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14.11.2017 | Originalien und Übersichten | Ausgabe 1/2018

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 1/2018

Welche Faktoren begünstigen die Anwendung potenziell ungeeigneter Medikamente bei älteren Menschen?

Ergebnisse aus der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 1/2018
Autoren:
M.Sc. Dr. med. Heinz G. Endres, Petra Kaufmann-Kolle, Hildtraud Knopf, Petra A. Thürmann

Zusammenfassung

Hintergrund

Aktuelle Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen der Verordnung potenziell inadäquater Medikamente (PIM) an Patienten ab 65 Jahren und einem erhöhten Risiko dieser Patienten für unerwünschte Ereignisse, insbesondere Krankenhausaufnahmen. Die bevölkerungsrepräsentative Stichprobe der DEGS1-Studie („Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ des RKI) bietet die Möglichkeit, die mit der Anwendung von PIM assoziierten Faktoren zu identifizieren.

Fragestellungen

Was charakterisiert ältere Menschen in Deutschland, die aktuell PIM anwenden, und gibt es Subpopulationen, bei denen eine PIM-Anwendung besonders häufig ist?

Material und Methoden

Im Rahmen der DEGS1-Studie wurden 175 Variablen zu gesundheitlichen und sozialen Aspekten von 1392 im eigenen Haushalt lebenden Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren erhoben und die Medikation der letzten sieben Tage dokumentiert. PIM konnten mit Hilfe der PRISCUS-Liste identifiziert werden. Mögliche Zusammenhänge zwischen PIM-Einnahme und den erhobenen Variablen wurden in einem multivariablen Modell überprüft.

Ergebnisse und Diskussion

In den letzten sieben Tagen vor Befragung wurden von 13,0 % (95 %-KI: 10,7–15,6) der Befragten PIM eingenommen. Folgende Faktoren begünstigen signifikant die PIM-Einnahme: Gesamtzahl der in den letzten sieben  Tagen eingenommenen Medikamente; Zahl niedergelassener Arztgruppen, die in den letzten 12 Monaten aufgesucht worden sind; Einschlafstörungen; die Krankheitsgruppen Psyche und Gelenke/Knochen. Die am häufigsten eingenommenen PIM-Wirkstoffe kommen aus der Gruppe der Antidepressiva und Anxiolytika/Sedativa. Besonders betroffen von einer erhöhten PIM-Einnahme sind ältere Frauen mit Depressionen, Einschlafstörungen und Analgetikabedarf. Sie bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit.

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