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31.08.2018 | Leitthema | Ausgabe 9/2018

Der Anaesthesist 9/2018

Wenn A nicht mehr A ist: Schwierigkeiten und Fallstricke bei der Blutgruppenbestimmung

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 9/2018
Autoren:
PD Dr. med. P. Möhnle, A. Humpe, G. Wittmann

Zusammenfassung

Die korrekte Blutgruppenbestimmung ist Voraussetzung für die Transfusion. Im Regelfall stellt die Blutgruppenbestimmung kein Problem dar, jedoch können in Einzelfällen verschiedene Faktoren die Blutgruppenbestimmung erschweren und zu teilweise verwirrenden Befunden führen. Zum besseren Verständnis sollte jeder klinisch tätige Arzt über Kenntnisse in den Grundlagen der Blutgruppenbestimmung verfügen. Die Blutgruppenbestimmung erfasst im Regelfall die AB0-Blutgruppe, die Rhesus- und Kell-Merkmale; zudem werden ein direkter Coombs-Test sowie ein Antikörpersuchtest zur Detektion irregulärer Antikörper beim Empfänger durchgeführt. Eine Verwechslung von Patient, Probe, Befund oder Präparat kann zu einer Fehltransfusion führen und muss verhindert werden; die Durchführung des AB0-Identitäts- oder Bedside-Tests am Krankenbett ist unverzichtbar. Probleme bei der Laboranalyse, ebenso wie patienteneigene Faktoren wie beispielsweise irreguläre antierythrozytäre Antikörper, können die immunhämatologische Diagnostik erschweren. Bestimmte Medikamente, wie z. B. Daratumumab, führen zu einem deutlich erhöhten Aufwand im Labor. Nach Massivtransfusionen können Erythrozytenpopulationen unterschiedlicher Blutgruppen bestehen. Eine blutgruppenungleiche hämatopoetische Stammzelltransplantation führt zu einem Wechsel der Blutgruppe, zudem kann ebenso ein Chimärismus mit unterschiedlichen Blutgruppen bestehen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer seltener Ursachen für Schwierigkeiten bei der Blutgruppenbestimmung, wie z. B. seltene Blutgruppenausprägungen oder krankheitsassoziierte Phänomene. Bei Problemen der Blutgruppenbestimmung ist für den klinisch tätigen Arzt eine frühzeitige und enge Zusammenarbeit mit der Transfusionsmedizin von essenzieller Bedeutung.

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