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Die Radiologie

Dissektionen der hirnversorgenden Gefäße

Erschienen in:

Zusammenfassung

Klinisches Problem

Dissektionen der hirnzuführenden Gefäße gehören zu den häufigsten Ursachen eines Schlaganfalls bei Personen unter 50 Jahren, weswegen eine schnellstmögliche Abklärung, Diagnostik und Therapie essenziell sind. Sie entstehen meistens spontan durch Einblutung in die Gefäßwand. Betroffen sind in der Regel die Bewegungssegmente an der A. cerebri interna (C1-Segment) und an der A. vertebralis (V3-Segment). Klinisch kommt es zu Kopf- und/oder Nackenschmerzen sowie neurologischen Symptomen, die sich entsprechend der Lokalisation der Dissektion unterscheiden können.

Empfehlung für die Praxis

Pathognomisch ist der Nachweis eines intramuralen Hämatoms durch Einblutung in die Gefäßwand. Dieses lässt sich am besten in der Magnetresonanztomographie (MRT) in nativen, fettgesättigten T1-Sequenzen (Black-Blood-Sequenz) nachweisen. Zusätzlich sollte eine kontrastmittelgestützte Angiographie am besten in der MRT, alternativ in der Computertomographie (CT), erfolgen. Da ein erhöhtes Risiko für embolisch oder hämodynamisch bedingte Schlaganfälle besteht, sollte unmittelbar eine prophylaktische Therapie eingeleitet werden; dabei bleibt es eine Einzelfallentscheidung, ob hierfür Thrombozytenfunktionshemmer oder orale Antikoagulanzien gewählt werden.
Titel
Dissektionen der hirnversorgenden Gefäße
Verfasst von
Dr. med. Lisa Goerens
Publikationsdatum
28.06.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Radiologie / Ausgabe 9/2024
Print ISSN: 2731-7048
Elektronische ISSN: 2731-7056
DOI
https://doi.org/10.1007/s00117-024-01337-6
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