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12.06.2019 | Zahnmedizin | Interview | Onlineartikel

Dr. dent. - und nun? Ein Interview mit Dr. Maximilian Auf der Lanver

Ich gründe ein Start-up!

Interview mit Dr. Maximilian Auf der Lanver, Zahnarzt und Gründer von Dentalheld, ein Online Preisvergleichs-​portal für Zahnarztmaterialien

Man darf sich von Rückschlägen nicht beeindrucken lassen!


djz: Herr Dr. Auf der Lanver, was waren die größten Schwierigkeiten zu Beginn der Gründung?

Dr. Maximilian Auf der Lanver: Man darf sich nicht von Rückschlägen beeindrucken lassen, man muss immer wieder aufstehen und weitermachen. Wenn ich z. B. als Zahnarzt bei irgendeinem großen Händler angerufen und meine Idee vorgestellt habe, bin ich die ersten Male einfach abgewimmelt worden. Ich hatte keine Chance, zum Geschäftsführer durchzukommen oder überhaupt das Projekt in Gänze zu erklären. Bis ich überhaupt die ersten Händler und Depots davon überzeugt hatte, mitzumachen – wir reden da von einer wahnsinnig langen Zeit, von Monaten, in denen ich immer nur wieder gehört habe: Nein, das machen wir nicht, das wollen wir nicht. Als ich dann irgendwann doch den ersten Händler überzeugen konnte, erst dann haben sich die Türen geöffnet, und erst dann bin ich von Händler zu Händler gekommen.

djz: Ein wichtiger Bestandteil der Start-up-Gründung ist die Einstellung der richtigen Mitarbeiter. Wie sind Sie da vorgegangen?

Auf der Lanver: Eine Mitarbeiterin habe ich über eine Anzeige an den digitalen schwarzen Brettern der Universitäten im Umkreis gefunden – eine sehr gute Möglichkeit, seine Start-up-Idee vorzustellen und Mitstreiter zu finden. Diese Kollegin wird demnächst nun auch Partnerin von Dentalheld. Zudem haben aber auch viele Zufälle mitgespielt. Es gibt kein Start-up, bei dem alles von Anfang bis Ende durchgeplant ist. Ganz wichtig war bei uns z. B. die Einstellung eines IT-Fachmanns. Diese sind zurzeit sehr gefragt und nicht darauf angewiesen, irgendwelche Anzeigen im Internet zu schalten, dass sie gerade einen Job suchen. ITler müssen aktiv gefunden werden. Über Freunde von Freunden von Freunden bin ich an einen Fachmann geraten, der nicht nur mit dem Aufbau von Internetseiten vertraut war, sondern sich zufälligerweise auch auf Vergleichsplattformen spezialisiert hatte. Zudem haben meine Frau und ich erst einmal viel selbst gemacht. Das Design z. B. haben wir zunächst selbst entwickelt und dann durch eine Agentur „aufhübschen“ lassen.

djz: Dentalheld ist jetzt seit November 2018 auf dem Markt. Wann würden Sie sagen, dass Sie die Hürde, kein klassisches Start-up mit den dazugehörigen Unsicherheiten mehr zu sein, genommen haben?

Auf der Lanver: Wir haben viele Szenarien durchgespielt, ab wann sich das Ganze rechnet, und sind dabei auf eine Zahl von 1.000 Zahnärzten gekommen, die regelmäßig bestellen. Diese 1.000 Zahnärzte haben wir jetzt knapp erreicht. Wir sind jetzt etwa bei der Hälfte von dem, wo wir hinwollen. Dabei versuchen wir, sehr automatisiert zu arbeiten und die laufenden Kosten sehr gering zu halten. Zwar ist unsere Mitarbeiteranzahl noch überschaubar, aber allesamt sind sie unglaublich pfiffig, mit hoher Arbeitsbereitschaft und motiviert durch den Gedanken, Dinge bewegen zu wollen. Momentan sind wir noch viel mit Anfragen von Zahnärzten beschäftigt, und wir merken: Der Servicebereich ist ein Part, in dem wir noch personell wachsen müssen.

djz: Zahnarzt, Gründer, Familienvater – wie verträgt sich die viele Arbeit mit dem Privatleben?

Auf der Lanver: Das ist schon ein Balance-Akt und man muss irgendwo Abstriche machen. Ich versuche auf jeden Fall, den familiären Aspekt immer hoch zu halten und meine Arbeitszeiten so zu legen, dass ich meinen Sohn abends noch sehe und auch Zeit mit meiner Frau verbringen kann. Aber in der Tat ist es gerade so, dass ich mehr arbeite als das ich Freizeit habe. Freie Wochenenden, früh nach Hause gehen oder abends nicht noch mal an den Schreibtisch – das alles ist in den letzten Monaten rar gesät. Für mich persönlich ist das jedoch absolut in Ordnung. Man muss mit Herzblut dabei sein, lösungsorientiert denken und stets am Gründeralltag Spaß haben – selbstverständlich auch dann, wenn Dinge mal nicht so laufen wie geplant. Das gehört alles dazu und belebt das Gründer-Dasein. Aus voller Überzeugung kann ich sagen, ich würde den Schritt immer wieder gehen.


Wenn Sie an weiteren Beispielen von Zahnärzten und Gründern interessiert sind, lesen Sie weiter in unserem Artikel aus der aktuellen Ausgabe von der junge zahnarzt

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