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14.08.2019 | Leitthema | Ausgabe 11/2019

Monatsschrift Kinderheilkunde 11/2019

Zukunftsprägende Entwicklungen in der Kinderurologie

Neue Therapieansätze sowie gesellschafts- und berufspolitische Neuerungen

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 11/2019
Autoren:
FEAPU Dr. F.-M. Schäfer, M. Stehr
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Ure, Hannover

Zusammenfassung

Die Kinderurologie ist ein lebendiges Fachgebiet, in dem sich zahlreiche Neuerungen – nicht nur medizinisch-fachlicher Art – vollziehen. Schutz und Erhalt des oberen Harntrakts gehören zu den Hauptzielen in der Kinderurologie. Dies spiegelt sich in der zunehmenden Auffassung wider, auch bei Patienten mit geringer Partialfunktion einer Niere mit Ureterabgangsstenose einer organerhaltenden Chirurgie (Pyeloplastik) den Vorrang vor einer Nephrektomie einzuräumen. In über 30 % der Fälle lässt sich so eine signifikante Steigerung der Partialfunktion erreichen. Beim primär obstruktiven Megaureter (POM) steht dagegen weiterhin die konservative Therapie im Vordergrund; die Etablierung der endoskopischen Ballondilatation des Ureterostiums kann jedoch in ausgewählten Fällen den oberen Harntrakt schützen und eine äußere Harnableitung vermeiden. Bei der Obstruktion des Oberpols einer Doppelniere wiederum ist mit der Ureteroureterostomie eine neue Therapieoption verfügbar, die technisch einfach ist und gute Ergebnisse zeigt. Beispielhaft für gesellschaftspolitische Entwicklungen ist die aktuelle Kontroverse um das Verbot geschlechtsangleichender Operationen bei Kindern mit DSD erläutert. Dieses Verbot, das der Gesetzgeber derzeit anstrebt, wird von der neuen S2k-Leitlinie in weiten Teilen gestützt; dies ist jedoch nicht unkritisch zu sehen. Berufspolitisch erfreulich dagegen ist die Verabschiedung der Musterweiterbildungsordnung „Spezielle Kinder- und Jugendurologie“, die dazu beitragen wird, die Kinderurologie als eigenständiges Fach weiterzuetablieren.

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