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1. „Zeitenwende“ aus historischer Perspektive

  • 2023
  • OriginalPaper
  • Buchkapitel
Erschienen in:

Zusammenfassung

Zusammenfassung

Der vorliegende Aufsatz geht exemplarisch und selektiv auf einige Facetten des Begriffs und des Umgangs mit historischen „Zeitenwenden“ ein. Dazu werden zunächst zentrale Aspekte einer Definition und theoretischen Einordnung betrachtet, zu denen u. a. die unvermeidliche Uneindeutigkeit des Begriffs aufgrund seiner Zeitkontingenz sowie seiner Abhängigkeit von medialer Konstruktion und gesellschaftlicher Perzeption gehören. Dies führt zu drei wesentlichen Kritikpunkten an der gegenwärtig so beliebten Ausrufung einer „Zeitenwende“: dem inflationären Gebrauch des Begriffs, seiner mangelnden Konsistenz und seiner apologetischen Verwendung im politischen Prozess. Schließlich werden drei aus der Geschichte bekannte zentrale politische und gesellschaftliche Reaktionsmechanismen und deren Probleme skizziert, um eine „Zeitenwende“ zu bewältigen. Dies betrifft die Rolle der Exekutive beim Krisenmanagement sowie die Notwendigkeit grundlegender Veränderungen von Institutionen und Mentalitäten. Im Ergebnis lässt sich die aktuelle „Zeitenwende“ nicht zuletzt als Test für die Resilienz demokratischer Systeme interpretieren.
Titel
„Zeitenwende“ aus historischer Perspektive
Verfasst von
Prof. Dr. Ralph Rotte
Copyright-Jahr
2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-67514-4_1
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