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16.02.2021 | COVID-19 | Originalien | Ausgabe 4/2021 Open Access

Monatsschrift Kinderheilkunde 4/2021

Medizinischer Kinderschutz während des Corona-Lockdowns

Vergleichende Befunde der Kinderschutzfälle aus Kliniken und Ambulanzen in Deutschland

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 4/2021
Autoren:
T. Heimann, J. Ewert, F. Metzner, F. Sigmund, A. Jud, PD Dr. S. Pawils
Wichtige Hinweise

Redaktion

Berthold Koletzko, München
Thomas Lücke, Bochum
Ertan Mayatepek, Düsseldorf
Norbert Wagner, Aachen
Stefan Wirth, Wuppertal
Fred Zepp, Mainz
Die Autoren T. Heimann und J. Ewert teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Hintergrund

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Gefahr von Kindesmisshandlung, sexuellem Kindesmissbrauch und Vernachlässigung während der strengen Kontaktbeschränkungen im pandemiebedingten Lockdown zugenommen hat, während der Wegfall der gewohnten Mechanismen zur sozialen Kontrolle mutmaßlich zu einer Zunahme des Dunkelfelds geführt hat.

Ziel der Arbeit

Anhand der Kinderschutzfallzahlen und -qualitäten deutscher Kinderkliniken und Kinderschutzambulanzen sollen Aussagen über Häufigkeit und Schwere vermuteter Kindeswohlgefährdung während des pandemiebedingten Lockdowns getroffen werden.

Methoden

Im Mai 2020 erfolgte eine Onlinebefragung mit Items a) zur Beschreibung der Institution, b) zur nach Alter, Gewaltform und Schweregrad differenzierten Anzahl von Kinderschutzfällen in März/April 2019 und 2020 sowie c) zu Besonderheiten und Ideen für den Kinderschutz während der Pandemie.

Ergebnisse

In einer Vollerhebung wurden 343 Kinderkliniken und medizinische Kinderschutzambulanzen zur Onlinebefragung eingeladen; die Teilnahmequote lag bei 46 %. Es gaben 81 Einrichtungen Gesamtfallzahlen für März/April 2019 und März/April 2020 an. Bei den Ambulanzen konnte ein Rückgang von 454 auf 387 Fälle (−15 %) verzeichnet werden, bei den Kinderschutzgruppen von 307 auf 246 (−20 %). Hinsichtlich der Altersgruppen und der Formen der Gefährdung fanden sich keine signifikanten Unterschiede.

Schlussfolgerung

Die Untersuchung beschreibt einen Rückgang der absoluten Fallzahlen im medizinischen Kinderschutz während des Lockdowns im März und im April 2020. Dieses Ergebnis stützt die Vermutung, dass das Dunkelfeld gefährdeter Kinder weiter gestiegen sein könnte. Weitere Datenerhebungen nach dem Lockdown werden die längerfristigen Auswirkungen besser bewerten können.

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