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Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 8/2016

29.10.2015 | Originalien

Wer sind eigentlich diese „Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“?

Versichertenbefragung auf Basis von Kassendaten

verfasst von: Rebecca Runte, Rolf Müller

Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 8/2016

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Zusammenfassung

Hintergrund

In den Reformen der Pflegeversicherung der letzten Jahre ging es immer wieder auch darum, den Hilfebedarf von „Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“ (PEA) – zusätzlich – zu berücksichtigen. Wer sich hinter den PEA verbirgt, ist allerdings bislang unbekannt.

Ziel der Arbeit

Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI nutzen, werden charakterisiert.

Material und Methoden

Der Untersuchung liegt eine Versichertenbefragung zu 1284 PEA, die zusätzliche Betreuungsleistungen nutzen, zugrunde. Analysiert wurden die Daten deskriptiv.

Ergebnisse

Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI nutzen, sind durchschnittlich 81 Jahre alt, hauptsächlich der Pflegestufe I zugeordnet und werden mehrheitlich ausschließlich durch Angehörige gepflegt. Bei 61 % der PEA wurde eine Demenz diagnostiziert. Eine mittlere kognitive Funktionseinschränkung weisen 73,4 % der PEA auf, während etwas über die Hälfte der PEA die instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens (IADL) nicht (mehr) beherrscht.

Diskussion

Pflege- und Hilfebedürftigkeit müssen weiter gedacht werden als nur im Rahmen der verrichtungsbezogenen Pflege. Zur besseren Einschätzung der Hilfebedürftigkeit ist es angebracht, in den Statistiken und Berichterstattungen auszuweisen, ob eine Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt oder nicht.
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Metadaten
Titel
Wer sind eigentlich diese „Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“?
Versichertenbefragung auf Basis von Kassendaten
verfasst von
Rebecca Runte
Rolf Müller
Publikationsdatum
29.10.2015
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 8/2016
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-015-0967-z

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