Update Zwangsstörungen und verwandte Erkrankungen
- 06.11.2025
- Zwangsstörung
- CME-Kurs
- CME-Punkte
- 3
- Für
- Ärzte
- Psychotherapeuten
- Zertifizierende Institution
- Ärztekammer Nordrhein
- Zertifiziert bis
- 06.11.2026
- Anzahl Versuche
- 2
- Dies ist Ihre Lerneinheit
- Zum Artikel
Zwangsstörungen sind häufig und haben hohe Therapieresistenzraten. Das Rationale dieses CME-Artikels ist es, ein Update zu Zwangsstörungen im Erwachsenenalter zu geben. Hierfür werden zunächst aktuelle Studienergebnisse zur Ätiopathogenese und deren Korrelate zusammengefasst sowie die klinischen Manifestationen und aktuellen Klassifikationskriterien dargestellt. In den ICD‑11-Kriterien wurden „insight specifiers“ ergänzt, die Einteilung in Subtypen und das Zeitkriterium wurde aufgehoben, stattdessen wird gefordert, dass die Symptomatik zeitaufwendig ist (z. B. > 1 h/Tag andauert). Zudem wurde eine eigene Kategorie für Zwangsstörungen und verwandte Erkrankungen eingeführt. Häufige psychische Komorbiditäten, die in ca. 70–90 % der Fälle vorkommen, und differenzialdiagnostische Überlegungen werden zusammengefasst. Anschließend wird der aktuelle Stand hinsichtlich Diagnostik und sekundärer (z. B. autoimmuner) Zwangsstörungssyndrome erläutert. Bei den Behandlungsmöglichkeiten zeigt die störungsspezifische kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsmanagement hohe Effektstärken. Neue Ansätze und Formate umfassen konzentrierte Kurzzeit- oder internetbasierte Interventionen. Die Pharmakotherapie erfolgt primär mit Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRIs oder Clomipramin). Atypische Antipsychotika können zur Augmentation eingesetzt werden. Glutamatmodulatoren werden aktuell beforscht. Hirnstimulationsverfahren, einschließlich der nichtinvasiven repetitiven transkraniellen Magnetstimulation und der invasiven beidseitigen tiefen Hirnstimulation, sind therapeutische Optionen bei Therapieresistenz. Schließlich wird eine Übersicht über mit der Zwangsstörung verwandte Erkrankungen gegeben. Neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten scheinen vielversprechend, um die Therapieresistenzraten weiter zu reduzieren.
Nach der Lektüre dieses Beitrags …
- haben Sie wesentliche Faktoren in der Ätiopathogenese der Zwangsstörung verstanden,
- können Sie die aktuellen Klassifikationskriterien, das diagnostische Vorgehen sowie relevante Komorbiditäten und Differenzialdiagnosen benennen,
- sind Sie mit den Behandlungsmöglichkeiten der Zwangsstörung vertraut,
- kennen Sie mit der Zwangsstörung verwandte Erkrankungen.
Diese Fortbildung wurde von der Ärztekammer Nordrhein für das „Fortbildungszertifikat der Ärztekammer“ gemäß §5 ihrer Fortbildungsordnung mit 3 Punkten (Kategorie D) anerkannt und ist damit auch für andere Ärztekammern anerkennungsfähig. Die erworbenen Fortbildungspunkte können bei den zuständigen Landespsychotherapeutenkammern eingereicht und angerechnet werden. Anerkennung in Österreich: Für das Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP) werden die von deutschen Landesärztekammern anerkannten Fortbildungspunkte aufgrund der Gleichwertigkeit im gleichen Umfang als DFP-Punkte anerkannt (§ 14, Abschnitt 1, Verordnung über ärztliche Fortbildung, Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) 2013).