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Wie mit einem Trauma durch Herzereignis umgehen?

  • 28.11.2025
  • Online-Artikel

Die posttraumatische Belastungsstörung wird zunehmend auch im Zusammenhang mit kardiovaskulären Ereignissen erkannt. Traumafokussierte und integrative Therapieansätze können helfen, dieser entgegenzuwirken.

  

Wie in der Zeitschrift "Die Psychotherapie" (Ausgabe 5/2025) berichtet wurde, kann nach Ereignissen wie einem Herzinfarkt oder einer Reanimation eine spezifische Form der posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), bekannt als kardial-induzierte PTBS (KI-PTBS), auftreten. Die Symptome unterscheiden sich von der klassischen PTBS vor allem durch die Art der wahrgenommenen Bedrohung und das Vermeidungsverhalten. Bei der KI-PTBS entstand die Gefahr aus dem eigenen Körper, was zu zukunftsgerichteten Intrusionen und der Angst vor einem erneuten Herzereignis führt.

Prävalenz und Auswirkungen von KI-PTBS

Die Prävalenz von KI-PTBS variiert stark und kann zwischen 4 % und 44 % nach einem kardiovaskulären Ereignis liegen, abhängig von der Art des Ereignisses und den betroffenen Personen. Auch Angehörige von Patienten sind häufig betroffen. Diese Variation erklärt sich durch methodische Unterschiede in Studien und die Zusammensetzung der untersuchten Populationen. Die Diagnose von KI-PTBS stellt eine Herausforderung dar, da bestehende Diagnoseinstrumente nicht speziell auf die Symptomatik nach kardiovaskulären Ereignissen abgestimmt sind. Eine Kombination aus strukturierten klinischen Interviews und Selbstberichtsfragebogen wird empfohlen, um die diagnostische Genauigkeit zu verbessern.

Die PTBS hat einen bidirektionalen Einfluss auf die kardiovaskuläre Gesundheit. Sie kann den Verlauf und die Prognose von Herzerkrankungen verschlechtern, indem sie ungünstige Bewältigungsmechanismen wie Bewegungsmangel und Rauchen fördert. Pathophysiologisch sind Mechanismen wie die Aktivierung des sympathischen Nervensystems und neuroendokrine Dysregulationen beteiligt. Diese führen zu einer erhöhten Thromboseneigung und Entzündungsprozessen, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Prävention und Behandlung der KI-PTBS

In der Praxis erfordern Prävention und Behandlung der KI-PTBS sowohl physische als auch psychologische Ansätze. Frühe Interventionen, die ein Sicherheits- und Kontrollgefühl schaffen, sind entscheidend. Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) und Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) sind evidenzbasierte Verfahren, die sich als wirksam erwiesen haben. Ergänzend können achtsamkeitsbasierte Therapien zur Reduktion von PTBS-Symptomen beitragen. Medikamentös sind selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) vorzuziehen, während Benzodiazepine vermieden werden sollten.

Die Einbindung von Angehörigen in psychoedukative und therapeutische Maßnahmen ist essenziell, da sie eine zentrale Rolle in der Bewältigung kardialer Traumatisierungen spielen. Zukünftige Forschung sollte sich auf die Entwicklung spezifischer Diagnoseinstrumente und die Untersuchung der Wirksamkeit von Interventionen konzentrieren. Der Einsatz von Schutzfaktoren wie Resilienz und Optimismus könnte in zukünftigen Interventionen verstärkt in den Fokus rücken.

Fazit

Insgesamt stellen traumafokussierte und integrative Therapieansätze, die kognitive Verhaltenstherapie-Techniken einbeziehen, eine vielversprechende Behandlungsoption für KI-PTBS dar. Die Entwicklung geeigneter Diagnoseinstrumente und die Einbeziehung von Angehörigen sollten in zukünftigen Studien weiter untersucht werden, um die Versorgung von Patienten mit KI-PTBS zu verbessern.


Dieser Text ist eine KI generierte Zusammenfassung, die von Springer Medizin erstellt, geprüft und nachbearbeitet wurde.
Quelle: Princip M. Trauma durch Herzereignis – wie weiter? Psychotherapie. 2025;70:288-295

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