Zur Neurologie des Traumschlafs
Versuch einer Synopsis
- 01.04.2007
- Übersichten
- Verfasst von
- PD Dr. N.J. Diederich
- Erschienen in
- Der Nervenarzt | Ausgabe 4/2007
Zusammenfassung
Traum- oder REM-Schlaf ist eines von drei Bewusstseinsstadien und durch schnelle Augenbewegungen, Muskelschlaffheit, desynchronisiertes EEG und autonome Dysregulation gekennzeichnet. Fehlfunktionen im Bereich eines dieser vier Charakteristika verursachen die primären Krankheiten des Traumschlafs, zu denen insbesondere die Verhaltensstörung des Traumschlafs und die Narkolepsie zählen. Dagegen werden das Schlafapnoesyndrom, kardio- und zerebrovaskuläre Syndrome nur sekundär durch die autonome Dysregulation des Traumschlafs gefördert und treten auch in anderen Schlafstadien auf. Der Traumschlaf hat möglicherweise einen antiepileptischen Schutzeffekt. Er fördert das prozedurale Gedächtnis, nicht jedoch das deklarative Gedächtnis. Während die neurophysiologische Forschungsrichtung sich bemüht, allein die Traumschlafentstehung zu verstehen und dabei zunehmend auf bildgebende Verfahren zurückgreift, versuchten psychodynamische Theorien den Traumbildern eine „roborierende“ Wirkung zuzusprechen. Das neu erwachte Interesse an Traumschlaf, -bildern und -bildgebung kann auch für die klinische Medizin von Nutzen sein, und weitere erstaunliche Erkenntnisse – vergleichbar der Verhaltensstörung des Traumschlafs als Vorbotenzeichen eines Parkinson-Syndroms – sind zu erwarten.
Anzeige
- Titel
-
Zur Neurologie des Traumschlafs
Versuch einer Synopsis - Verfasst von
-
PD Dr. N.J. Diederich
- Publikationsdatum
- 01.04.2007
- Verlag
- Springer-Verlag
- Erschienen in
-
Der Nervenarzt / Ausgabe 4/2007
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00115-006-2190-z
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.