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6. Zwangsgedanken und magisches Denken: die Angst, durch eigene Gedanken und Taten sich selbst und anderen zu schaden

Erschienen in:

Zusammenfassung

Das zentrale Element dieser Variante von Zwängen sind Zwangsgedanken. Sie betreffen immer die Möglichkeit vergangenen, gegenwärtigen oder zukünftigen Unheils. Dabei sagen sie aus, dass durch eine eigene Handlung (z. B. das Hinaufsteigen einer Treppe) jemand anderer (z. B. eine Mutter mit einem Säugling auf dem Arm) zu Schaden gekommen sein könnte („Ich könnte sie heruntergestoßen haben, ohne es zu wollen oder ohne es überhaupt zu merken“). Ist ein solcher Gedanken öfter aufgetreten, dann fange ich an, die entsprechende Situation zu fürchten und eventuell zu vermeiden. Zwangsgedanken betreffen immer die eigene Person. Sie geben nicht äußere Tatbestände wieder (z. B., dass eine Mutter mit Säugling auf der Treppe gestrauchelt sein könnte), sondern einzig und allein die möglichen negativen Auswirkungen der eigenen Person, eigener Handlungen oder Gedanken auf andere. Zwangsgedanken sind nie Aussagen („So ist es gewesen“), sondern Fragen nach dem Muster „Könnte es sein, dass …?“. In einigen Fällen betrifft der mögliche Schaden den, der die Zwangsgedanken hat, selbst: Ich könnte z. B., wenn ich eine Brücke überquere, „einfach“ herunterspringen, ohne dass ich die geringsten Suizidabsichten habe. In einem Menschen, der Zwangsgedanken hat, taucht also typischerweise ein Verdacht gegen sich selbst auf. Die Gedanken gehen in der Regel einher mit einem starken Schrecken, gefolgt von einem Angstgefühl.
Titel
Zwangsgedanken und magisches Denken: die Angst, durch eigene Gedanken und Taten sich selbst und anderen zu schaden
Verfasst von
Nicolas Hoffmann
Birgit Hofmann
Copyright-Jahr
2021
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-62261-2_6
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