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09.01.2018 | Zika-Virus | Übersichten | Ausgabe 2/2018

Der Nervenarzt 2/2018

Zika-Virus-Infektion und das Nervensystem

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 2/2018
Autoren:
Prof. Dr. I. W. Husstedt, M. Maschke, C. Eggers, E. Neuen-Jacob, G. Arendt

Zusammenfassung

Das Zika-Virus ist ein Arbovirus aus der Familie der Flaviviren, welches durch die Stechmücke Aedes aegyptii übertragen wird, aber auch durch die Asiatische Tigermücke Aedes albopticus. Die bisher größte beobachtete Zika-Virus-Epidemie findet momentan in Nord- und Südamerika, in der Karibik, im Süden der USA und in Südostasien statt. Meistens verläuft die Infektion als unspezifische, akute, fiebrige Erkrankung. Neurologische Manifestationen bestehen in der Hauptsache in einer Mikrozephalie bei Neugeborenen und einem Guillain-Barré-Syndrom, aber auch andere, seltenere Manifestationen sind in der Zwischenzeit bekannt geworden, wie eine Meningoenzephalitis und eine Myelitis. Es liegt daher nahe, dass das Zika-Virus, ähnlich wie andere Flaviviren, neuropathogene Eigenschaften aufweist. Insbesondere der drastische Anstieg der Mikrozephaliefälle in Brasilien hat große Forschungsaktivitäten induziert. Das Virus wird perinatal übertragen und kann im Fruchtwasser, in der Plazenta und im Gehirngewebe des Neugeborenen nachgewiesen werden. Eine Impfung oder eine kausale Therapie existierten bislang nicht. Der signifikante Anstieg des durch das Zika-Virus induzierten Guillain-Barré-Syndroms wurde schon während früherer Ausbrüche beobachtet. In der Zwischenzeit haben sich wissenschaftlich klare Verbindungen zwischen einer Zika-Virus-Infektion und diesen neurologischen Manifestationen gezeigt. Durch Langzeitstudien und Tiermodelle kann erreicht werden, die Pathomechanismen dieser Erkrankung besser zu verstehen.

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