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20.11.2017 | Wissen macht Arzt | Nachrichten

Cannabis-Legalisierung

Legaler Rausch? Zwei Drittel sagen Nein

Bürger sind gegen die Legalisierung von Cannabis, sehen die Kriminalisierung der Konsumenten aber skeptisch.

Fast zwei Drittel der Bundesbürger (63 Prozent) sprechen sich nach einer Umfrage gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Die Forderung, dass Erwachsene Cannabis zum Eigengebrauch in Fachgeschäften erwerben können sollten, wird von einem Drittel (34 Prozent) der Bürger unterstützt, wie aus der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In Deutschland ist der Erwerb und Besitz von Cannabis verboten. Nur Ärzte dürfen das Rauschmittel seit Anfang des Jahres als Schmerzmedikament verordnen. FDP und Grüne wollen im Rahmen der Jamaika-Sondierungen Cannabis legalisieren. Die Unionsparteien sind grundsätzlich dagegen.

Frauen (70 Prozent), ältere Befragte ab 60 Jahren (72 Prozent) sowie die Anhänger von Union und SPD (jeweils 72 Prozent) sprechen sich noch häufiger als der Durchschnitt gegen einen legalen Erwerb und Besitz von Cannabis aus. Mehr als die Hälfte der Männer (56 Prozent) sind ebenfalls dagegen.

Den legalen Besitz von Cannabis zum Eigengebrauch befürworten vor allem Befragte unter 30 Jahren sowie Anhänger (43 Prozent) der Linkspartei (55 Prozent), der Grünen (46 Prozent).

Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Deutschen Hanfverbands bestätigt zwar die Ablehnung eines legalen Cannabishandels, zeigt aber eine Mehrheit für die Entkriminalisierung der Konsumenten. Daraus ergeben sich nach Darstellung des Hanfverbandes für eine Jamaika-Koalition interessante Kompromisslinien. Bei Infratest dimap haben 39 Prozent der Befragten einem regulierten Verkauf von Cannabis an Volljährige zugestimmt; 58 Prozent lehnten dies ab. Die Zustimmung ist also leicht höher als bei Forsa.

52 Prozent der von Infratest Befragten sind der Meinung, "der Besitz geringer Cannabis-Mengen zum Eigenverbrauch sollte nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden". Für eine konsequente Entkriminalisierung der Konsumenten hätte Jamaika eine Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite.

Im Vorjahr habe es über 140.000 Strafverfahren wegen des Besitzes geringer Mengen zum Eigenkonsum gegeben, ein neuer Rekordwert, sagte Hanf-Verbandsgeschäftsführer Georg Wurth. (dpa)

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