmedizin tätige Ärzte aktuelles und praxisrelevantes Fachwissen rund um die Schmerzmedizin. Die Beiträge des Werkes entsprechen den CME-Beiträgen aus der Springer – Fachzeitschrift „Der Schmerz“ von Heft 04/2013 - Heft 06/2014.

Alle Beiträge orientieren sich an den Weiterbildungsinhalten der Zusatz-Weiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“, wurden von Experten verfasst, sind didaktisch hervorragend aufbereitet und spiegeln die Neuerungen, aktuellen Themen oder Trends des Faches wider. Sie eignen sich optimal zur Wissensauffrischung oder zur Vorbereitung auf die Prüfung der Zusatz-Weiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“.

Der Inhalt:

Therapeutische Beziehung und Gesprächsführung – Über den Umgang mit Patienten mit funktionellen SchmerzsyndromenBurnout – Stressverarbeitungsstörung und LebenssinnkriseNeuropathische Schmerzen – Pathophysiologie, Diagnostik und TherapiePostzostzerneuralgieKlassifikation und Therapie des Medikamenten-Übergebrauch-Kopfschmerzes (MÜK) – Auswirkungen der 3. Auflage der internationalen Kopfschmerzklassifikation auf die PraxisKomplexes regionales Schmerzsyndrom – Eine aktuelle ÜbersichtNeuromodulation bei neuropathischen SchmerzenEinfluss von kognitiv-emotionalen Prozessen auf Schmerz und Funktionsbeeinträchtigung – Eine psychobiologische PerspektiveQuantitative sensorische Testung

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Therapeutische Beziehung und Gesprächsführung

Über den Umgang mit Patienten mit funktionellen Schmerzsyndromen

Die therapeutische Beziehung stellt die Basis der Behandlung von Patienten mit funktionellen Schmerzsyndromen dar. Ungünstiges Behandlerverhalten kann die typischen Hoffnungs-Enttäuschungs-Zirkel verstärken. Die Reflexion eigener Haltungen und Verhaltensweisen erleichtert den Aufbau einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung. Bewährt hat sich eine biopsychosoziale, empathische und bewältigungsorientierte Grundhaltung. Eine motivierende Gesprächsführung soll die Schmerzen in ihrem Wechselspiel mit psychosozialen Faktoren entlang der typischen Phasen Annehmen der Beschwerdeklage, Aufbau eines biopsychosozialen Symptomverständnisses und Entwicklung von Bewältigungsstrategien behutsam erkunden.

C. Hausteiner-Wiehle, R. Schaefert

Burnout

Stressverarbeitungsstörung und Lebenssinnkrise

Burnout ist keine medizinische Diagnose. sondern eine Fehlentwicklung. die mit dem Risiko psychischer und somatischer Folgekrankheiten einhergeht. Sie lässt sich anhand des Erschöpfungsprozesses mit Stresssymptomen sowie der gesellschaftlich bedingten Stressoren und der antreibenden Stressverstärker erfassen. Im psychischen Stresszirkel zeigt sich Burnout als eine durch hohe Anforderungen angetriebene Beschleunigungsspirale. Das therapeutische Stressmanagement umfasst die Verbesserung von Lebensbalance. kognitiver Informationsverarbeitung und Funktionalität der Verhaltensmuster sowie die Entschleunigung des Stresszirkels. Burnout ist zudem eine Lebenssinnkrise, ausgelöst durch Einengung auf Leistung und Erfolg. Der anthropologische Therapieansatz zielt auf eine Erweiterung von Selbstverständnis und Lebensführung. Zum Therapieangebot bei Burnout gehören zudem Pharmakotherapie. Coaching und Betriebsberatung sowie die stationäre Behandlung.

T. Brühlmann

Neuropathische Schmerzen

Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie

Neuropathische Schmerzen sind bedingt durch Läsionen im somatosensorischen System. Charakteristische, aber nicht exklusive Merkmale sind spontane Brennschmerzen, elektrisierende und einschießende Schmerzen, Hyperalgesie und Allodynie. Das Grundkonzept der Pathophysiologie neuropathischer Schmerzen besteht in der Kombination aus peripherer und zentraler Sensibilisierung. Die Kenntnisse über molekulare Mechanismen sind in den vergangenen Jahren exponentiell angewachsen. Problematisch sind die Gewichtung der einzelnen Mechanismen sowie die Erstellung eines integrierten Gesamtkonzepts. Fortschritte gab es auch in der Diagnostik, z. B. wurden die Methoden zur Erfassung von Funktionsstörungen der Nozizeptoren deutlich verbessert. Für die Therapie stehen heute weit mehr Optionen zur Verfügung als noch vor 15 Jahren. Unter den verfügbaren Medikamenten sind Antidepressiva, Antikonvulsiva, Opiate und Lokaltherapeutika. Daten aus kontrollierten Studien und Empfehlungen aus Leitlinien liegen vor.

C. Sommer

Postzosterneuralgie

Die Postzosterneuralgie ist ein neuropathisches Schmerzsyndrom. Charakteristisch sind Schmerzen im Dermatom der ursprünglichen Hauteffloreszenz, die 3 Monate nach deren Abheilung fortbestehen. Die Postzosterneuralgie tritt etwa bei jedem zehnten Zosterpatienten auf. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Prävalenz deutlich an. Klinische Charakteristika sind Dauerbrennschmerzen, einschießende Schmerzattacken und Allodynie. Außerdem finden sich sensorische Minus- und Plussymptome im betroffenen Areal. Pathophysiologisch konnten die periphere und zentrale Sensibilisierung auf dem Boden einer Nervenschädigung als wichtige Mechanismen der Schmerzentstehung nachgewiesen werden. Studien zur Therapie der Postzosterneuralgie konnten die Wirksamkeit von Antidepressiva, Antiepileptika, Opioiden sowie der topischen Analgetika Capsaicin und Lidocain zeigen. Es ist davon auszugehen, dass die Postzosterneuralgie als chronische Schmerzerkrankung eines multimodalen Behandlungsansatzes bedarf.

G. Goßrau

Klassifikation und Therapie des Medikamenten-Übergebrauch-Kopfschmerzes (MÜK)

Auswirkungen der 3. Auflage der internationalen Kopfschmerzklassifikation auf die Praxis

Etwa 50% der Patienten mit mehr als 15 Kopfschmerztagen pro Monat seit mindestens 3 Monaten haben neben der ursprünglichen primären Kopfschmerzform zusätzlich als ursächlichen Grund für die zunehmende Häufung der Kopfschmerztage einen Medikamenten-Übergebrauch- Kopfschmerz (MÜK). Die meisten dieser Patienten zeigen durch eine adäquate Behandlung im Gegensatz zu der Ausgangssituation nach einer Medikamentenpause eine Reduktion der Kopfschmerztage pro Monat und ein erneutes Ansprechen auf vorbeugende Medikation. Der Artikel erläutert wichtige Änderungen der diagnostischen Merkmale der verschiedenen Unterformen des MÜK nach Einführung der ICHD(International Classification of Headache Disorders)-3beta im Jahre 2013. Die neue Klassifikation hat entscheidenden und unmittelbaren Einfluss auf die Prävention und Behandlung des MÜK Zudem bestehen Wechselbeziehungen mit den neuen Kriterien der chronischen Migräne. Durch ein kontrolliertes Einnahmeverhalten nach der 10-20-Regel oder eine Medikamentenpause kann bei den meisten Patienten der MÜK remittieren. Führt die alleinige Information und Beratungdes Patienten nicht zur Beendigung des Medikamentenübergebrauches ist eine spezialisiert geführte und koordinierte Medikamentenpause oder eine Entzugsbehandlung erforderlich. Diese kann ambulant, tagesklinisch-teilstationär oder stationär erfolgen. In unkomplizierten Fällen unterscheiden sich die Ergebnisse dieser drei Behandlungssettings nicht Aus Kostengesichtspunkten ist daher die ambulante Behandlung bei unkomplizierten Fällen begründet. In komplizierten Fällen ist die vollstationäre Behandlung im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzeptes signifikant überlegen.

H. Göbel, K. Heinze-Kuhn, I. Petersen, C. Göbel, A. Göbel, A. Heinze

Komplexes regionales Schmerzsyndrom

Eine aktuelle Übersicht

Ein komplexes regionales Schmerzsyndrom („complex regional pain syndrome“, CRPS) kann sich als Komplikation nach Frakturen und Verletzungen der Extremitäten, aber auch nach Nervenläsionen oder Schädigungen des Zentralnervensystems entwickeln. Als klinisches Bild findet sich eine charakteristische Trias, die autonome, sensorische und motorische Störungen umfasst. Die Diagnose wird in erster Linie klinisch anhand der Budapest-Kriterien gestellt. Die Therapie ist multidisziplinär und individuell zu planen. Verschiedene Methoden der physikalischen Medizin und medikamentöse Verfahren sind integrale Bestandteile des Therapiekonzepts. Medikamentöse Therapien orientieren sich an der spezifischen Symptomkonstellation und umfassen Glukokortikoide, Radikalfänger, die Pharmakotherapie von neuropathischen Schmerzen und Substanzen, die in den Knochenstoffwechsel eingreifen. In ausgewählten Fällen können invasive Verfahren eingesetzt werden.

C. Maihöfner

Neuromodulation bei neuropathischen Schmerzen

In der Schmerztherapie haben Neurostimulationsverfahren die früher durchgeführten läsionellen Methoden bis aufwenige Ausnahmen abgelöst. Insbesondere gilt dies für neuropathische Schmerzen. also Schmerzen. die als direkte Konsequenz einer Läsion oder Erkrankung des somatosensorischen Systems auftreten. Abhängig vom Schädigungsort im peripheren oder zentralen Nervensystem gehören heute unterschiedliche Stimulationsverfahren zum neurochirurgisch-anästhesiologischen Armamentarium in der Schmerztherapie. Der vorliegende Beitrag gibt einen überblick über die aktuellen invasiven Stimulationsverfahren und ihre Indikationen.

V. Tronnier

Einfluss von kognitiv-emotionalen Prozessen auf Schmerz und Funktionsbeeinträchtigung

Eine psychobiologische Perspektive

Im Kontext eines biopsychosozialen Schmerzmodells werden kognitive Merkmale und Prozesse diskutiert, die das Schmerzerleben und -verhalten sowie die assoziierte Beeinträchtigung beeinflussen. Dies sind Erwartungen von Patienten, wie sie sich z. B. in Placeboeffekten oder in komplexeren Überzeugungsmustern manifestieren. Insbesondere Überzeugungen, die die Zuversicht in die eigene Selbstkontrolle reflektieren, wirken sich positiv auf Schmerz und in der Folge auf die Behinderung aus. Kognitionen der Hilflosigkeit dagegen sind mit erhöhter Schmerzintensität und Beeinträchtigung assoziiert. Viele der kognitiv-emotionalen Einflussfaktoren, z. B. Katastrophisierung, Schmerzangst oder geringe Schmerzakzeptanz, lassen sich im Kontext der allgemeinen Stressbewältigungstheorie verstehen. Die subjektive Einschätzung der Schmerzsituation und der eigenen Bewältigungskompetenzen werden als wesentliche Determinanten der subjektiven Belastung und Beeinträchtigung durch den Stressor Schmerz gesehen.

B. Kröner-Herwig

Quantitative sensorische Testung

Die quantitative sensorische Testung (QST) ist eine standardisierte und formalisierte klinische Sensibilitätsprüfung. Bei dem subjektiven (psychophysischen) Verfahren kommt es auf die Mitarbeit der zu untersuchenden Person an. Mit kalibrierten Reizen werden Wahrnehmungs- und Schmerzschwellen erfasst, die Auskunft über das Vorhandensein sensibler Plus- oder Minuszeichen geben. Die vorgestellte QST-Batterie imitiert natürliche thermische oder mechanische Reize. Ziel ist die Erfassung von Symptommustern eines sensiblen Funktionsdefizits sowie einer Funktionszunahme bei gleichzeitiger Erfassung der Oberflächen- sowie Tiefensensibilität. Die meisten getesteten QST-Parameter sind erst nach Logarithmierung normalverteilt (sekundäre Normalverteilung). Ein vollständiges QST-Profil kann innerhalb einer Stunde gemessen werden. Die QST eignet sich für klinische Studien, aber auch in der Praxis als diagnostisches Verfahren zur Charakterisierung der Funktion des somatosensorischen Systems.

M. Mücke, H. Cuhls, L. Radbruch, R. Baron, C. Maier, T. Tölle, R.-D. Treede, R. Rolke

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