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06.12.2021 | COVID-19 | Nachrichten

Corona-Studien-Splitter

Welcher COVID-Booster wirkt am besten?

Autoren:
Anne Bäurle, Wolfgang Geissel, Marco Mrusek

Forscher haben sieben verschiedene SARS-CoV-2-Impfstoffe als Booster bei Grundimmunisierten durchgetestet. Ergebnis: Alle Booster wirken – aber unterschiedlich stark.

Update vom 6. Dezember

Viele Vakzinen kurbeln als Booster-Impfung offenbar das Immunsystem an – aber nicht alle gleich stark. Ein Forschungsteam aus Großbritannien hat in einer Phase-II-Studie untersucht, wie sich eine Boosterimpfung mit sieben verschiedenen Impfstoffen (Novavax (nicht in der EU zugelassen), AstraZeneca, BioNTech/Pfizer, Valneva (nicht in der EU zugelassen), Johnson & Johnson, Moderna und CureVac (weder in der EU noch in einem anderen Land zugelassen) auf den Impfschutz auswirkt. Die von der STIKO für Boosterimpfungen empfohlene mRNA-Vakzine von BioNTech/Pfizer wurden in einer Dosis von 15 μg oder 30 μg (Dosis wie bei Grundimmunisierung und Booster-Impfung) verimpft, die ebenfalls emfohlene mRNA-Vakzine von Moderna in einer Dosis von 100 μg (wie bei Grundimmunisierung, als Booster ist der Impfstoff in der Dosis 50 μg zugelassen). Die rund 3000 Teilnehmenden waren zuvor entweder zweimal mit der Vakzine von AstraZeneca oder von BioNTech/Pfizer grundimmunisiert worden. 28 Tage nach der Boosterimpfung entnahmen die Forscherinnen und Forscher Blutproben und untersuchten unter anderem die Zahl der Spike-IgG-Antikörper und die der T-Zellen. Ergebnis: Alle sieben Vakzinen kurbelten das Immunsystem im Vergleich mit Personen, die keine Boosterimpfung erhalten hatten, effektiv an, und zwar sowohl bei Älteren als auch bei Jüngeren. Allerdings unterschied sich die Immunantwort nach den unterschiedlichen Boosterimpfungen zum Teil deutlich. Die beste Boosterwirkung wurde mit der mRNA-Vakzine von Moderna erreicht, und zwar sowohl nach vorheriger AstraZeneca (GMR, geometric mean ratio, Verhältnis der Antikörperkonzentration vor und nach Boosterimpfung) von Spike-IgG = 32,30), als auch nach vorheriger BioNTech/Pfizer-Impfserie (GMR = 11,49). Etwas schwächer fiel die Boosterwirkung mit BioNTech/Pfizer in der Dosis 30 μg aus, und zwar sowohl bei vorheriger Grundimmunisierung mit AstraZeneca (GMR = 24,48) als auch bei BioNTech/Pfizer Grundimmunisierten (GMR = 8,11). In halber Dosis fiel die Boosterimpfung mit BioNTech/Pfizer noch geringer aus (GMR = 16,80 nach AstraZeneca Grundimmunisierung, GMR = 6,78 nach BioNTech/Pfizer-Grundimmunisierung). Generell sei die Reaktogenität bei den Kreuzschemata akzeptabel gewesen, berichtet das Team. Stärker sei sie bei den Kreuzimpfungen Moderna nach AstraZeneca oder BioNTech/Pfizer ausgefallen, sowie AstraZeneca oder Johnson & Johnson nach BioNTech/Pfizer, und generell bei jüngeren Personen. (Lancet 2021; online 2. Dezember)

Kinder und Jugendliche mit schlecht kontrolliertem Asthma sind besonders vulnerabel für schwere COVID und sollten daher in diesem Winter besonders gut eingestellt und engmaschig kontrolliert werden. Ein Team der Universität Edinburgh hat Daten des Early Pandemic Evaluation and Enhanced Surveillance of COVID-19 (EAVE II) analysiert, in dem 99 Prozent aller Schottinnen und Schotten aufgenommen sind. Auch 752.867 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 17 Jahren sind darin registriert, 63.463 (8,4 Prozent) davon mit diagnostiziertem Asthma bronchiale. Unter den Kindern und Jugendlichen mit Asthma wurden 4.339 (6,8 Prozent) bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen festgestellt, 67 (1,5 Prozent) wurden mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert, neun mussten auf die Intensivstation verlegt werden oder starben sogar an der Erkrankung. Kinder ohne Asthma hatten 40.231 (5,8 Prozent) bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen, lediglich 382 (0,9 Prozent) wurden stationär aufgenommen. Das Team berechnete bei Kindern mit Asthma bronchiale ein um rund 50 Prozent höheres Risiko für COVID-bedingte Hospitalisierung (adjustierte Hazard Ratio [aHR]: 1,5) im Vergleich zu Kindern ohne Asthma. Besonders Kinder mit schlecht eingestelltem Asthma mussten gehäuft in die Klinik eingewiesen werden (Lancet Respir Med 2021; online 30. November). (nz)

Update vom 2. Dezember

Die mRNA-Vakzine von Moderna hat offenbar eine bessere Effektivität als die von BioNTech/Pfizer, wenn auch beide mRNA-Impfstoffe natürlich eine sehr gute Schutzwirkung vor COVID von über 90 Prozent erreichen. Das geht aus einer Studie mit US-Veteranen hervor, die entweder mit Comirnaty® oder Spikevax® mindestens einmal (und zu über 90 Prozent zweimal) geimpft worden waren. Beide Gruppen wurden über 24 Wochen nach Impfung nachbeobachtet, und zwar in einer Pandemiephase, in der Alpha vorherrschend war. Im Vergleich der beiden mRNA-Vakzinen war das Infektionsrisiko nach Moderna-Impfung geringer als nach Impfung mit der BioNTech/Pfizer-Vakzine (4,52 Fälle pro 1000 Personen vs 5,75 Fälle pro 1000 Personen). Auch das Risiko für symptomatische COVID, Hospitalisierung, intensivmedizinische Versorgung und Tod war nach Moderna-Impfung geringer als das nach BioNTech-Pfizer-Impfung. Das Team untersuchte die Schutzwirkung der beiden mRNA-Vakzinen zudem in einem Zeitraum mit hoher Zirkulation der Delta-Variante. Auch hier zeigte sich mit der Moderna-Vakzine eine etwas bessere Schutzwirkung vor Infektion, berichtet das Team (NEJM 2021; online 1. Dezember).

Eine Boosterimpfung wirkt der schwindenden Immunität nach Grundimmunisierung effektiv entgegen. Ein Forschungsteam aus Israel hat untersucht, wie sich eine Boosterimpfung mit Comirnaty® auf das Infektionsrisiko auswirkt. Im Untersuchungszeitraum August bis Oktober 2021 wurden bei rund 300.000 Mitarbeitern des Gesundheitssystems (Alter über 40 Jahre) insgesamt 500.232 PCR-Tests durchgeführt, 227.380 bei zweifach Geimpften, 272.852 bei dreifach Geimpften. 6,6 Prozent der zweifach Geimpften und 1,4 Prozent der dreifach Geimpften wurden positiv getestet, also deutlich seltener. Um die Schutzwirkung der dritten Dosis noch genauer aufzuschlüsseln, analysierte das Team zudem die per PCR nachgewiesenen Infektionen in den Zeiträumen 0-6 Tage, 7-13 Tage, 14-20 Tage, 21-27 Tage und 28-65 Tage nach Boosterimpfung. Während der zusätzliche Schutz vor Infektion kurz nach Boosterimpfung noch schwach war (Odds Ratio 0,88, das Risiko war bei dreifach Geimpften also im Vergleich mit zweifach Geimpften um 12 Prozent reduziert), war die Schutzwirkung vor Infektion im Zeitraum 28-65 Tage nach Boosterimpfung deutlich ausgeprägt (Odds Ratio 0,14, also eine Risikoreduktion von 86 Prozent). Zudem mussten von den dreifach Geimpften weniger Personen hospitalisiert werden als bei den zweifach Geimpften (JAMA Intern Med 2021; online 30. November).

Update vom 1. Dezember

Warum müssen schwer an COVID-Erkrankte häufig sehr lange beatmet werden? Ein deutsches Forschungsteam hat herausgefunden, dass das Lungengewebe bei Schwerkranken durch ein fehlgeleitetes Immunsystem häufig außergewöhnlich stark vernarbt ist. Einige Prozesse des COVID-Lungenversagens ähneln dabei denen der idiopathischen Lungenfibrose, die unter allen Formen der Lungenfibrose die schlechteste Prognose hat, berichten Daniel Wendisch von der Charité Berlin und seine Kolleginnen und Kollegen. Das könnte der Grund dafür sein, warum die Lunge lange funktionsunfähig bleibt und eine langwierige invasive Beatmung oder ECMO-Therapie erforderlich ist. Für die Studie untersuchte das Team die Lungen von an COVID gestorbenen Personen anhand verschiedener mikroskopischer Aufnahmen. Die Lungenbläschen waren bei fast allen weitgehend zerstört, die Wände deutlich verdickt. Außerdem stellte das Team ausgeprägte Ablagerungen von Kollagen fest – alles charakteristische Hinweise auf eine schwere Fibrose. „Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass wir es beim COVID-Lungenversagen mit einem fibroproliferativen ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) zu tun haben, einer besonders schweren Form des Lungenversagens“, wird Studienautor Professor Peter Boor in einer Mitteilung der Charité zitiert. Bei COVID entwickelt sich ein Lungenversagen typischerweise erst in der zweiten oder dritten Woche nach Symptombeginn, wenn die Viruslast eigentlich schon wieder sinkt. „Das weist darauf hin, dass nicht die Virusvermehrung zum Versagen der Lunge führt, sondern nachgeschaltete Reaktionen, etwa des Immunsystems, eine Rolle spielen“, fügt Letztautor Professor Leif Erik Sander hinzu (Cell 2021; online 23. November).

Update vom 30. November

Die Menge an viraler RNA im Blut eines Patienten gibt Auskunft über das Mortalitätsrisiko bei einer COVID-Erkrankung. Das berichtet ein Team der Universität Montréal. Um Marker für die Schwere eines COVID-Verlaufs innerhalb von 60 Tagen nach Symptombeginn zu finden, haben die Forscherinnen und Forscher Blutproben von 279 SARS-CoV-2-Infizierten untersucht. Sie nahmen dabei unter anderem inflammatorische Marker, Antikörpertiter und die Menge der im Blut zirkulierenden viralen RNA unter die Lupe. Letztere erwies sich als bester Indikator dafür, welche Patientinnen und Patienten ein hohes Risiko haben, an COVID zu sterben und deshalb möglichst früh behandelt werden sollten (Sci Adv 2021; online 26. November).

Real-World-Daten bestätigen die hohe Wirksamkeit der Moderna-Vakzine. Forscherinnen und Forscher haben Daten von mehr als 350.000 Versicherten von Kaiser Permanente Southern California in den USA ausgewertet. Diese waren zwischen Dezember 2020 und März 2021 mit der Vakzine Spikevax® vollständig geimpft worden. In den fünf Monaten nach Grundimmunisierung traten bei den Geimpften 289 Infektionsfälle auf, in der Kontrollgruppe mit rund 350.000 Ungeimpften waren es 1144 Fälle. Die Schutzwirkung vor einer Infektion lag damit über einen Zeitraum von fünf Monaten nach Grundimmunisierung bei 87 Prozent. In der Gruppe der Geimpften mussten 13 Infizierte hospitalisiert werden, eine Person starb. Bei den Ungeimpften mussten 182 in eine Klinik eingeliefert werden, 25 Infizierte starben. Die Schutzwirkung der Impfung vor Hospitalisierung lag damit bei 96 Prozent, die vor COVID-bedingten Tod sogar bei 98 Prozent (Lancet Regional Health 2021; online 25. November).

Update vom 29. November

Warum hat der mRNA-basierte Impfstoffkandidat von CureVac im Vergleich zum mRNA-Impfstoff Comirnaty® nicht die gleiche Schutzwirkung? Um diese Frage zu klären, hat ein Team des Paul-Ehrlich-Instituts die gebildeten Antikörper verglichen, und zwar nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion sowie nach Impfung mit Comirnaty® und nach Impfung mit CVnCoV von CureVac (der Impfstoffkandidat wurde wegen zu geringer Wirksamkeit aus dem Zulassungsprozess zurückgezogen). Antikörperspiegel, Neutralisierungskapazität und Bindungsfähigkeit der Antikörper unterschieden sich dabei erheblich zwischen Personen nach Impfung mit Comirnaty® und nach Genesung auf der einen Seite sowie nach Impfung mit CVnCoV auf der anderen Seite. So wurden beispielsweise nach Impfung mit Comirnaty® sowie bei Genesenen im Vergleich zu mit CVnCoV geimpften Personen ein höherer Titer an Spike-Rezeptorbindungsdomäne (RBD)-spezifischen Antikörpern und neutralisierenden Antikörpern detektiert. Ein Grund könnte sein, dass in der CureVac-Vakzine weniger mRNA enthalten ist (in den Studien zu CVnCoV wurden Dosen von 2, 4, 6, 8 oder 12 μg verimpft, Comirnaty® enthält 30 μg mRNA). Ein weiterer möglicher Grund: Während die mRNA in Comirnaty® durch Methylierungen modifiziert ist, ist die mRNA von CVnCoV nicht modifiziert. CureVac arbeitet mittlerweile mit GSK an einem Impfstoffkandidaten der zweiten Generation („CV2CoV“), der modifizierte mRNA enthält. Erste Studien haben positive Daten geliefert (Allergy 2021; online 25. November).


Update vom 25. November

Das Risiko einer COVID-19-Infektion steigt ab 90 Tagen nach Erhalt einer zweiten Comirnaty®-Dosis allmählich an. Das bestätigt jetzt eine Studie aus Israel. 83.057 Erwachsene erhielten während des Studienzeitraums einen RT-PCR-Test auf SARS-CoV-2, 9,6 Prozent hatten ein positives Ergebnis. Die seit der Impfstoffinjektion verstrichene Zeit war bei Personen, die positiv getestet wurden, signifikant länger (p < 0,001). Die adjustierten Odds Ratio für Infektionen in Zeitintervallen von mehr als 90 Tagen seit der Impfung waren im Vergleich zum Referenzwert von weniger als 90 Tagen signifikant erhöht: 2,37 (95%-Konfidenzintervall 1,67 bis 3,36) für 90-119 Tage, 2,66 (1,94 bis 3,66) für 120- 149 Tage, 2,82 (2,07 bis 3,84) für 150-179 Tage und 2,82 (2,07 bis 3,85) für ≥ 180 Tage (p < 0,001 für jedes 30-Tage-Intervall). Das vorsichtige Fazit der Autoren: „Die Ergebnisse legen nahe, dass die Erwägung einer dritten Impfdosis gerechtfertigt sein könnte“ (BMJ 2021, online 25. November).

Ein experimenteller Kaugummi, der mit Hilfe eines Proteins Coronavirus-Partikel bindet, könnte die Virusmenge im Speichel begrenzen. Ausgehend davon, dass sich SARS-CoV-2 primär auch in Speicheldrüsen und in der Mundschleimhaut repliziert, und im Speichel häufig eine hohe Viruslast nachgewiesen wird, haben sich Forscherinnen und Forscher von der University of Pennsylvania überlegt, welche Strategie für eine Virusinaktivierung in der Mundhöhle sinnvoll sein könnte. Deshalb haben sie jetzt einen Kaugummi entwickelt, der Kopien des ACE2-Proteins enthält. ACE2-Rezeptoren finden sich ja bekanntlich auf Zelloberflächen, sie werden von Viren als Einfallstor genutzt, um in Zellen einzudringen und sie zu infizieren. Bei Speichel- und Abstrichproben im Reagenzglas von infizierten Personen hefteten sich Viruspartikel an die ACE2-„Rezeptoren“ im Kaugummi. Dadurch sank die Viruslast in den Proben um mehr als 95 Prozent. Die Forscherinnen und Forscher sehen in ihrer Entwicklung ein erschwingliches Konzept, um SARS-CoV-2-Reinfektionen durch Speichel und orale Aerosolübertragungen zu minimieren (Molecular Therapy 2021; online 10. November).

Update vom 24. November

Ein neuer experimenteller Impfstoff aktiviert vor allem die T-Zell-Immunantwort gegen SARS-CoV-2. Das berichten Forscherinnen und Forscher von der Klinischen Kooperationseinheit (KKE) Translationale Immunologie am Uniklinikum Tübingen. Ziel ist es, Menschen mit Antikörpermangel (etwa Krebskranke) eine zelluläre Immunität zu vermitteln. Das Team hat bei Menschen mit durchgemachter COVID-19 Peptide identifiziert, die für Erkennung und Langzeitschutz durch T-Zellen gegen SARS-CoV-2 von Bedeutung sind. Solche Peptide werden in dem Impfstoff „CoVac-1“ genutzt. In einer Phase-1-Studie mit 36 Probanden wurde vier Wochen nach Impfung eine breite und starke T-Zell-Antwort gegen SARS-CoV-2 belegt. Diese blieb in Folge in unveränderter Stärke bestehen. Die durch CoVac-1 aktivierten T-Zell-Antworten waren deutlich stärker ausgeprägt als die bei Genesenen nach natürlicher Infektion oder bei Menschen nach COVID-Impfung mit anderen zugelassenen Vakzinen. CoVac-1 induzierte dabei nicht nur eine T-Zell-Immunität gegen das Spike Protein, sondern auch gegen andere Virusbestandteile (Nature 2021; online 23. November).

Ein Totimpfstoff aus Indien hat eine 50-prozentige Wirksamkeit gegen COVID-19. Das legen Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie nahe, berichten Forscherinnen und Forscher vom „All India Institute of Medical Sciences“ in Neu Delhi. Die Vakzine „BBV152“ (CovaxinTM) enthält inaktivierte SARS-CoV-2-Virionen, hat eine Notfallzulassung von der WHO und wird in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern verimpft. In einer Fall-Kontrollstudie wurde jetzt die Wirksamkeit während des Delta-Ausbruchs in Indien von Mitte April bis Mitte Mai 2021 untersucht. Dabei wurden von Mitarbeitern des Instituts 1068 Fall-Kontrollpaare gebildet. Die Fall-Probanden waren mit PCR positiv und die „gematchten“ Kontroll-Probanden negativ auf symptomatische COVID-19 getestet worden. Ergebnis: In der Fallgruppe waren 233 vor der Erkrankung komplett mit BBV152 geimpft gewesen, in der Kontrollgruppe (ohne Erkrankung) waren es 351. Aus diesen Zahlen wurde eine Wirksamkeit des Impfstoffs von 50 Prozent ermittelt. Die Wirksamkeit wäre damit geringer als in einer kontrollierten Phase-3-Studie belegt. Dies wird mit der hohen Kontagiosität der Delta-Variante und dem hohen Infektionsdruck beim medizinischen Personal während des Ausbruchs erklärt (Lancet Infectious Diseases 2021; online 23. November).

Update vom 23. November

Einige COVID-19-Hochrisiko-Patienten könnten nach Klinikentlassung von einer Antikoagulation profitieren. Das berichten Forscherinnen und Forscher vom Henry Ford Health System in Detroit im US-Staat Michigan. Prädestiniert dafür sind nach ihrer Studie Patienten mit Thrombosen in der Anamnese sowie hohen D-Dimer-Peakwerten (>3 μg/ml) und hohen Spiegeln von C-reaktivem-Protein (CRP) (>10 mg/dl). Das Risiko für venöse Thromboembolien solcher Patienten war in einer Kohortenstudie nach Entlassung aus der Klinik um mehr als das Dreifache erhöht. Patienten, die eine Thromboseprophylaxe erhalten hatten, hatten ein deutlich geringeres Risiko. In der Studie mit 2832 hospitalisierten COVID-19-Patienten bekamen nach Klinikentlassung 36 (1,3 Prozent) venöse Thrombosen und 15 (0,5 Prozent) ein arterielles thromboembolisches Ereignis (davon 14 ein akutes Koronarsyndrom). Die Autoren ziehen daraus den Schluss, dass für solche Hochrisiko-Patienten eine verlängerte Thrombose-Prophylaxe sinnvoll sein könnte, wenn das Blutungsrisiko bei ihnen gering ist (JAMA Netw Open 2021; online 22. November).

Update vom 22. November

Gebärende mit COVID-19 haben ein höheres Risiko für eine Totgeburt als Gebärende ohne COVID. Das hat eine Studie der US-Seuchenbehörde CDC ergeben. Darin wurden Daten von 1.249.634 Geburten in US-Krankenhäusern aus der Zeit zwischen März 2020 und September 2021 analysiert. Insgesamt traten 8154 Totgeburten auf (0,65 Prozent aller Geburten): Bei 21.653 Gebärenden mit COVID-19 waren es 273 Totgeburten (1,26 Prozent) und bei den 1.227.981 Frauen ohne COVID 7881 (0,64 Prozent). Nach Bereinigung von Störfaktoren ergab sich ein 1,9-fach höheres relatives Risiko (adjustiertes relatives Risiko, aRR). Die Assoziation von COVID-19 und Totgeburt war während der Dominanz der Delta-Variante besonders ausgeprägt (aRR= 4,04). Die Behörde spricht sich dafür aus, die Pathogenese der Totgeburten bei COVID-19 weiter zu untersuchen, ebenso das präventive Potenzial von COVID-Impfstoffen zum Schutz davor (MMWR 2021, online 19. November).

Update vom 19. November

Die Impfung mit Johnson & Johnson lässt sich mit einer mRNA-Vakzine gut boostern, berichten Forscherinnen und Forscher um Professorin Martina Sester von der Universität des Saarlandes. Sie haben bei 15 Johnson & Johnson-Geimpften den Schutz mit einer Dosis Comirnaty® aufgefrischt. „Bei ausnahmslos allen ließ sich eine deutlich messbare Steigerung der Impfwirkung feststellen“, so Sester in einer Mitteilung der Universität. Der Booster beim Johnson & Johnson-Impfstoff ist wichtig, weil es nach dem zum Basisschutz verwendeten Ein-Dosis-Schema im Vergleich etwas häufiger Impfdurchbrüche gibt. Die STIKO rät daher schon seit längerem zum Booster mit einem mRNA-Impfstoff nach einer Grundimmunisierung mit der Johnson & Johnson-Vakzine. In einer weiteren Studie mit 550 Probanden hat das Team fünf in Deutschland zugelassenen Impfschematat miteinander verglichen. Die heterologe Kombination aus AstraZeneca und Moderna hat die deutlichste Immunantwort aufgebaut, gefolgt von der heterologen Kombination AstraZeneca und BioNTech/Pfizer. Danach folgt die doppelte Moderna-Impfung, die derjenigen mit BioNTech/Pfizer etwas überlegen, aber auch mit etwas mehr unerwünschten Wirkungen verbunden ist. Die homologe Kombination aus einer zweifachen AstraZeneca-Impfung erzielte insgesamt die schwächste Wirkung der fünf verglichenen. Mit dem Impfstoff von Moderna lässt sich also die beste Immunogenität im Vergleich mit anderen Vakzinen erreichen (Mitteilung der Universität vom 18. November sowie Research Square 2021, online 8. November und online 1. November).

Update vom 18. November

Ein großer Risikofaktor für SARS-CoV-2-Infektion und schwere COVID-Verläufe bei Langzeit-Dialyse-Patienten ist die Unterbringung in einem Pflegeheim. Weitere Faktoren sind Alter, männliches Geschlecht, hoher BMI, Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Herzerkrankungen und eine hohe Zahl von Komorbiditäten, wie eine retrospektive Studie aus den USA ergeben hat. Ein kurzfristiger Aufenthalt (1-89 Tage) scheint dabei im Vergleich mit einem längeren Pflegeheim-Aufenthalt (länger als 90 Tage) das Risiko für COVID-bedingten Tod noch weiter zu erhöhen: Die Studienautorinnen und -autoren schätzen, dass das Risiko für COVID-bedingten Tod bei einem 1-89-tägigen Aufenthalt um 31 Prozent erhöht ist (im Vergleich mit Menschen, die nicht im Pflegeheim untergebracht sind), bei Personen, die mehr als 90 Tage im Pflegeheim untergebracht sind, ist das Risiko dagegen um 12 Prozent erhöht. Für die Studie wurden Registerdaten von 500.000 Personen, die eine Langzeit-Dialyse benötigen, untersucht (JAMA Netw Open 2021; online 17. November).

Update vom 17. November

Das Ausmaß psychiatrischer Langzeitfolgen nach SARS-CoV-2-Infektion könnte überschätzt werden, berichten Forscherinnen und Forscher vom Greater Manchester Mental Health Trust in England. Sie haben Registerdaten aus Hausarztpraxen unter die Lupe genommen, und zwar von knapp 12 Millionen Patientinnen und Patienten ab 16 Jahre, darunter knapp 233.000 mit positivem SARS-CoV-2-Test. In verschiedenen Fallgruppen (mit Infektion) und Kontrollgruppen (ohne Infektion) wurden die Inzidenzen oder das Neuauftreten psychiatrischer Krankheiten (Depression, Angststörung, Psychose) sowie von Fatigue und Schlafstörungen untersucht, und zwar im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang Dezember 2020 (Patienten wurden bis zu zehn Monate nachverfolgt). Ergebnis: Infektionen waren mit einer fast sechsfach erhöhten Fatigue-Inzidenz assoziiert (adjusted Hazard Ratio: 5,98) ebenso mit einer dreifach erhöhten Inzidenz für Schlafstörungen (aHR: 3,16). Auch das assoziierte Risiko für psychiatrische Krankheiten war bei den SARS-CoV-2-positiv Getesteten höher (aHR: 1,83). SARS-CoV-2-negativ Getestete hatten aber hier ein ähnlich höheres Risiko wie -positive (aHR: 1,71). Außerdem war eine Influenza mit einem deutlich stärker erhöhten Risiko für die psychiatrischen Krankheiten assoziiert (aHR 2,98) (JAMA Network Open. 2021; online 16. November).

Update vom 16. November

Gesichtsmasken stören bei Kindern das Erkennen von Emotionen offenbar kaum, berichten Forscherinnen und Forscher von der Universitätsklinik in Lausanne. Sie haben in einer Studie untersucht, ob Maskentragen in Kitas die Fähigkeit von 3- bis 6-Jährigen reduziert, Emotionen sicher einzuschätzen. Das könnte nämlich Konsequenzen für ihre Entwicklung haben. Negative Ergebnisse aus anderen Studien wurden dabei in der aktuellen Untersuchung nicht bestätigt. An der Studie in Lausanne nahmen 276 Kinder aus 9 öffentlichen Kitas teil. Diese hatten dort knapp ein Jahr Maske tragen müssen. Sie sollten Fotos von Gesichtern mit und ohne Maske auf einem Bildschirm die Emotionen Trauer, Wut und Freude zuordnen. Ergebnis: 70,6 Prozent der Emotionen wurden in Gesichtern ohne Maske richtig erkannt, im Vergleich zu 66,9 Prozent in Gesichtern mit Maske. Je älter die Kinder waren, desto seltener wurden Emotionen falsch zugeordnet. Das Studienteam spricht sich allerdings für Untersuchungen in anderen Kontexten und bei Kindern mit Entwicklungsproblemen aus (JAMA Pediatrics 2021; online 15. November).

Die dritte Dosis einer mRNA-Impfung erhöht bei Menschen mit schweren Nierenerkrankungen und unzureichender Immunantwort die Antikörperspiegel deutlich. In einer kleinen Studie mit 23 Dialysepatientinnen und -patienten, deren Immunantwort nach einer COVID-Grundimmunisierung nur schwach ausgefallen war, profitierten 20 von einer Booster-Impfung mit Comirnaty® oder Spikevax®. Erstaunlich dabei war, dass ihre Immunantwort nach der dritten Dosis zum Teil sogar stärker war als bei schwer Nierenkranken, die nach der zweiten Impfung bereits eine hohe Immunantwort gezeigt hatten. Zudem wurde nach der dritten Impfung auch die Bildung von Antikörpern induziert, die gegen die Delta-Variante wirksam sind. Nicht nur Dialysepatientinnen und -patienten mit einer fehlenden oder eingeschränkten Impfantwort nach zwei Impfungen, sondern auch solche mit einer guten Antikörperantwort nach zwei Impfungen können also von der dritten Impfung profitieren, schreibt das Studienteam um Dr. Ulrik Stervbo von der Ruhr-Universität Bochum. Damit stützen die Daten die STIKO-Empfehlung, Menschen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-Verlauf (zu denen Dialysepatientinnen und -patienten gehören), eine Auffrischungsimpfung anzubieten (Kidney International 2021; online 4. November).

Update vom 15. November

Bei jungen US-Ärzten verschärft die Bewältigung der COVID-Pandemie die Geschlechterunterschiede. Das berichten Forscherinnen und Forscher von der University of Michigan. In ihrer prospektiven Kohortenstudie haben sie 276 Ärzte (gut die Hälfte Frauen; Alter im Schnitt 40 Jahre) in den Jahren 2018 und 2020 online zu Belastungen befragt. Mütter und Frauen unter den Teilnehmern waren im Vergleich zu Vätern und Männern während der Pandemie überproportional häufiger verantwortlich für die Versorgung von Kindern (24,8 vs. 0,8 Prozent) und den Haushalt (25,4 vs. 7,2 Prozent). Frauen mussten überproportional häufiger von zu Hause aus arbeiten (40,9 vs. 22 Prozent) und ihre Arbeitsstunden reduzieren (19,4 vs. 9,4 Prozent). Andere Werte wurden mit der 7-Punkte Likert Skala erfasst (Belastung von 1 bis 7): Die Frauen wiesen dabei deutlich stärker auf Belastungen durch „work-to-family“-Konflikte (im Schnitt 2,79 mehr Punkte) hin sowie auf „family-to-work“-Konflikte (3,09 mehr Punkte) und Angststörungen (2,87 mehr Punkte). Auch gaben im PHQ-9 Score mehr Frauen depressive Symptome (5,05 vs. 3,53 Prozent) an. Einen Unterschied bei Depressionen hatte es bei der Umfrage vor der Pandemie nicht gegeben (JAMA Netw Open 2021; online 12. November).

Update vom 12. November

Ein Modell zur optimalen Vorsorge von SARS-CoV-2-Infektionen bei Gesundheitspersonal stellen Forscherinnen und Forscher vom Universitätsspital Bern in der Schweiz vor. Das Team hat Kosten-Nutzen-Aspekte von real-time PCR-Tests und allgemeinen Maßnahmen bei gut 300 Freiwilligen aus der Klinik analysiert. Dabei zeigte sich, dass es auch asymptomatische SARS-CoV-2-Träger gab. Zudem wurde nachgewiesen, dass die Rate an PCR-positiven Testresultaten in der Studiengruppe tatsächlich höher lag als sich aus den Werten der Umgebung (Infektionen zu Hause und Infektionen im öffentlichen Raum) erklären ließ. Ziel der Strategie in der Klinik ist es, die PCR-Tests gezielt auch auf prä- und asymptomatische Personen auszulegen, da eine Weitergabe des Virus auf vulnerable Gruppen unbedingt verhindert werden muss. Zur Identifizierung von Personen mit tiefer Viruslast erwies sich dabei eine PCR-Messung mit hoher Sensitivität (40 Vermehrungszyklen, Ct=40) als besonders wichtig. Insgesamt haben sich dabei PCR-Tests alle sieben Tage und strikte allgemeine Regeln zur Prophylaxe von SARS-CoV-2-Infektionen als optimal in dem Sptial ergeben. (Mitteilung Unispital Bern vom 11. November und PLoS One 2021; online 5. November).

Update vom 11. November

Sowohl geimpftes als auch ungeimpftes Personal in Pflegeheimen sollte bei hohen Inzidenzen regelmäßig getestet werden. Das legt eine Analyse des VA Boston Healthcare System nahe. In der Studie wurden alle Testergebnisse auf SARS-CoV-2 von 1973 Pflegerinnen und Pflegern an zwei Altenheimen im Zeitraum Januar bis Juni 2021 erfasst. Das Pflegepersonal war entweder einmal pro Woche per PCR oder zweimal pro Woche per Antigentest auf eine SARS-CoV-2-Infektion getestet worden. Ein positiver Antigentest wurde per PCR-Test validiert. Insgesamt wurden im Studienzeitraum vier von 1388 geimpften Pflegern positiv getestet (0,3 Prozent) und 21 von 585 ungeimpften (3,6 Prozent), alle Personen hatten keine oder nur sehr milde Symptome. Dabei nahm die Zahl der positiv getesteten Personen im Sommer, mit Rückgang der Inzidenzen, sukzessive ab und lag schlussendlich nahe null. Die Daten bestätigten, dass regelmäßige vorgeschriebene Testungen des Pflegepersonals an Altenheimen effektiv sind, um unerkannte Infektionen zu detektieren. Gerade in Zeiten hoher Viruszirkulation und wenn es keine staatlichen Vorgaben gebe, ließen sich damit ungeimpfte Infizierte ohne Symptome ausfindig machen, schreibt das Team um Dr. Katherine Linsenmeyer. Der Untersuchungszeitraum lag übrigens in einer Zeit, als die Delta-Variante in den USA noch nicht vorherrschend war. Mit dem Auftreten der infektiöseren Delta-Variante dürften die Studienergebnisse daher noch relevanter geworden sein (JAMA Netw 2021; online 10. November).

Update vom 10. November

Bei COVID-19 haben Ungeimpfte im Vergleich zu Geimpften ein 20-mal höheres Sterberisiko, berichtet das Texas Department of State Health Services (DSHS). Die Behörde hat sich Registerdaten von COVID-Patientinnen und -Patienten aus dem September 2021 angeschaut, und zwar elektronische Laborbefunde sowie Daten zu Sterbe- und Impfzertifikaten. In dieser Zeit hatte in dem US-Staat die Pandemiewelle mit der Deltavariante ihren Höhepunkt erreicht. Ungeimpfte hatten dabei im Vergleich zu komplett Geimpften ein 13-fach höheres Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, und ein 20-fach höheres Risiko, an COVID-19 zu sterben. Der Schutz vor einer Infektion war nach COVID-Impfung in allen Altersgruppen ähnlich gut, bei den 12- bis 17-Jährigen allerdings noch ausgeprägter. Das Sterberisiko variierte in den Altersgruppen: Von den 40- bis 49-jährigen COVID-Kranken hatten die Ungeimpften ein 55-fach höheres Sterberisiko als die Geimpften. Bei Senioren ab 75 war das Sterberisiko Ungeimpfter im Vergleich 12-fach erhöht. Der Vergleich von Monaten mit und ohne dominierende Delta-Variante (April vs. August) ergab in dem US-Staat: Unabhängig vom Impfstatus war das Infektions- und Sterberisiko mit Delta vier bis fünfmal höher als ohne Delta (Mitteilung des DSHS Texas).

Update vom 9. November

Nach einer Booster-Impfung steigen die Antikörper-Titer um ein Vielfaches an, berichtet ein Team von der Tel Aviv University Sackler School of Medicine in Israel. Die Forscherinnen und Forscher haben im August 2021 die Antikörperwerte bei 97 zweifach Geimpften im Alter ab 60 Jahren vor und nach einer Auffrischimpfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff bestimmt. Die Menschen waren im Median 70 Jahre alt und erhielten den Booster im Schnitt 221 Tage nach dem Start der initialen Impfserie mit dem gleichen Impfstoff. Direkt vor der Auffrischimpfung lagen die Titer der „anti-Spike IgG-Antikörper“ im Schnitt bei 440 AU/ml. Drei Personen waren sogar seronegativ für die Antikörper (<50 AU/ml). 10 bis 19 Tage nach dem Booster waren die Antikörper-Titer dann auf im Median 25.468 AU/mL gestiegen, also um das 50- bis 60-fache. Alle Impflinge waren zudem wieder seropositiv. Schwerere Impfreaktionen wurden nicht registriert (JAMA 2021; online 5. November).

Update vom 8. November

Eine COVID-Impfung schützt offenbar besser vor schwerer Erkrankung als eine durchgemachte Infektion. Das hat eine Studie der US-Seuchenbehörde CDC ergeben. Das Team hatte Daten von rund 200.000 Personen gesichtet, die an 187 Kliniken in neun Bundesstaaten mit Verdacht auf COVID behandelt worden waren, und zwar in einem Zeitraum, in dem die Delta-Variante bereits vorherrschend war. Etwa 7000 erfüllten die Einschlusskriterien: Entweder ungeimpfte Genesene, die hospitalisiert werden mussten oder vollständig Geimpfte, die hospitalisiert werden mussten. Sowohl Genesung als auch Impfung (mit einer mRNA-Vakzine) hatten im Zeitraum 90-179 Tage vor der Hospitalisierung stattgefunden. Von 6328 vollständig Geimpften hatten sich 324 mit SARS-CoV-2 infiziert und mussten hospitalisiert werden (5,1 Prozent, das entspricht in etwa der von den Zulassungsstudien bekannten Schutzwirkung), von 1020 Genesenen hatten sich 89 infiziert und mussten hospitalisiert werden (8,7 Prozent). Die Odds Ratio lag bei 5,49 – die Wahrscheinlichkeit, aufgrund von COVID hospitalisiert werden zu müssen, liegt für Genesene also mehr als fünfmal höher als für vollständig Geimpfte, schreiben die Forscherinnen und Forscher. Die Daten sprächen dafür, dass sich auch Genesene gegen das Corona-Virus impfen lassen sollten (MMWR 2021; online 5. November).

Update vom 4. November

Die My-Variante von SARS-CoV-2 ist besonders resistent gegen Antikörper von Impflingen und Rekonvaleszenten, berichten Forscherinnen und Forscher von der University of Tokyo in Japan. Sie haben Pseudoviren mit den Spike Proteinen verschiedener SARS-CoV-2-Varianten für Neutralisationstests genutzt. Die Antikörper dazu stammten von 13 Genesenen und 14 Geimpften (Comirnaty®). Ergebnis: Die My-Variante war 10,6-fach resistenter gegen Rekonvaleszenten-Antikörper als die Wildvariante und im Vergleich zur Beta-Variante 2-fach resistenter. Auch bei Geimpften war die My-Variante 9,1-fach resistenter gegen Antikörper als das Wildtyp-Virus und 1,5-fach resistenter im Vergleich mit der Beta-Variante. Bisher galt die Beta-Variante als die resistenteste. Die als „variant of interest“ eingestufte und im Januar in Kolumbien entdeckte My-Variante sollte überwacht werden, schreibt das Team (NEJM 2021, online 3. November).

Update vom 3. November

Ein Forschungsteam ist besorgt wegen SARS-CoV-2-Infektionen bei Weißwedelhirschen. Die Forscherinnen und Forscher der University of Pennsylvania haben Proben aus dem Jahr 2020 aus Lymphknoten von 151 freilebenden sowie 132 gehaltenen Hirschen der in den USA dominierenden Art „Odocoileus virginianus“ aus dem US-Staat Iowa untersucht. Bei jedem dritten Tier fanden sich Hinweise auf SARS-CoV-2-RNA, bei etwa 80 Prozent der damit verbundenen Proben war ein PCR-Test positiv. Wie sich die Hirsche infiziert haben, ist unklar. Anhand der isolierten Varianten ließen sich mehrere Übertragungen von Menschen auf die Hirsche und auch Weitergabe der Erreger zwischen den Hirschen vermuten. Hieraus ergäben sich wichtige Implikationen: Ein solches Tierreservoir der Erreger ist potenziell mit Risiken für die Übertragung auf andere Tierarten verbunden und könnte möglicherweise weitere Infektionsquellen für Menschen schaffen. Für Forschung zu SARS-CoV-2 brauche es daher unbedingt einen One-Health-Ansatz, in dem die Entwicklung und Ökologie des Erregers bei Mensch, Tier und Umwelt umfassend untersucht wird (Preprint bei bioRxiv 2021; online 1. November).

Therapie mit TNF-Hemmern schützt Rheumakranke möglicherweise vor schweren COVID-Verläufen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in einer Mitteilung. Hinweise darauf gibt es aus einer Studie mit Daten aus dem deutschen COVID19-Rheuma Register. Ein Team vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) hat sich darin die Verläufe von 2274 Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und SARS-CoV-2-Infektion angeschaut. Ergebnis: Bei mittlerer bis hoher Rheumaaktivität war das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf deutlich erhöht, besonders hoch war das Risiko bei Therapien mit Glukokortikoiden. Bei den Immunsuppressiva war Rituximab mit einer erhöhten Rate schwerer COVID-19-Verläufe assoziiert und die JAK-Inhibitoren mit einer moderat erhöhten Rate. Die TNF-Inhibitoren dagegen waren eher mit milden Verläufen von COVID-19 assoziiert. Das Fazit: Mit Rheuma eingenommene TNF-Inhibitoren sind bei COVID-Infektion sicher, sie könnten eventuell sogar vor schweren Verläufen schützen, so die Rheuma-Gesellschaft (DGRh-Mitteilung und RMD Open 2021; 7:e001896).

Update vom 2. November

Krebskranke ohne aktuelle Therapien haben kein höheres Risiko für schwere COVID-19-Verläufe, berichten Forscherinnen und Forscher der University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston. Wer allerdings in den drei Monaten vor der COVID-Diagnose gegen den Krebs behandelt wurde, hat ein deutlich höheres Risiko für schwere COVID-Komplikationen, wie eine Studie des US-Teams ergeben hat. Analysiert wurden Daten von 507.307 erwachsenen COVID-Kranken (Alter im Schnitt 48 Jahre) aus 2020, und zwar vom „Optum de-identified COVID-19 electronic health record data set“. Davon hatten 14.287 (2,8 Prozent) Krebs, und knapp jeder dritte Krebskranke war im Quartal vor der COVID-Diagnose systemisch oder mit Bestrahlung behandelt worden. Ergebnis der Analyse: Krebskranke ohne Krebstherapie hatten im Vergleich zu Nicht-Krebskranken sogar ein etwas geringeres Risiko für COVID-Tod (odds ratio 0,93) oder schweren Verlauf mit mechanischer Beatmung (OR 0,61). Krebskranke mit Krebstherapie hatten im Vergleich aber deutlich höhere Risiken für COVID-Tod (OR 1,74), Therapie auf Intensivstation (OR 1,69) und Hospitalisierung (OR 1,19) (JAMA Oncol. 2021; online 28. Oktober).

Update vom 1. November

Eine etwas höhere Rate zerebraler Sinusvenenthrombosen nach Impfung mit Ad26.COV2.S von Johnson&Johnson bestätigen Forscherinnen und Forscher von der Mayo Clinic in Rochester im US-Staat Minnesota. Sie haben Daten des „Vaccine Adverse Event Reporting System“ (VAERS) der USA analysiert. Zum Vergleich dienten Präpandemische Thrombose-Raten bei Einwohnern des „Olmstedt County“ in Minnesota zwischen 2001 und 2015. Ergebnis: Vom 28. Februar bis 7. Mai 2021 wurden etwa 8,7 Millionen Ad26.COV2.S-Dosen verimpft und dabei 38 objektivierbare Fälle von Sinusvenenthrombosen gemeldet. Die Thrombosen traten im Median 9 Tage nach Impfung auf, 31 Fälle waren es binnen 15 Tagen und 35 Fälle binnen 30 Tagen. 71 Prozent der Thrombosen trafen Frauen, das mediane Alter der Betroffenen lag bei 45 Jahre. Ermittelt wurde eine Rate von 8,64 pro 100.000 Personen und Jahr (auf Basis der Fälle 15 Tage nach Impfung). In der Kontrollgruppe vor Pandemie waren es 2,34 Fälle pro 100.000 Personen und Jahr. Dem stünden allerdings als Impfnutzen 940 vermiedene schwere COVID-Fälle pro 100.000 Personen und Jahr entgegen (JAMA Internal Medicine 2021; online 1. November).

Insgesamt 7,7 Stunden haben US-Teenager in den Lockdown-Phasen täglich vor dem Bildschirm verbracht, berichten Forscherinnen und Forscher der University of California in San Francisco. Vor der Pandemie sei die tägliche „Screen-Time“ weniger als halb so lang gewesen (3,8 Stunden), wie eine Querschnittsstudie mit 5419 Heranwachsenden im Alter von 12 bis 13 Jahren ergeben hat. Die Jugendlichen waren im Rahmen der „Adolescent Brain Cognitive Development Study“ im Mai 2020 zu ihrer Screen Time (exklusive Schulunterricht und -aufgaben) befragt worden. Von derselben Kohorte lagen zudem Daten einer Befragung vor der Pandemie vor. Lange Bildschirm-Zeiten waren mit reduzierter psychischer Gesundheit und höherem Stress assoziiert, kurze Bildschirm-Zeiten im Vergleich mit besserer sozialer Unterstützung und Stressbewältigung (JAMA Pediatrics 2021; online 1. November).

Update vom 28. Oktober

Phase-III-Daten zur Frühtherapie von Hochrisikopatienten mit Sotrovimab: In einer Studie mit 583 nicht hospitalisierten, symptomatischen Patienten mit COVID-19 und mindestens einem Risikofaktor für einen schweren Verlauf verringerte die Infusion des monoklonalen Antikörpers Sotrovimab (500 mg) das relative Risiko für eine Krankheitsprogression um 85 Prozent verglichen mit Placebo. Progression war in dieser Studie definiert als Hospitalisierung länger als 24 Stunden oder Tod in Folge von COVID-19. Diese hatten drei Patienten in der Sotrovimab-Gruppe (entspricht einem Prozent) und 21 Patienten in der Placebo-Gruppe (sieben Prozent) (New Engl J Med 2021; online 27. Oktober).

Update vom 26. Oktober

Positive Phase-II/III-Zwischenergebnisse zu Spikevax® bei Kindern hat der Hersteller Moderna mitgeteilt. Demnach ist die mRNA-Vakzine von den Sechs- bis Elfjährigen gut vertragen worden und habe die Bildung einer robusten Zahl an Antikörpern induziert. In der noch nicht veröffentlichten Studie mit 4753 Kindern waren zwei Dosen (je 50 μg) der Vakzine im Abstand von vier Wochen verimpft worden. Das geometrische Mittel, mit dem der Titer der SARS-CoV-2-neutralisierenden Antikörper bei Kindern und jungen Erwachsenen miteinander verglichen wurde, habe bei Kindern das Anderthalbfache betragen, heißt es in der Mitteilung. Bei 99,3 Prozent der Kinder habe es eine Immunantwort mit Antikörperbildung gegeben, damit seien die primären Endpunkte der Studie erreicht worden. Die Daten sollen demnächst den Zulassungsbehörden FDA und EMA vorgelegt werden (Mitteilung des Unternehmens Moderna, veröffentlicht am 25. Oktober).

Die US-Zulassungsbehörde FDA berät zur Impfung mit Comirnaty® bei Kindern: Am Dienstag (26. Oktober) wird in den USA ein Fachgremium der dortigen Arzneimittelbehörde FDA darüber beraten, ob die Vakzine Comirnaty® von BioNTech/Pfizer in einer abgeschwächten Form für Fünf- bis Elfjährige in den USA eine Notfallzulassung erhält. Das Gremium berät Medienberichten zufolge ab Nachmittag deutscher Zeit. Das Votum des Gremiums ist für die FDA nicht bindend, die Behörde folgt dem Gremium aber in der Regel. Anschließend muss sich auch noch die Gesundheitsbehörde CDC damit befassen. Die Indikationserweiterung für Kinder war von den Unternehmen BioNTech und Pfizer vor einigen Tagen beantragt worden, nachdem eine Studie mit über 2000 Kindern positive Daten ergeben hatte. Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA sind diese Daten bereits eingereicht, wann die EMA dazu berät ist aber noch unklar.

Update vom 25. Oktober

Kognitive Beeinträchtigungen als Folge von COVID scheinen häufiger bei stationär behandelten Patientinnen und Patienten aufzutreten als bei ambulant behandelten, und zwar oft noch Monate nach akuter Erkrankung. Das berichtet ein Team aus New York, das Daten von 740 Betroffenen ausgewertet hat, deren Erkrankung median acht Monate zurücklag. Am häufigsten sprachen die Patientinnen und Patienten über Probleme, sich etwas zu merken oder sich zu erinnern – das betraf etwa jeden fünften Betroffenen. Weitere Ergebnisse: Das relative Risiko, eine kognitive Langzeitfolge nach COVID davonzutragen, betrug für hospitalisierte Kranke im Vergleich zu ambulant versorgten 3,0 für Wortfindungs- und 2,8 für Aufmerksamkeitsstörungen, 2,3 bei Gedächtnisstörungen und 1,8 in Bezug auf Beeinträchtigungen von planendem und ausführendem Denken (JAMA Netw Open 2021; online 22. Oktober).

Update vom 22. Oktober

Eine Auffrischungsimpfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff erhöht den Impfschutz gegen COVID-19, der nach der zweiten Dosis erreicht wurde und im Laufe der Zeit abnimmt, deutlich. In einer Phase-III-Studie mit mehr als 10.000 Personen ab 16 Jahren stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach der Booster-Impfung eine relative Impfstoffwirksamkeit von 95,6 Prozent fest, verglichen mit den Teilnehmern, die keine Auffrischungsimpfung erhalten hatten. Das melden die beiden Unternehmen. Die Studienteilnehmenden wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder eine 30 μg-Auffrischungsimpfung (gleiche Dosis wie in der primären Impfserie) oder Placebo. Der mediane Zeitraum zwischen der zweiten Dosis und der Booster-Impfung oder Placebo-Impfung betrug etwa elf Monate. Das Auftreten von symptomatischer COVID-19 wurde mindestens sieben Tage nach Auffrischungsimpfung oder Placebo-Gabe untersucht, mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,5 Monaten. Während des Studienzeitraums wurden in der Gruppe mit Auffrischungsimpfung 5 COVID-19-Fälle registriert, in der Gruppe ohne Auffrischungsimpfung 109 Fälle (Mitteilung der Unternehmen Pfizer und BioNTech, veröffentlicht am 21. Oktober).

Eine COVID-19-Impfung schützt Jugendliche und Erwachsene auch vor der Delta-Variante. So senkt die BioNTech/Pfizer-Vakzine das Risiko einer Infektion mit Delta-Variante bei Jugendlichen um 90 Prozent. Zudem schützt sie zu 93 Prozent vor einer symptomatischen Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern und Forscherinnen aus Boston und Tel Aviv. Sie hatten Daten von 94.354 zweifach geimpften Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren mit der gleichen Zahl von ungeimpften Jugendlichen verglichen (NEJM 2021; online 20. Oktober). In einer weiteren Studie wurde während der aktuellen Delta-Welle auch bei Erwachsenen ein effektiver Schutz vor schwerer Erkrankung und Tod nachgewiesen. In der Studie wurden unter 1.563.818 Einwohnern in Schottland zwischen April und September 2021 insgesamt 114.706 Infektionen mittels PCR-Test festgestellt, 201 Personen starben an COVID-19. Forscherinnen und Forscher der Universität Edinburgh ermittelten für die Gruppe der 60-Jährigen und älter eine Schutzwirkung vor Tod von 87 Prozent für Comirnaty® und von 90 Prozent für Vaxzevria®. In der Altersgruppe 40 bis 59 Jahren lag die Schutzwirkung vor tödlicher Erkrankung für Comirnaty® bei 95 Prozent und für Vaxzevria® bei 88 Prozent. Unter den 16- bis 39-Jährigen hatte es unter den Geimpften keinen Todesfall gegeben, bei den Ungeimpften 17 Todesfälle (NEJM 2021; online 20. Oktober).

Colchicin zeigt in bisher verfügbaren Studien keine Vorteile bei der Behandlung von hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit COVID-19. Das bestätigt ein aktueller Cochrane Review. Colchicin wurde anfangs ja als Behandlungsoption für COVID-19 diskutiert, in der Hoffnung, dass dessen entzündungshemmende Eigenschaften die oft überschießende Immunreaktion bei COVID-19-Patienten dämpfen könnten. In der systematischen Übersichtsarbeit, in der drei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) analysiert wurden, kommen die Cochrane-Autorinnen und -Autoren nun zu dem Ergebnis, dass Colchicin bei hospitalisierten Menschen mit moderater bis schwerer Erkrankung „wahrscheinlich keinen oder lediglich einen sehr geringen Nutzen“ im Bezug auf klinische Besserung der Symptome oder Mortalität bis Tag 28 hat. Allerdings, so ihre Einschränkung, könnte Evidenz aus derzeit noch laufenden beziehungsweise unveröffentlichten Studien dieses Ergebnis noch verändern. Etwas anders sieht es bei ambulant behandelten Patienten mit asymptomatischer oder leichter Erkrankung aus: Hier verweist der Review auf Daten aus einer RCT, die darauf hindeuten, dass Colchicin das kombinierte Risiko einer Krankenhauseinweisung oder Tod innerhalb von 28 Tagen sowie von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen „leicht reduzieren könnte“. Betrachtet man das Sterberisiko isoliert, lassen sich jedoch keine Aussagen machen (Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, online 18. Oktober).

Update vom 21. Oktober

Zu einem Totimpfstoff gegen COVID-19 liegen jetzt positive Ergebnisse einer Phase-III-Studie vor. Das meldet der französische Hersteller Valneva. Demnach ist die Vakzine mit dem Namen VLA2001 der erste in Europa entwickelte und getestete inaktivierte Corona-Impfstoff. Statt Vektorviren oder mRNA verwendet das Unternehmen inaktivierte SARS-CoV-2-Viruspartikel. Der Impfstoff wurde in der Studie (n=4012) mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria®) verglichen, und zwar hinsichtlich der zellulären Immunantwort. Der primäre Endpunkt war die Immunogenität, gemessen als geometrischer Mittelwert des Titers (GMT) von SARS-CoV-2-spezifischen neutralisierenden Antikörpern, der zweite Endpunkt war die Verträglichkeit. Die Teilnehmer erhielten entweder zwei Dosen VLA2001 oder Vaxzevria® im Abstand von vier Wochen. Zwei Wochen nach der zweiten Dosis von VLA2001 betrug der GMT 803,5 im Vergleich zu 576,6 nach der Gabe von Vaxzevria®. Damit schnitt der Totimpfstoff besser ab als der Vektorimpfstoff. Die Serokonversionsrate erreichte in beiden Gruppen über 95 Prozent. Reaktionen an der Injektionsstelle (73,2 versus 91,1 Prozent) und systemische Reaktionen (70,2 versus 91,1 Prozent) traten mit VLA2001 seltener auf als mit Vaxzevria®. Ein Antrag auf Zulassung in der EU werde derzeit vorbereitet (Mitteilung des Unternehmens Valneva, veröffentlicht am 18. Oktober).

Die Einnahme von Statinen ist bei älteren Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion während eines Krankenhausaufenthalts mit einer verringerten 28-Tage-Sterblichkeit verbunden. Das legt jetzt zumindest eine US-amerikanische Kohortenstudie mit 1179 Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion nahe. Wie die Forscher aus Boston und Ann Arbor festgestellt haben, bestand diese Assoziation sowohl bei Patienten, die vor dem Krankenhausaufenthalt bereits Statine eingenommen hatten, als auch bei solchen, die vorher noch keine eingenommen hatten (Hazard Ratio 0,270 beziehungsweise 0,493). Dies galt für Patienten über 65 Jahre, jedoch nicht bei Patienten ≤ 65 Jahre (J Inf Dis 2021, online 19. Oktober).

Update vom 19. Oktober

Kinder spielen bei der SARS-CoV-2-Übertragung möglicherweise eine größere Rolle als bisher angenommen. Darauf lassen die Ergebnisse einer belgischen Kohorten-Studie schließen. Forscherinnen und Forscher um Dr. Christelle Meuris von der Universitätsklinik in Lüttich, Belgien, haben insgesamt 181 Personen, und zwar 63 Kinder einer Grundschule sowie 118 Erwachsene (Eltern und Lehrer dieser Schule) untersucht. Alle Studienteilnehmer wurden zwischen September 2020 und Dezember 2020 einmal pro Woche über 15 Wochen mit einem PCR-Test auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hin untersucht. Außerdem wurden per Fragebogen Art und Dauer der Symptome im Falle einer Infektion ermittelt. Ergebnis: Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Rate der SARS-CoV-2-positiv getesteten Kinder und der Rate der positiv getesteten Erwachsenen: 13 Kinder (20,6 Prozent) und 32 Erwachsene (27,1 Prozent). Betroffene Kinder waren jedoch deutlich häufiger asymptomatisch als Erwachsene (46 Prozent versus 13 Prozent). Außerdem ergab die Rekonstruktion des Ausbruchs, dass die meisten SARS-CoV-2-Übertragungen von der Schule aus erfolgt waren, also durch Schüler oder Lehrer. Die Ergebnisse legen nahe, dass Kinder eine größere Rolle bei der SARS-CoV-2-Übertragung spielen als bisher angenommen, resümieren die Studienautoren (JAMA Netw Open 2021; online 12. Oktober).

Pandemie und Tabak: Der Pro-Kopf-Verkauf an Zigaretten war in den USA während der Pandemie wohl um gut 12 Prozent höher als der Verkauf, der aufgrund der Entwicklungen in den vorangegangenen Jahren ohne die Pandemie zu erwarten gewesen wäre. Das hat eine Modellrechnung von Forscherinnen und Forschern der American Cancer Society ergeben. Sie haben auf der Basis von Daten des Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau im US-amerikanischen Finanzministerium aus den vergangenen Jahren den zu erwartenden Pro-Kopf-Verkauf von Zigaretten im Zeitraum während der Corona-Pandemie geschätzt. Dann haben sie den während der Pandemie zwischen März 2020 und Juni 2021 tatsächlich erfolgten Zigaretten-Verkauf beobachtet und mit den ohne Pandemie zu erwartenden Verkaufszahlen über denselben Zeitraum verglichen. Ergebnis: Der beobachtete Zigaretten-Verkauf übertraf nach dem Beginn der Pandemie zu allen Zeiten die zu erwartenden Verkaufszahlen. Der monatliche Anstieg des Pro-Kopf-Verkaufs betrug nach den Berechnungen der US-Forscher durchschnittlich 14,1 Prozent (0,34 Packungen pro Kopf) (Ann Intern Med; online 19. Oktober).

Update vom 18. Oktober

Die in Europa zugelassenen COVID-Vakzinen schützen weiterhin sehr gut vor schweren Verläufen, auch bei einer Infektion mit der Delta-Variante. Das teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des RKI haben 17 Studien ausgewertet, die sich mit der Delta-Variante von SARS-CoV-2 beschäftigt haben. Sie bewerten auf Basis der gegenwärtigen Evidenz die gepoolte Vakzin-Effektivität (VE), also die Schutzwirkung der Impfstoffe, wie folgt: 67 Prozent VE gegen eine Infektion mit der Deltavariante von SARS-CoV-2 über alle Altersgruppen hinweg, 63 Prozent VE gegen eine asymptomatische Infektion, 76 Prozent VE gegen eine symptomatische Infektion und 91 Prozent VE gegen schwere Erkrankung und Hospitalisierung. Den RKI-Wissenschaftlern zufolge bedeutet das einen moderaten bis hohen Schutz vor einer Infektion mit der Delta-Variante und einen weiterhin hohen Schutz vor einem schweren COVID-Verlauf (Euro Surveill 2021; online 14. Oktober).

Update vom 15. Oktober

Eine Studie bestätigt: Hohe Viruslasten sind auch bei Kindern und Jugendlichen möglich. Bei 110 SARS-CoV-2-infizierten Kindern und Jugendlichen aus den USA im Alter von zwei Wochen bis 21 Jahren haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Boston die Atemwegssekrete per Abstrich analysiert. Ergebnis: Auch bei Kindern und Jugendlichen sind hohe Mengen von replizierenden, kontagiösen SARS-CoV-2 möglich, bestätigt das Team. Die Virenmenge ist dabei unabhängig vom Alter der Kinder, ob die Infektion symptomatisch oder asymptomatisch verläuft oder ob die Kinder schwer erkranken. Außerdem wurden neue Virusvarianten entdeckt. Damit sind die Möglichkeiten für eine Virus-Transmission an Erwachsene und die Entwicklung von neuen Virusvarianten gegeben. Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge unterstreicht das die Bedeutung von Schutzmaßnahmen und Impfungen bei Kindern und Jugendlichen (J Infect Dis 2021; online 14. Oktober).

Update vom 14. Oktober

Mehr als die Hälfte der COVID-Patienten weltweit leidet postakut an mindestens einem Long-COVID-Symptom. Das ist das Ergebnis einer Metaanalyse von 57 Studien mit insgesamt 250.351 COVID-Kranken. 79 Prozent von ihnen waren mit akuter COVID-19 hospitalisiert worden. Ergebnisse: Ein Monat nach Diagnose berichteten 54 Prozent der Betroffenen über mindestens ein postakutes Folgesymptom, nach zwei bis fünf Monaten waren es 55 Prozent, nach sechs oder mehr Monaten 54 Prozent. Die am häufigsten genannten Symptome waren Beschwerden der Atemwege, neurologische Störungen, Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit, Bewegungseinschränkungen, Fatigue und Muskelschwäche. Das Team betont, dass diese Folgeschäden von Ärztinnen und Ärzten beobachtet werden müssen und diese schlimmstenfalls vor allem in ärmeren Ländern das Gesundheitssystem überwältigen könnten. Die S1-Leitlinie „Post-/Long-COVID“ der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vom Juli 2021 geht übrigens davon aus, dass 15 Prozent aller COVID-Kranken von Long-COVID-Symptomen betroffen sind (JAMA Netw Open 2021; online 13. Oktober).

Update vom 13. Oktober

Menschen mit ST-Hebungsinfarkt, die im Lockdown behandelt wurden, hatten ausgedehntere Myokardschäden als Patienten davor oder danach. Das ist das Ergebnis einer prospektiven Studie der Universität Innsbruck mit 149 Patientinnen und Patienten. Die 48 Betroffenen, die während eines Lockdowns behandelt worden waren, hatten im Vergleich zu den übrigen deutlich längere Ischämiezeiten (263 versus 188 Minuten), die auf längere Intervalle zwischen Symptombeginn und Eintreffen im Krankenhaus zurückgingen, eine größere Infarktausdehnung (22 versus 14 Prozent der linksventrikulären Myokardmasse), eine höhere Frequenz und ein höheres Ausmaß von mikrovaskulären Obstruktionen, mehr intramyokardiale Einblutungen (56 versus 34 Prozent der Betroffenen) und eine stärker reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion (46 versus 50 Prozent). Bei diesen Patientinnen und Patienten ist dem Team zufolge außerdem eine höhere Mortalität und eine schlechtere Prognose zu erwarten, es rechnet mit Langzeitfolgen. Ursächlich war vermutlich die Angst vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 im Krankenhaus, so die Vermutung der Autorinnen und Autoren (Eur Heart J 2021; online 11. Oktober).

Update vom 12. Oktober

Die i. m. verabreichte Antikörperkombination „AZD7442“ hat in Phase-III-Studien offenbar positive Ergebnisse erzielt. Angaben vom Hersteller AstraZeneca zufolge reduziert die Kombination der zwei Antikörper Tixagevimab (AZD8895) und Cilgavimab (AZD1061) bei mild bis moderat Erkrankten im Vergleich zu Placebo das Risiko für schwere COVID oder Tod um 50 Prozent, wenn es innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Symptome verabreicht wird. Wird die Kombination in den ersten fünf Tagen nach Symptombeginn verabreicht, reduziert sich das Risiko für schwere COVID oder Tod sogar um 67 Prozent, so der Hersteller. 90 Prozent der rund 800 Teilnehmer hatten ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf. Die beiden Antikörper wurden auf Basis von gespendeten B-Zellen von Rekonvaleszenten generiert und chemisch so verändert, dass sie eine um das Dreifache verlängerte Halbwertszeit haben. Mit einer einmaligen Gabe bestehe eine Schutzwirkung vor COVID über wenigstens neun bis zu zwölf Monate hinweg, heißt es in der Mitteilung (Mitteilung von AstraZeneca; veröffentlicht am 11. Oktober).

Menschen, die sich nicht gegen COVID impfen lassen können, profitieren deutlich, wenn ihre Haushaltsangehörigen immun sind. Das hat eine schwedische Studie ergeben, die das Infektionsrisiko von nicht-immunen Personen in Relation zur Zahl ihrer Haushaltsangehörigen gesetzt hat, die vollständig geimpft oder genesen sind. Teil nahmen 1,7 Millionen Personen aus 800.000 Familien, die aus zwei bis fünf Mitgliedern bestanden, wobei je ein Mitglied nicht-immun war. Ergebnis: Insgesamt infizierten sich im Studienzeitraum 5,7 Prozent der nicht-immunen Personen. Je nachdem, wie viele Angehörige immun waren, war das Risiko um 45 Prozent (bei einem immunen Familienmitglied) bis 97 Prozent (bei vier immunen Haushaltsmitgliedern) reduziert (JAMA Intern Med 2021; online 11. Oktober).

Update vom 11. Oktober

Was genau steckt hinter „Long-COVID“? Ärzte aus Ulm haben bei Betroffenen systematisch nach Organschäden gefahndet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass nur bei geschätzt 15 Prozent der Long-COVID-Patienten kardiale oder pulmonale Veränderungen zumindest potenziell auf die initiale COVID-19-Erkrankung zurückzuführen sind. Es sei somit eine Diskrepanz zwischen der Symptomatik und dem tatsächlichen Vorkommen von Organschäden feststellbar, schreibt das Team in der Studie, die bei den DGK-Herztagen vorgestellt wurde. Über die tatsächlichen Ursachen kann das Team von der Spezialambulanz für COVID-Spätfolgen an der Uniklinik Ulm nur mutmaßen: Erstautor Dr. Johannes Kersten berichtet, es kämen etwa Patienten in die Ambulanz, die depressive Erkrankungen in der Vorgeschichte hätten und deren Symptomatik sich durch Quarantäne oder Lockdown aggraviert hätte. Eine Rolle könnte auch ein andauernder Bewegungsmangel spielen. Insgesamt hatte das Ulmer Team 231 Long-COVID-Betroffene untersucht. Im Schnitt waren vier Monate zwischen der Infektion und der Long-COVID-Abklärung vergangen. Das mittlere Alter der Patienten betrug 47,8 Jahre (J Clin Med 2021; online 24. August).

Update vom 8. Oktober

COVID-19-Kranke können telemedizinisch betreut werden – von Beginn der häuslichen Isolation bis zur Genesung oder, bei Komplikationen, bis zur Einweisung in die Klinik. Das hat ein Team der Technischen Universität München (TUM) nun in einer Studie an 153 Patienten mit mindestens einem Risikofaktor für einen schweren Verlauf belegt. Ein Ohrsensor erfasste in der Studie alle 15 Minuten Temperatur, Herzschlag, Atmung und Sauerstoffsättigung und übermittelte diese an das Telemedizinische Zentrum des Klinikums rechts der Isar, berichtet die TUM. Dort beobachtete das Team permanent alle eingehenden Werte. Zusätzlich wurde jeder Teilnehmer mindestens einmal am Tag angerufen und nach seinem Befinden befragt. Bemerkte das Team eine Verschlechterung der Werte, rief es den Patienten an. Ein Arzt traf dann die Entscheidung, ob eine Einweisung in eine Klinik nötig war oder nicht. Ungefähr jeder achte Teilnehmer musste im Verlauf der Studie eingewiesen werden. „Interessanterweise gab die Mehrzahl dieser Patienten später an, dass sie selber zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gemerkt hatten, wie schlecht es ihnen ging“, berichtet die TUM. Die Studie zeige, dass COVID-Risikopatienten effektiv telemedizinisch überwacht werden können. Damit könnten bei zukünftigen Infektionswellen Ressourcen eingespart werden (PLOS One 2021; online 24. September).

Update vom 7. Oktober

„COVID-Zehen“ mit den Frostbeulen-ähnlichen Hautveränderungen sind offenbar Ursache einer fehlgeleiteten Immunreaktion auf SARS-CoV-2. Das berichtet ein Team vom Hôpital Saint-Louis in Paris. Den Ergebnissen ihrer Studie zufolge stehen dabei zwei Bestandteile des Immunsystems im Mittelpunkt: Interferon-1, das bei Betroffenen vermehrt gebildet wird, und IgA-Autoantikörper. Auch Veränderungen im Endothel scheinen bei der klinischen Manifestation eine Rolle zu spielen. An der Studie nahmen 50 Personen mit COVID-Zehen teil sowie 13 Kontrollpersonen mit ähnlichen Hautveränderungen, die allerdings vor der Corona-Pandemie aufgetreten waren. Dr. Veronique Bataille, Sprecherin der British Skin Foundation, sagte der BBC, Covid-Zehen seien in der frühen Phase der Pandemie häufig beobachtet worden. In der aktuellen Welle, bei der die Delta-Variante vorherrsche, seien sie jedoch seltener berichtet worden (British J Derm 2021; online 5. Oktober).

Update vom 6. Oktober

Menschen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sind nach einer Impfung mit mRNA-Vakzinen wohl besser geschützt als vollständig Geimpfte, die sich zuvor nicht mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Immunantwort fällt bei Rekonvaleszenten deutlich stärker aus, da sie bereits vor der Impfung Gedächtnis-B-Zellen gebildet haben, die zudem Antikörper bilden, die spezifischer und damit „fester“ an das Spike-Protein von SARS-CoV-2 binden können. Das hat eine Studie der University of Minnesota Medical School ergeben, die die Immunantwort von Geimpften mit und ohne vorherige Corona-Infektion miteinander verglichen hat. Das Team betont aber, dass die mRNA-Impfstoffe auch bei zuvor Nicht-Infizierten eine sehr gute Immunantwort induzieren (Cell Reports 2021; online 25. September).

Rekonvaleszentenplasma hat bei schwerkranken COVID-Patienten keinen positiven Effekt. Das hat die REMAP-CAP-Studie jetzt bestätigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen keinen signifikanten Unterschied bei Todesrate und Tagen ohne organunterstützende Therapie zwischen COVID-Kranken mit und ohne Plasmatherapie fest: Die Mortalität während des Klinikaufenthalts lag bei den mit Rekonvaleszentenplasma behandelten, intensivpflichtigen COVID-Kranken bei 37,3 Prozent (401/1075) und bei den nicht mit Rekonvaleszentenplasma Behandelten bei 38,4 (347/904). Die Tage, an denen die Betroffenen keine organunterstützende Therapie benötigten, lag in beiden Gruppen bei 14 Tagen. Nach zwei negativen Studien (auch die RECOVERY-Studie war zu ähnlichen Ergebnissen gekommen) dürfte die Plasmatherapie damit keinen Stellenwert in der Therapie bei schwerer COVID haben (JAMA Network 2021; online 4. Oktober).

Update vom 5. Oktober

Eine Grundimmunisierung mit Comirnaty® schützt mindestens über sechs Monate hocheffektiv vor Hospitalisierung aufgrund jeglicher SARS-CoV-2-Variante. Der Schutz vor Infektion nimmt allerdings ab – von 88 Prozent im ersten Monat nach Grundimmunisierung auf 47 Prozent nach fünf Monaten. Dies gilt auch für die Delta-Variante (die ja auch in Deutschland die dominierende Virusvariante ist), hier lag der Schutz vor Infektion einen Monat nach Grundimmunisierung bei 93 Prozent und nahm bis zum fünften Monat nach Grundimmunisierung auf 67 Prozent ab. Für die Studie wurden fast fünf Millionen vollständige geimpfte Personen über acht Monate (von Dezember 2020 bis August 2021) nachverfolgt (Lancet 2021; online 4. Oktober).

Das Risiko einer Myokarditis ist für junge Männer vor allem nach der zweiten Impfung mit einer mRNA-Vakzine erhöht, insgesamt handelt es sich aber um ein sehr seltenes Ereignis. Ein Team um Dr. Anthony Simone hat Daten von 2,4 Millionen Versicherten der Kaiser Permanente Southern California (KPSC) analysiert, die mindestens eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs erhalten hatten, und zwar je zur Hälfte Comirnaty® oder Spikevax®. 46 Prozent der Studienteilnehmenden waren Männer, wobei 36 Prozent jünger als 40 Jahre alt waren. Insgesamt traten 15 Fälle von Myokarditis innerhalb von 10 Tagen nach Immunisierung auf, 2 nach der ersten und 13 nach der zweiten mRNA-Impfung. Alle Fälle betrafen Männer, das mittlere Alter lag bei 25 Jahren. Nach der ersten Impfdosis lag das Risiko bei Männern für eine Myokarditis somit bei 0,8 pro 1 Million Dosen, nach der zweiten bei 5,8 pro 1 Million Dosen. Bei allen Männern besserten sich die Symptome, keiner musste intensivmedizinisch betreut werden. Grundsätzlich handle es sich um ein sehr seltenes Ereignis nach der Impfung, betont das Team. Auch das Paul-Ehrlich-Institut bewertet unter Berücksichtigung der Seltenheit der Fälle und dem meist milden Verlauf das Nutzen-Risiko-Verhältnis der mRNA-Impfstoffe positiv (JAMA Intern Med 2021; online 4.Oktober).

Update vom 4. Oktober

Nach der dritten COVID-Impfung treten unerwünschte Wirkungen offenbar nicht häufiger auf als nach der zweiten. Darauf deuten Daten der „v-Safe“-App, in der Geimpfte in den USA unerwünschte Wirkungen nach einer COVID-Impfung dokumentieren können. Die US-Seuchenbehörde CDC hat Daten von rund 12.000 Menschen, die eine dritte Corona-Impfung erhalten haben, nun ausgewertet. Ergebnis: Nach der dritten Impfung berichteten 79,4 Prozent von lokalen unerwünschten Wirkungen und 74,1 Prozent von systemischen unerwünschten Reaktionen (hier wurden am häufigsten Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen genannt). Nach der zweiten Impfung hatte ein vergleichbar hoher Anteil der Impflinge über derartige Nebenwirkungen berichtet (77,6 beziehungsweise 76,5 Prozent). Die meisten Personen (97,6 Prozent) hatten eine dritte Dosis mit derselben mRNA-Vakzine erhalten, mit der auch die Grundimmunisierung durchgeführt worden war. Die dritte Dosis war im Mittel 182 Tage nach der zweiten Dosis verabreicht worden (MMWR 2021; online 1. Oktober).

Update vom 1. Oktober

Forschungsergebnisse zu Thrombosen nach Impfung publiziert: Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat den Mechanismus hinter den teilweise schweren Komplikationen mit Sinusvenenthrombosen nach COVID-19-Impfung mit der Vakzine Vaxzevria® von AstraZeneca aufgeklärt. Bereits im April waren erste Preprint-Ergebnisse dazu veröffentlicht worden. Nun haben Seniorautor Professor Thomas Renné vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Erstautor Professor Andreas Greinacher von der Universität Greifswald ihre Studienergebnisse vollständig publiziert. Demnach ist für die Häufung von Sinusvenenthrombosen nach der Impfung mit Vaxzevria® eine ungünstiges Zusammenspiel verantwortlich: Durch eine Interaktion mit dem Impfstoff wird ein verändertes Protein von körpereigenen Thrombozyten (dem Plättchenfaktor 4) von den Antikörper-bildenden Zellen des Immunsystems erkannt. In der Folge kommt es zu Entzündungsreaktionen (die sich auch in Impfreaktionen in den ersten Tagen nach der Injektion niederschlagen) sowie der Produktion von Antikörpern, die in manchen Fällen den Plättchenfaktor 4 auf Thrombozyten erkennen und die Bildung von Thrombosen anstoßen. „Unsere Ergebnisse können jetzt dafür genutzt werden, den Impfstoff weiter zu verbessern und noch sicherer zu machen“, wird Renné in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Studie zitiert. Außerdem sei es nun möglich, Patienten mit dieser Komplikation Immunglobuline zu verabreichen, die die Thrombose-Bildung verhindern und das Mortalitätsrisiko infolge dieser Komplikation um 90 Prozent senken (Blood 2021; online 29. September).

Update vom 30. September

Phase-III-Ergebnisse für REGN-COV2®: Die Antikörper-Kombination Casirivimab/Imdevimab reduziert offenbar bei ambulanten, mit SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten mit Risikofaktoren für schwere COVID-19 (etwa Übergewicht, kardiovaskuläre Erkrankungen und Alter über 50 Jahre) die Wahrscheinlichkeit für Hospitalisierung und Tod. Das ist das Ergebnis einer vom Hersteller Regeneron finanzierten Phase-III-Studie mit 2696 ambulanten, infizierten Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf. Hospitalisierung oder Tod traten in der Verumgruppe, die den Antikörper-Cocktail REGN-COV2® in einer Dosis von 2,4 g i.v. erhielt, bei 18 von 1355 Patienten (1,3 Prozent) und in der Placebogruppe bei 62 von 1341 Patienten (4,6 Prozent) auf. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von 73,1 Prozent. Weitere Ergebnisse: Im Median sistierten die Symptome vier Tage früher mit Verum (10 versus 14 Tage), außerdem reduzierte sich die Viruslast der Patienten früher. Vergangene Woche hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Antikörper-Kombination präventiv für infizierte Risikopatienten empfohlen, um einer schweren COVID-19 vorzubeugen (New Engl J Med 2021; online 29. September).

Update vom 29. September

Fast jeder zweite mit COVID-19 Hospitalisierte in China gibt noch ein Jahr später mindestens ein Symptom an. Das ist das Ergebnis einer retrospektiven Kohortenstudie an zwei chinesischen Krankenhäusern in Wuhan mit 2433 konsekutiven Patienten, die wegen COVID-19 hospitalisiert und zwischen Februar und April 2020 wieder entlassen worden waren. Die Patienten sind median 60 Jahre alt und wurden im März 2021 zu ihrem aktuellen Zustand befragt. Ergebnis: 45 Prozent gaben an, immer noch mindestens ein Symptom zu haben, am häufigsten genannt wurden Fatigue, Schweißausbrüche, Engegefühl in der Brust, Angstzustände oder Myalgie (JAMA Netw Open 2021; online 29. September).

Update vom 28. September

Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Schülern und deren Familien sind selten und produzieren wenige Sekundärfälle. Das ist das Ergebnis einer Berliner Studie mit 338 Schülern, 140 Lehrern und 611 Haushaltsmitgliedern, die zwischen Juni 2020 und März 2021 auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Dabei gab es bei 24 untersuchten Schulklassen insgesamt 32 Infektionsfälle (elf Schüler, drei Lehrer, 18 Haushaltsmitglieder, entspricht 2,9 Prozent). Weitere Ergebnisse: 40 Prozent der Kinder gaben an, moderate bis große Angst vor einer Infektion zu haben, 44 Prozent hatten eine niedrige Gesundheits-bezogene Lebensqualität (HRQOL-Test), 78 Prozent gaben an, ihre Freunde nur noch selten oder gar nicht mehr zu besuchen, 56 Prozent gaben an, gar nicht mehr oder nur noch selten Sport zu betreiben, 54 Prozent beziehungsweise 86 Prozent gaben an, häufig Computerspiele zu spielen beziehungsweise fern zu sehen. Die Autoren betonen, erneute Schulschließungen dürften nur ultima ratio sein (JAMA Netw Open 2021; online 28. September).

Update vom 24. September

Neue Studienergebnisse zu Remdesivir: Phase-III-Daten zufolge reduziert das Virostatikum bei nicht-hospitalisierten Hochrisikopatienten, die Remdesivir i.v. an drei aufeinanderfolgenden Tagen erhalten haben, das Risiko für COVID-19 bedingte Hospitalisierung um 87 Prozent. Das berichtet der Hersteller Gilead. Den Angaben zufolge mussten lediglich 0,7 Prozent der mit Remdesivir behandelten Patienten (2 von 279) hospitalisiert werden, in der Placebo-Gruppe waren es 5,3 Prozent (15 von 283). Todesfälle traten in keiner der beiden Gruppen auf. Auch hinsichtlich des Sicherheitsprofils gab es keine Unterschiede zwischen Placebo- und Verum-Gruppe. Die Ergebnisse sollen in der kommenden Woche bei der virtuellen Konferenz „IDWeek 2021“ vorgestellt werden (Mitteilung von Gilead; online 22. September).

Update vom 23. September

Der deutsche Beitrag zur klinischen Forschung bei COVID-19 war bescheiden. Zu diesem Fazit kommt eine Studie von schweizer und deutschen Forschenden. Sie haben Studienleiter und -leiterinnen der insgesamt 65 in Registern identifizierten COVID-Studien per E-Mail um Informationen zum aktuellen Stand gebeten. Insgesamt wurden 27 Studien vollständig und 38 teilweise durchgeführt – erst 14 waren bis Anfang April 2021 abgeschlossen (21,5 Prozent). Von den durchschnittlich pro Studie geplanten Probanden wurden am Ende nur 13,4 Prozent rekrutiert (15 anstatt 106 pro Studie). Die auf einem Preprint-Server publizierte Studie wurde allerdings bisher nicht unabhängig begutachtet (F1000Research 2021, online 10. September).

Während der Pandemie hat es in den USA offenbar deutlich mehr Drogentote gegeben als davor, berichten Forscherinnen und Forscher der Brown University School of Public Health in Providence im US-Staat Rhode Island. Ausgewertet wurden Registerdaten von 470 an Überdosis Gestorbenen in dem Staat mit knapp 1,1 Millionen Einwohnern. Verglichen wurden die Zeiträume von Januar bis August, und zwar von 2019 oder 2020. Die Rate der Todesfälle stieg dabei von 29 Fällen pro 100.000 Personenjahre im Jahr 2019 auf 37 pro 100.000 im Jahr 2020. Ein Anstieg um relative 28 Prozent. Assoziiert mit den Todesfällen waren Isolation, psychische Stressoren, wirtschaftliche Probleme und Versorgung mit tödlichen Drogen. Opfer waren vor allem Männer und Singles. Über die Hälfte der Opfer 2020 hatten psychiatrische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen (JAMA Network Open. 2021; online 17. September).

Update vom 22. September

Frauen und generell Menschen mit Allergie in der Anamnese haben wohl ein höheres Risiko für allergische Reaktionen auf mRNA-Impfstoffe. Das hat eine US-Studie ergeben. Die Forscherinnen und Forscher haben im Rahmen einer Fall-Serie 22 Patienten, darunter 20 Frauen, mit Verdacht auf allergische Reaktionen nach Impfung mit einer mRNA-Vakzine untersucht. 15 Betroffene (68 Prozent) hatten allergische Reaktionen in der Anamnese. Bei allen Patientinnen und Patienten wurde ein Prick-Test und ein Basophilenaktivierungstest (BAT) mit ganzen mRNA-Vakzinen sowie einzelnen Komponenten, etwa Polyethylenglycol (PEG) und Polysorbat 80 gemacht. Keiner von ihnen entwickelte beim Prick-Test eine Immunglobulin E (IgE) vermittelte allergische Reaktion auf Impfstoffbestandteile. Die meisten Betroffenen reagierten jedoch im BAT positiv auf PEG, und alle hatten einen positiven BAT bezüglich der mRNA-Impfstoffe. Bei keinem Patienten und keiner Patientin war PEG IgE nachweisbar. Frauen und Menschen mit allergischen Reaktionen in der Anamnese haben offenbar ein höheres Risiko für allergische Reaktionen auf mRNA-Impfstoffe, resümieren die Autoren. Ursache dafür seien anscheinend meist nicht IgE-vermittelte allergische Reaktionen auf PEG (JAMA Network Open 2021; online 17. September).

Update vom 21. September

Während der Pandemie hat die Zahl kurzsichtiger Kinder deutlich zugenommen. Das hat eine chinesische Kohorten-Studie ergeben. Forscher und Forscherinnen haben Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren aus der Hong Kong Children Eye Study untersucht. Sie verglichen Daten aus zwei Kohorten, und zwar von 1084 Kindern, die vor der COVID-19-Pandemie bis zu drei Jahre lang nachverfolgt wurden und einer Kohorte von 709 Kindern, die bis zu acht Monate nach Beginn der Pandemie nachverfolgt wurden. Es fanden in dieser Zeit Augenuntersuchungen und Befragungen statt. Die Ergebnisse: Die Zeit, die Kinder draußen im Freien verbrachten, verringerte sich in der Pandemie-Kohorte von etwa 1,5 Stunden täglich zu Beginn der Studie auf 25 Minuten acht Monate später. Die Zeit, die Kinder am Bildschirm verbrachten, hatte sich mehr als verdoppelt, von etwa 2,5 Stunden täglich auf beinahe sieben Stunden. Und: Die geschätzte 1-Jahres-Inzidenz für Myopie stieg von etwa 16 Prozent vor der Pandemie auf etwa 27 Prozent nach Beginn der Pandemie, hat das Team aus ihren Daten berechnet. (JAMA 2021; online 21. September).

Die Immunantwort auf SARS-CoV-2-Proteine nach COVID-Impfung führt nicht zur Bildung von Anti-PF4-Antikörpern bei der vakzin-induzierten immunthrombotischen Thrombozytopenie (VITT). Das hat eine aktuelle Studie eines Teams der Universitätsklinik Tübingen ergeben. Das Team hatte bereits in früheren Untersuchungen festgestellt, dass die Bildung von Antikörpern gegen das Protein „Plättchen-Faktor 4 (PF4)“ die Ursache von VITT ist, erinnert die Uni in einer Mitteilung. Der Zusammenhang zwischen einer Impfung und der Bildung von Anti-PF4-Antikörpern ist jedoch bislang nicht geklärt. In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun den Zusammenhang zwischen der Immunantwort auf den Impfstoff und der Entwicklung von Anti-PF4-Antikörpern: Bei geimpftem medizinischen Personal (n=101) und bei Patienten (n=59) mit klinischem Verdacht auf VITT nach Impfung mit Vaxzevria® verglich das Team die Anti-PF4-Antikörper und die Antikörper gegen verschiedene Antigene des SARS-CoV-2-Spike-Proteins. Sie fanden keine Korrelation zwischen der Menge an Anti-PF4 - und Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern in allen Gruppen, heißt es in der Mitteilung zur Publikation. Zudem unterschieden sich die Werte der Anti-SARS-CoV-2-Antikörper nicht signifikant zwischen geimpften Personen ohne Komplikation und Patienten mit VITT. Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass die Immunantwort gegen SARS-CoV-2-Proteine nicht zur Bildung von Anti-PF4-Antikörpern bei VITT führt. (NEJM 2021, online 25. August).

Update vom 20. September

Kleine, mit Viren beladene Tröpfchen in der Luft sind länger infektiös als bisher angenommen. Das berichten Forscherinnen und Forscher der TU Wien. Sie haben mit Computersimulationen die Ausbreitung von Tröpfchen und Atemluft bei unterschiedlichen Umgebungsparametern berechnet, etwa bei unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Zusätzlich führten sie Experimente mit einem Kopf aus Kunststoff durch. Dieser hatte eine Düse mit einem elektromagnetisch gesteuerten Ventil. Damit ließ sich präzise ein definiertes Gemisch aus Tröpfchen und Gas versprühen. Mit Hochgeschwindigkeitskameras wurde der Vorgang aufgezeichnet. Kleine Tröpfchen bleiben dabei eine Größenordnung länger in der Luft, als bisher gedacht, so Studienautor Professor Alfredo Soldati in einer Mitteilung der TU. Der Grund: Für die Verdunstungsrate der Tröpfchen ist nicht die relative Luftfeuchtigkeit der Umgebung entscheidend, sondern die lokale Feuchtigkeit in der ausgeatmeten Luft. Diese ist aber viel feuchter als die Umgebungsluft (PNAS 2021; online 14. September)

Auch sechs Monate nach Impfung bleibt die BioNTech/Pfizer-Vakzine hochwirksam und sicher mit einem akzeptablen Risikoprofil. Das hat ein Follow-up einer Placebo-kontrollierten Studie zu Comirnaty® ergeben. An der noch andauernden Studie in 152 Zentren in sechs Ländern (USA, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Deutschland, Türkei) nehmen 44.165 Erwachsene ab 16 Jahre und 2264 Heranwachsende (12–15 Jahre) teil. Je etwa die Hälfte der Gruppen waren mit zwei 30μg-Dosen des Impfstoffs oder mit Placebo im Abstand von 21 Tagen geimpft worden. Die Erwachsenen-Impfung fand Ende Juli bis Ende Oktober 2020 statt, die Heranwachsenden-Impfung Mitte Oktober 2020 bis Mitte Januar 2021. Ab dem siebten Tag nach Impfung ergab sich in den sechs sich anschließenden Monaten eine Wirksamkeit von 91,3 Prozent gegen COVID-19. Wobei der Impfeffekt in dieser Zeit etwas nachließ. Die Wirksamkeit gegen schwere Verläufe wird mit 96,7 Prozent beziffert. In Südafrika mit der Anfang des Jahres dominierenden Beta-Variante betrug die Impfstoff-Wirksamkeit sogar 100 Prozent (N Engl J Med 2021; online 15. September).

Update vom 17. September

In US-Pflegeheimen ist das Personal deutlich seltener geimpft als die Bewohner. Das berichten Forscher von der University of Rochester im US-Staat New York. Sie haben sich Daten aus landesweit 14.900 Heimen von Mitte Juli angeschaut. In dieser Zeit waren im Schnitt 81 Prozent der Bewohner, aber nur 60 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Pflegehelfer („certified nursing assistants“) hatten die geringsten Impfraten (49 Prozent) gefolgt von Pflegefachkräften („registered nurses and licensed practical nurses“) (61 Prozent) sowie von Therapeuten (71 Prozent) und Ärzten („physicians and independent practitioners“) (77 Prozent). Im Schnitt noch niedriger waren die Impfraten in Heimen mit „for-profit ownership“ im Vergleich zu „nonprofit“-Einrichungen. Höher waren die Heim-Impfraten in Staaten und Regionen mit allgemein höheren Impfquoten. In Staaten mit überproportional großer Wählerschaft der Republikanischen Partei waren die Impfquoten beim Heimpersonal besonders niedrig (JAMA Intern Med 2021; online 16. September).

Update vom 16. September

Für stillende Mütter sind mRNA-Impfungen sicher. Das berichten Forscherinnen und Forscher von der University of California in San Diego. Sie haben 180 stillenden Müttern je zwei Dosen von Comirnaty® oder Spikevax® verabreicht. Impfreaktionen kamen bei 89 bis 98 Prozent der Frauen vor, wobei Müdigkeit, Fatigue und Kopfweh am häufigsten waren. Ein kleiner Teil der Frauen gab zudem an, dass die Milchmenge nach der Impfung zurückgegangen sei. Bei einem Teil der Kinder (6-10 Prozent) wurden zudem Erregbarkeit, Schlafstörungen und Schläfrigkeit registriert. Insgesamt wurden bei den Müttern weniger Reaktionen registriert als in andern Bevölkerungsgruppen, so die Studienautoren (Breastfeeding Medicine 2021; online 31. August). (nz)

Update vom 15. September

Nach einer Corona-Impfung in der Frühschwangerschaft kommt es nicht zu vermehrten Fehlgeburten. Das berichten Forscherinnen und Forscher vom HealthPartners Institute in Minneapolis (US-Staat Minnesota). Sie haben bei acht Krankenversicherungen die Krankenakten von 105.446 Schwangeren aus der Zeit von Mitte Dezember 2020 bis Ende Juni 2021 ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei Daten für den US-Vaccine Safety Datalink. Danach waren 14,3 Prozent der Frauen mindestens einmal gegen COVID-19 geimpft worden, 13,8 Prozent der Frauen mit einem mRNA-Impfstoff. Ergebnis: Ingesamt kam es bei den Schwangeren zu 13.160 Fällen von Spontanabort bis zur 20. Schwangerschaftswoche. 8,6 Prozent traten bei Frauen 28 Tage nach einer Impfung auf und damit nicht signifikant häufiger als 28 Tage nach einem entsprechenden Indextag bei einer Frau ohne Impfung (8 Prozent). Es gab dabei keine Unterschiede zwischen den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer oder Moderna bei den Ergebnissen (JAMA 2021; online 8. September).

Update vom 13. September

Ungeimpfte (inklusive Teilgeimpfte) haben ein 10-fach erhöhtes Risiko für schwere COVID-Verläufe. Das berichten Forscher und Forscherinnen der US-Seuchenbehörde CDC. Sie haben Daten von etwa 600.000 Patienten mit SARS-CoV-2-Infektionen abhängig vom Impfstatus in 13 US-Staaten angeschaut. In den betreffenden Staaten lebt etwa ein Viertel der US-Bevölkerung, die Daten stammten aus der Zeit von Anfang April bis Mitte Juli 2021. Ergebnis: Nach Aufkommen und Dominanz der Delta-Variante Anfang Juni stieg die Rate von Hospitalisierungen und Todesfällen nicht an. Dies spricht für eine weiterhin gute Wirksamkeit der Impfstoffe gegen den Problemerreger, so die Forscher. Allerdings ging der Impfschutz gegen Infektionen jedes Schweregrades von 91 auf 78 Prozent zurück. Insgesamt hatten Menschen ohne (kompletten) Impfschutz im Vergleich zu vollständig Geimpften ein 4,5-fach höheres Infektionsrisiko, ein über 10-fach höheres Risiko für eine Hospitalisierung und ein etwa 11-fach höheres Sterberisiko. „Weit über 90 Prozent der COVID-Patienten in den Krankenhäusern sind nicht geimpft“, wird CDC-Dirketor Dr. Rochelle Walensky zu der Studie in der „New York Times“ zitiert (MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2021; online 10. September).

Update vom 10. September

Geimpfte übertragen seltener SARS-CoV-2 als Ungeimpfte. Das berichten Forscher und Forscherinnen von Public Health Scotland. Sie haben sich Infektionen in privaten Haushalten von 144.525 medizinischen Profis zwischen Anfang Dezember und Anfang März angeschaut, und zwar vor und nach der Impfung der medizinischen Haushaltsangehörigen. Daten von 194.362 Mitbewohner (aus 92.470 Haushalten) standen zur Verfügung. Ergebnis nach Herausrechnen von Störfaktoren: Vor Impfung ergab sich bei den ungeimpften Kontaktpersonen eine Rate von 9,4 laborbestätigten Infektionen pro 1000 und Jahr, ab 14 Tage nach der ersten Dosis waren es 5,93 und nach der zweiten Dosis 2,98. Etwa vier von fünf Impflingen waren mit der mRNA-Vakzine von BioNTech/Pfizer geimpft worden, die anderen mit der Vektor-Vakzine von AstraZeneca. Die Forscher merken an, dass sich wahrscheinlich Haushaltsmitglieder auch bei Kontakten außerhalb des Haushalts angesteckt haben und der Effekt der Impfung auf die Übertragungen durch die Daten eher unterschätzt werde (New Eng J Med 2021; online 8. September).

Update vom 9. September

Realworld-Daten aus den USA bestätigen erneut die gute Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe. In einer Studie der Seuchenbehörde CDC hatten Forscherinnen und Forscher Daten zum Impfstatus von Patienten im Alter ab 50 Jahre mit PCR-bestätigter COVID aus der Zeit von Januar bis Juni 2021 ausgewertet: 41.552 Betroffene waren stationär eingewiesen worden, 21.522 hatten sich in Notfallambulanzen vorgestellt. Die Analyse wurde mit einem sogenannten „Test-negativ“-Design vorgenommen. Dabei werden die Wahrscheinlichkeiten für ein positives Testergebnis bei Geimpften sowie Ungeimpften miteinander verglichen und daraus die Impfstoffwirksamkeit errechnet. Ergebnis für die beiden mRNA-Impfstoffe (Moderna, BioNTech/Pfizer): 89 Prozent Schutz gegen laborbestätigte COVID mit stationärer Therapie, 90 Prozent Schutz vor Aufnahme auf Intensivstation und 91 Prozent Schutz vor COVID-Bestätigung bei Vorstellung in einer Notfallambulanz. Zum Vergleich der Vektorimpfstoff (Johnson&Johnson): 68 Prozent Schutz vor COVID mit stationärer Therapie und 73 Prozent Schutz vor positivem Corona-Test in einer Notfallambulanz (New Eng J Med 2021; online 8. September).

Update vom 8. September

In der Pandemie bleiben viele Krebserkrankungen unerkannt. Das hat die Analyse von Daten des US-Testanbieters Quest Diagnostics ergeben. Im Fokus waren Mammakarzinome (nur bei Frauen), kolorektale, Lungen-, Pankreas-, Zervix-, Magen-, Ösophagus- und Prostatakarzinome. Verglichen wurden die 15 Monate vor der Pandemie mit drei pandemischen Perioden (März bis Mai 2020; Juni bis Oktober 2020 und November 2020 bis März 2021). Während der ersten pandemischen Periode ging die durchschnittliche Anzahl neu gestellter Diagnosen aller acht Krebsarten im Schnitt um 29,8 Prozent zurück, und zwar von 21,2 Prozent für das Pankreaskarzinom bis 36,1 Prozent für das Mammakarzinom. In der zweiten Periode setzte sich der Trend weniger stark fort (9,6 Prozent Rückgang im Schnitt). In der dritten Periode betrug der Rückgang 19,1 Prozent.

Ähnliche Erfahrungen in Europa kommentiert die Europäische Kommission: Die COVID-19-Pandemie hat gravierende Folgen für die Versorgung Krebskranker gehabt, die Prävention und Behandlungen wurden abgebrochen, Diagnosen und Impfungen haben sich verzögert und der Zugang zu Arzneimitteln war erschwert. (JAMA Netw Open. 2021; online 31. AugustEuropas Plan gegen den Krebs). (nz)

Update vom 7. September

Die Zahl der Organtransplantationen ist im Pandemiejahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gesunken. Das berichtet ein internationales Team, dass sich die Situation in 22 Industrie- und Schwellenländern in Europa, Asien und Amerika angeschaut hat. In allen diesen Ländern habe es einen scharfen Rückgang gegeben, vor allem bei Nierentransplantationen, aber auch bei lebensrettenden Transplantationen wie Leber, Lunge und Herz. Nach den Berechnungen habe dies in den Ländern die Betroffenen über 48.000 Lebensjahre gekostet. Am stärksten ausgeprägt war der Rückgang in den ersten drei Monaten der Pandemie sowie in den Monaten Oktober bis Dezember. Deutlich werden große Unterschiede zwischen einzelnen Ländern: So werden Deutschland und einige Regionen in den USA lobend erwähnt. Diese hätten das Transplantationsvolumen trotz hoher Dringlichkeit von Kontrollmaßnahmen gegen COVID-19 relativ gut aufrecht erhalten können (Lancet Public Health 2021; online 30. August).

Update vom 6. September

Schulschließungen in den USA waren mit einer Zunahme psychischer Probleme bei Kindern assoziiert. Das berichtet ein Team von der University of Washington School of Medicine in Seattle (USA). Es hat 2324 Eltern von Schülern im vergangenen Dezember einen Fragebogen dazu vorgelegt. Nur ein Teil der Kinder war von Schulschließungen betroffen. Insgesamt berichteten Eltern von Kindern aus geschlossenen Schulen im Vergleich zu Kindern weiterhin geöffneter Schulen geringfügig aber statistisch signifikant häufiger von Emotionsproblemen, Problemen mit Mitschülern, Verhaltensstörungen und Hyperaktivität. Die Probleme und Störungen wurden ingesamt deutlich häufiger angegeben bei älteren Kindern, Kindern von Latinos oder Schwarzen sowie auch bei Kindern aus einkommensschwachen Familien. Solche Kinder waren zudem überproportional häufiger von Schulschließungen betroffen, als Kinder aus weißen Familien mit höherem Einkommen. Es sei jetzt eine Aufgabe der öffentlichen Gesundheit, Ressourcen bereitzustellen, um bei Betroffenen gegen die entstandenen psychischen Probleme und Bildungslücken vorzugehen (JAMA Network Open. 2021; online 3. September).

Verschlechtertes Arbeitsklima in der Praxis, fehlende Schutzkleidung und Sorgen um die Patientenversorgung: Das waren besonders häufige Probleme, die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte im Projekt COVID-GAMS („COVID-19 Crisis and its impact on the German ambulatory sector“) in der ersten Pandemiewelle angegeben haben. In dieser weiteren Umfrage in Arztpraxen haben Forschende der Universität Köln im März und April 2020 18.000 Niedergelassenen einen Online-Fragebogen zugemailt. 1703 davon (darunter 535 Hausärzte) haben geantwortet. 22 Prozent berichteten über ein verschlechtertes Arbeitsklima, belastend seien die Kommunikation neuer Leitlinien sowie ein verändertes Praxismanagement gewesen. Allerdings gaben auch 15 Prozent an, das berufliche Miteinander habe sich in der Krisensituation verbessert. Als häufige Belastungen wurden zudem fehlende Schutzkleidung und Sorgen genannt, die Patienten trotz der Corona-bedingten Umstellungen adäquat versorgen zu können. Ebenfalls gab es Ängste vor möglichen wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie. (Family Practice 2021; online 27. August). (bs)

Update vom 3. September

Das Zusammenleben mit einer SARS-CoV-2-positiven Person ist offenbar der größte Risikofaktor für Geimpfte – das legt zumindest eine Studie mit 5312 geimpften israelischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen (davon 27 mit Impfdurchbrüchen) nahe. Ergebnisse: Bei 56 Prozent derjenigen Geimpften mit Serokonversion (15 Durchbruchinfektionen) war der Kontakt mit einer SARS-CoV-2-positiven Person im Haushalt der Transmissionsweg. Das kam außerdem häufiger vor als bei nichtgeimpftem Personal (38 Prozent). Die Vermutung liegt also nahe, dass die Vakzine vor anderen, flüchtigeren Transmissionswegen schützt (JAMA Netw Open 2021; online 1. September).

Phase-IIb/III-Daten zum Vakzin-Kandidaten „CVnCoV“ des Unternehmens CureVac: Insgesamt betrug die Schutzwirkung vor COVID bei 39.680 Patienten 48,2 Prozent. Damit erreicht der Impfstoffkandidat nicht die untere Grenze der Wirksamkeit, die von WHO und FDA als Kriterium für eine Zulassung angegeben wird. Weitere Ergebnisse: In der Subgruppe 18 bis 60 Jahre lag die Wirksamkeit bei 52,5 Prozent, die Vakzine schützt außerdem zu 70,7 Prozent vor moderater bis schwerer COVID-19 (Preprints with the Lancet 2021; online 27. August).

Update vom 2. September

Eine COVID-19-Erkrankung geht mit einem höheren Risiko für dauerhafte Nierenschäden einher. Das hat eine Kohortenstudie mit 1,7 Millionen US-Veteranen ergeben, die 30 Tage nach ihrer Erkrankung untersucht worden waren. Je schwerer der COVID-Verlauf, desto höher ist dabei offenbar das Risiko für langfristige Nierenschäden oder eine eingeschränkte Nierenfunktion. Allerdings stellte das Team auch bereits bei COVID-Patientinnen und -Patienten, die nicht hospitalisiert werden mussten, unter anderem eine Reduktion der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) um -3,26 fest. Bei hospitalisierten COVID-Kranken lag die Reduktion bei -5,20, bei intensivmedizinisch versorgten bei -7.69. Insgesamt lag bei 30-Tage-Überlebenden das Risiko für dauerhafte Nierenschäden um 35 Prozent höher im Vergleich mit nicht mit SARS-CoV-2 infizierten Veteranen (JASN 2021, online 1. September).

Update vom 1. September

In den USA hat eine ungeimpfte Lehrerin offenbar die Hälfte ihrer Klasse mit Corona infiziert. Das berichtet die Seuchenbehörde CDC. Diese hat die Ursachen des Ausbruchs vom Mai und Juni dieses Jahres untersucht. 27 Fälle mit der Delta-Variante waren an der „Elementary School“ (Schüler der 1. bis 8. Klasse) im Marin County in Kalifornien aufgetreten. Die Lehrerin war am 19. Mai symptomatisch geworden, hatte aber bis zu einem Test zwei Tage später weiter gearbeitet. In der Klasse der Frau wurden in den folgenden Tagen 12 von 24 Kindern positiv getestet. Acht von zehn Betroffenen saßen in der ersten Reihe des Klassenraums und hatten damit die größte Nähe zur Lehrerin. In den hinteren Reihen waren nur vier von 14 Schülern infiziert. Angeordnete Vorsichtsmaßnahmen hatten die Schüler offenbar gut eingehalten. Zwischen allen Sitzplätzen gab es einen Abstand von 1,80 m. An die angeordnete Maskenpflicht hatte sich die Lehrerin mehrmals beim Vorlesen nicht gehalten. Unter den 15 weiteren in Folge infizierten Personen waren Mitschüler, Geschwister, Eltern und ein Lehrer. Eine weitere Ausbreitung sei vermieden worden, wahrscheinlich durch die hohen Impfraten in der umliegenden Gemeinde von 72 Prozent (MMWR 2021; online 27. August).

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29.01.2021 | COVID-19 | Nachrichten

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Quelle: Ärzte Zeitung

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Asthma und COVID-19: Praxiserfahrungen einer Pneumologin

Wie können Vorbehalte von Asthmapatienten gegenüber ICS gemindert werden? Die Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie und Sozialmedizin Dr. med. Katrin Meyer-Abich beantwortet diese und weitere Fragen im Video-Interview und stellt die Kasuistik einer Asthmapatientin mit COVID-19-Pneumonie vor.

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COVID-19-Impfstoffe: Die Hoffnungsträger im Vergleich

Im Dezember 2020 gelang in der EU die erste Zulassung eines COVID-19-Impfstoffes, drei weitere folgten 2021. Derzeit befinden sich noch vier weitere Vakzine in Prüfverfahren der EMA. Erfahren Sie mehr über die Wirksamkeit, auch gegen bekannte Virus-Mutationen, und über die Sicherheit der Impfstoffe.

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Therapieziel: Bestmögliche Asthmakontrolle

Hier finden Sie praxisrelevante Informationen und Services rund um die moderne medikamentöse Asthmatherapie mit einem Fokus auf Asthmakontrolle, Real-Life-Data und Lebensqualität. 

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COPD und nicht-invasive Behandlungsmethoden

Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden wie die nicht-invasive Beatmung (NIV) können die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität von COPD-Patienten erheblich verbessern und das Sterberisiko senken. Die NIV-Therapie zur Behandlung von fortgeschrittener COPD hat Eingang in die neuen S2k-Leitlinien zur COPD-Therapie gefunden.

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Patientenaktivität hat starken Einfluss auf die Lebensqualität

Nicht-invasive Beatmung ist für Menschen mit chronisch hyperkapnisch respiratorischer Insuffizienz eine bewährte Therapie. Eine Schweizer Studie untersuchte die Auswirkungen der Beatmung auf über 75-Jährige und belegt nun deren Wirksamkeit.

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Vorteile außerklinischer NIV wissenschaftlich belegt

Nicht-invasive außerklinische Beatmung bei Patienten mit COPD mit chronisch respiratorischer Insuffizienz verringert Mortalität und Anzahl der Aufenthalte im Krankenhaus beziehungsweise der Notaufnahme. Mit einer angemessenen Behandlung steigt die Lebensqualität der Betroffenen und das Gesundheitssystem wird entlastet.

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Grippeschutzimpfung

STIKO empfiehlt Hochdosis-Influenza-Impfstoff ab 60 Jahren

Die STIKO empfiehlt allen Personen im Alter von ≥ 60 Jahren eine jährliche Influenza-Impfung mit einem Hochdosis-Influenza-Impfstoff [1].

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