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07.02.2018 | Originalarbeit | Ausgabe 2/2018

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 2/2018

Wie häufig treten Simulation und Aggravation in der Begutachtung auf? Schätzungen von Laien

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Ausgabe 2/2018
Autoren:
Dr. Thomas Merten, Dr. Peter Giger

Zusammenfassung

Manipulative, interessengeleitete Darstellungsformen finden sich häufig in gutachtlichen Vorstellungskontexten unterschiedlicher Rechtsgebiete. Eine regelmäßige Aufgabe im Rahmen der Sachverständigentätigkeit liegt in der Differenzierung zwischen authentischen und vorgetäuschten oder übertriebenen Beschwerdedarstellungen. Neunundreißig Schweizer im Alter von 23 bis 59 Jahren wurden hinsichtlich ihrer Annahmen und Einstellungen zu simulativem Verhalten strukturiert befragt. Die Teilnehmenden schilderten vielfältige eigene Erfahrungen mit vorgetäuschten Gesundheitsstörungen und schätzten ihre Prävalenz in 7 unterschiedlichen Rechtskontexten mit 39 % (Rentenbegutachtung) bis 63 % (Militärdienstverweigerung) sehr hoch ein. Die Mehrzahl der Befragten verurteilte Simulationsversuche zwar, bevorzugte aber gleichzeitig ein adaptatives Erklärungsmodell für Simulation. Der Fähigkeit von Gutachtern, korrekt authentische von manipulativen Beschwerdendarstellungen zu unterscheiden, wurde ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die von den Laien vermutete hohe Auftretenshäufigkeit simulativer Tendenzen im Gutachtenkontext korrespondiert im Trend mit einer Reihe einschlägiger empirischer Forschungsergebnisse. Die hohe Brisanz der Thematik vorgetäuschter Gesundheitsstörungen und der Qualität gutachtlicher Arbeit wird durch die Ergebnisse der vorliegenden Studie unterstrichen.

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