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18.04.2019 | Zahnmedizin | Nachrichten

Gelöschte Bewertung

Zahnarzt zieht gegen Jameda den Kürzeren

Autor:
Christoph Winnat

Ein Arztbewertungsportal darf bei hinreichendem Manipulationsverdacht Bewertungen löschen.

 Positive Arztbewertungen, die sich auf Nachfrage hin nicht bestätigen lassen, dürfen vom Portalbetreiber gelöscht werden. So entschied am Dienstag das Landgericht München I zugunsten Jamedas (Az.: 33 O 6880/18). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die schriftliche Begründung liegt ebenfalls noch nicht vor.

Geklagt hatte ein Zahnarzt aus Kiel, dem Jameda zehn, nach eigenen Angaben „technisch auffällige Arztbewertungen“ gestrichen hatte. Der Dentist argumentierte, die Löschung sei nur deshalb erfolgt, weil er sein Kundenverhältnis zu Jameda – Ärzte können gegen Entgelt verschiedene Inhalte in ihr Portal-Profil einstellen – gekündigt hatte.

Laut Gerichtsmitteilung hatte er sein „Premium Paket Gold“ am 10. Januar 2018 beendet. Vom 11. bis 18 Januar 2018 habe Jameda dann zehn positive von insgesamt 61 Bewertungen gelöscht, nachdem sich deren Validität nicht bestätigen ließ.

Die chronologisch unmittelbare Abfolge genügte dem Gericht allerdings nicht: „Der Arzt konnte nicht nachweisen, dass, wie von ihm behauptet, die Löschungen als Reaktion auf seine Kündigung erfolgt seien“. Weil Jameda „unbestritten bereits in der Vergangenheit positive Bewertungen des Klägers aufgrund eines negativ verlaufenen Prüfverfahrens gelöscht hatte“, erschien der von ihm erhobene Sanktionsvorwurf nicht zwingend.

„Weitere belastbare Anhaltspunkte dafür, dass die Löschungen nicht ausschließlich der Qualitätswahrung der auf dem Portal eingestellten Bewertungen dienten, waren weder vorgetragen noch ersichtlich“, so das Gericht weiter.

Darüber hinaus sei jedoch auch die „Eingriffsintensität derart gering“ gewesen, „dass die Kammer eine relevante Schädigung des Klägers ausschließen konnte“. So habe sich die Gesamtnote des Zahnarztes durch die Streichung der zehn fragwürdigen Bewertungen nur „unmaßgeblich“ um 0,1 verschlechtert, nämlich von Schulnote 1,5 auf 1,6.


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