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Über dieses Buch

Der Standard der Analyse des menschlichen Ejakulats! Das "WHO-Laborhandbuch zur Untersuchung und Aufarbeitung des menschlichen Ejakulates" liefert fundamentale Labortechniken für die Diagnose der männlichen Infertilität. Die Neuauflage liefert wieder alle Informationen zum täglichen Einsatz in Laboratorien, die sich mit der Analyse menschlichen Ejakulats beschäftigen. Sie enthält alle Aspekte der Spermiendiagnostik, -vorbereitung und Qualitätssicherung - ob zur Evaluierung infertiler Paare, der Fertilität von Männern oder bei gerichtsmedizinischen Fragestellungen. Ärzteblatt Thüringen (zur 3. Auflage)"Diesem Buch sind eine weite Verbreitung und Anwendung als conditio sine qua non in jedem andrologischen Labor zu wünschen."

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Hintergrund

1. Hintergrund

Als Reaktion auf den wachsenden Bedarf an einer Standardisierung der Methoden zur Untersuchung des menschlichen Ejakulates erschien 1980 die erste Auflage des WHO Labor-Handbuches für die Untersuchung des menschlichen Ejakulates und der Spermien-Mukus-Interaktion. Seither sind drei Neuauflagen erschienen sowie Übersetzungen in verschiedene Sprachen. Im Laufe der letzten 30 Jahre wurde das Laborhandbuch als globaler Standard anerkannt und weltweit extensiv in der Forschung und in klinischen Laboratorien benutzt.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

Untersuchung des Ejakulates

Frontmatter

2. Standardverfahren

Während der Ejakulation wird das Ejakulat aus einer konzentrierten Spermiensuspension, die in den paarig angelegten Nebenhoden gespeichert wird, mit den Flüssigkeiten aus den akzessorischen Geschlechtsdrüsen gemischt und verdünnt. Es wird in mehreren Portionen ejakuliert. Ein Vergleich von Spermavolumina vor und nach einer Vasektomie zeigt, dass ungefähr 90% des Ejakulatvolumens aus Sekreten den akzessorischen Geschlechtsdrüsen besteht (Weiske 1994), vorwiegend aus der Prostata und den Samenbläschen mit einem kleineren Anteil aus den bulbourethralen (Cowper’schen) Drüsen und den Nebenhoden.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

3. Fakultative Untersuchungen

Tests, die in diesem Kapitel erläutert werden, sind nicht als Routineuntersuchungen zu verstehen, können aber für die Diagnostik oder Forschung wertvolle Hinweise liefern.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

4. Forschungsrelevante Methoden

Soll die Spermienfunktion getestet werden, sind die Spermien spätestens eine Stunde nach der Samenprobenabgabe vom Seminalplasma zu trennen, um negative Effekte von Produkten somatischer Zellen zu vermeiden. Dank der konstanten Verbesserung des Verständnisses in molekulare Mechanismen der Spermienfunktion entwickeln sich immer neue diagnostische Tests. Zum Beispiel zeigten jüngste Daten, wie wichtig die Kondensierung und Integrität der nuklearen DNA für die funktionelle Kompetenz der menschlichen Spermien ist. Zunehmende Evidenz weist auf eine Assoziation zwischen DNA-Integrität, Chromatinorganisation in den Spermien und Fertilität hin (Sakkas et al. 1998; Aitken u. Krausz 2001; Virro et al. 2004).

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

Spermienpräparationen

Frontmatter

5. Spermienpräparationstechniken

Die Abtrennung der Spermien vom Seminalplasma ist für eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, wie z.B. für diagnostische Tests, zur Aufarbeitung, für eine Insemination und auch für assistierte reproduktive Techniken (ART) erforderlich. Wenn Funktionstests an Spermien durchgeführt werden, ist es entscheidend, dass die Spermien innerhalb einer Stunde nach Ejakulation vom Seminalplasma abgetrennt werden. Diese Vorgehensweise limitiert Schäden an den Spermien, die möglicherweise durch Produkte von anderen im Ejakulat enthaltenen Zellen verursacht werden.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

6. Kryokonservierung von Spermien

Die Kryokonservierung von Spermien ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit vieler Labore, die Ejakulatanalysen durchführen, insbesondere in solchen Laboren, die zu Fertilitätskliniken gehören.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

Qualitätssicherung

Frontmatter

7. Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle

Andrologielabore müssen zuverlässige Resultate generieren, um eine gesicherte Diagnostik und gezielte Therapie zu gewährleisten. Ejakulatdiagnostik ist sehr komplex und schwierig zu standardisieren. Um systematische Fehler und hohe Variabilität der Ergebnisse zu erkennen und zu korrigieren, ist eine Qualitätskontrolle (QK) essentiell. Die großen Diskrepanzen zwischen unterschiedlichen Laboren bei der Bestimmung der Spermienkonzentration und -morphologie (Neuwinger et al. 1990; Matson 1995; Cooper et al. 1999, 2002) unterstreichen die Notwendigkeit einer optimierten QK und Standardisierung.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

Appendices

Frontmatter

8. Referenzwerte und Nomenklatur der Ejakulatanalyse

Wenn Messungen an Ejakulatproben vorgenommen werden, müssen diese mit Referenzwerten vergleichbar sein, um Entscheidungen in der Patientenbehandlung und/oder bezüglich klinischer Studien treffen zu können. Die Referenzwerte, die hier angegeben werden, wurden in mehreren prospektiven Querschnittstudien bezüglich der Samenqualität und Fertilität generiert. Die Werte wurden durch die Analyse von Proben nach direkter retrospektiver Selektion fertiler Männer erhalten. Fertilität wurde hierbei als Schwangerschaft der Partnerin innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung einer Kontrazeption definiert (Cooper et al. 2010).

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

9. Ausstattung und Sicherheit

Hier findet sich eine Auflistung der Gegenstände und Materialien, die in einem Andrologielabor benötigt werden, um die grundlegenden Untersuchungen, die in diesem Handbuch beschrieben werden, durchführen zu können.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

10. Mikroskopie im Andrologielabor

Die beste Informationsquelle für ein spezifisches Mikroskop ist immer noch das Handbuch des Herstellers, welches ein Diagramm mit Darstellung aller Einzelteile enthalten sollte. Falls ein solches Handbuch nicht zur Verfügung steht, sollte es zumindest möglich sein, die notwendigen Informationen zum Aufbau und zur Handhabung des Mikroskops aus dem Internet zu beziehen.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

11. Vorrats- und Arbeitslösungen

Für alle Lösungen wird gereinigtes Wasser benötigt (destilliert, doppelt destilliert oder entionisiert).

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

12. Zervikalmukus

Spermien sind im Zervikalmukus in einem flüssigen Medium suspendiert. Die Interaktion der Spermien mit den Sekreten des weiblichen Genitaltrakts ist für deren Überleben und Funktion von entscheidender Bedeutung. Gegenwärtig gibt es keine praktikable Methode, die Effekte des Uterussekrets oder des Tubensekrets auf die Spermien beim Menschen zu untersuchen. Zervikalmukus ist hingegen für die Gewinnung und entsprechende Untersuchungen ausreichend verfügbar.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

13. Befundbögen für Ejakulatuntersuchungen und Untersuchungen des Zervikalmukus

Der Befundbogen auf der nächsten Seite soll als Vorlage dienen. Er ermöglicht die Erfassung der Ergebnisse der Ejakulatanalyse, die nach den in diesem Manual beschriebenen Methoden durchgeführt wird. Der Befundbogen kann modifiziert werden, um abgeleitete Variablen hinzuzufügen, die sich aus den Ergebnissen der primären Variablen der Ejakulatanalyse berechnen (z.B. Gesamtzahl der peroxidasepositiven Zellen pro Ejakulat). Für Forschungszwecke können die Daten des Befundbogens direkt in eine Computerdatenbank eingegeben und alle abgeleiteten Variablen elektronisch berechnet werden.

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

14. Messfehler und Qualitätskontrolle

Um die Spermienkonzentration zu messen, werden die Spermien in einem festgelegten Volumen der verdünnten Ejakulatprobe in einer Zählkammer gezählt. Allerdings ist eine einzelne Zählung ohne ein Maß für die Genauigkeit von begrenztem Wert. Dieses Genauigkeitsmaß wird durch das Konfidenzintervall angegeben, das eine spezifische Wahrscheinlichkeit (den Konfidenzkoeffizienten oder die Erfassungswahrscheinlichkeit) angibt, mit der der wahre Wert innerhalb des Intervalls liegt. Die am häufigsten genutzte Wahrscheinlichkeit ist 0,95. Dieses Intervall wird dann 95%-Konfidenzintervall genannt, und die Enden dieses Intervalls sind die 95%-Konfidenzgrenzen (Armitage et al. 2002).

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15. Nationale externe Qualitätskontrollprogramme für die Ejakulatanalyse

Eberhard Nieschlag, Stefan Schlatt, Sabine Kliesch, Hermann M. Behre

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