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13.05.2020 | Zielgerichtete Therapie | Leitthema | Ausgabe 8/2020

Der Onkologe 8/2020

Therapeutische Relevanz molekularer Marker beim kolorektalen Karzinom

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 8/2020
Autoren:
Dr. med. Stefanie Nöpel-Dünnebacke, Lena-Christin Conradi, Anke Reinacher-Schick, Michael Ghadimi

Zusammenfassung

Hintergrund

Das kolorektale Karzinom (KRK) ist eine der häufigsten Krebserkrankungen und eines der auf molekularer Ebene am besten charakterisierten Malignome. Die Therapiestrategie sollte interdisziplinär und multimodal festgelegt werden; neben der chirurgischen Resektion in frühen Stadien bzw. der Metastasenresektion bei Oligometastasierung, der neoadjuvanten Chemo‑/Strahlentherapie beim lokalisierten Rektumkarzinom und der zytotoxischen Therapie sollten auch zielgerichtete Therapieansätze berücksichtigt werden.

Methoden

Anhand einer selektiven Literaturrecherche und deren Auswertung werden molekulare Marker für Prognose und Therapieansprechen beschrieben.

Ergebnisse

Die Bestimmung der Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) in frühen Tumorstadien ist klinisch und in Leitlinien etabliert. Neben der zirkulierenden Tumor-DNA könnten Immunoscore, CMS-Klassifikation („consensus molecular subtypes“) und genetische Alterationen der Phosphoinositid-3-Kinase (PI3K) und CDX2 Einfluss auf Therapieentscheidungen gewinnen. Beim metastasierten KRK (mKRK) sind neben der Tumorlokalisation der RAS- und BRAF-Status mit therapieentscheidend und sollten vor Beginn der Erstlinientherapie bestimmt werden. Neue medikamentöse Ansätze ermöglichen als Monotherapie oder in Kombination gezielte Interventionen auf immunologischer oder molekularer Ebene, z. B. mittels Checkpointinhibitoren (CI), Amplifikation von HER2 („human epidermal growth factor receptor 2“) und Fusionen der neurotrophen Tyrosinrezeptorkinase (NTRK).

Schlussfolgerung

Molekulare Analysen und das Verständnis des KRK als heterogene Erkrankung bedürfen in Bezug auf ihre klinische Bedeutung weiterer Evaluation. Bei Patienten mit hereditären Syndromen sind neben einem frühen Erkrankungsalter individuelle und familiäre Konsequenzen zu berücksichtigen.

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Literatur
Über diesen Artikel

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