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04.02.2021 | Gestationsdiabetes | Leitthema | Ausgabe 3/2021

Der Gynäkologe 3/2021

Urindiagnostik – die neue Liquid Biopsy

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 3/2021
Autor:
Prof. Dr. Elmar Stickeler
Wichtige Hinweise

Redaktion

T. Fehm, Düsseldorf
W. Jonat, Kiel

Zusammenfassung

Hintergrund

In der Onkologie ist die Liquid Biopsy neben dem Tumorzellnachweis vor allem auf blutbasierte Analysen von Nukleinsäuren fokussiert, die den Nachweis von Tumorzellen oder Tumor-DNA ermöglichen. Mögliche Anwendungen sind das Screening zur Früherkennung, das Therapiemonitoring, prognostische Biomarker und der Nachweis erworbener Mutationen zur zielgerichteten Therapiewahl.

Fragestellung

Die urinbasierte Liquid Biopsy bietet gegenüber der blutbasierten potenzielle Vorteile. Urin steht in großen Mengen zu Verfügung und lässt sich nichtinvasiv gewinnen. Kann eine Liquid Biopsy aus Urin mit Messung von Tumor-miRNA („micro RNA“), -Exosomen, -ctDNA („circulating tumor DNA“) und Proteomanalysen Ergebnisse wie die blutbasierten Analysen mit klinischer Nutzbarkeit liefern?

Material und Methoden

Eine systematische Literatursuche wurde in PubMed unter Berücksichtigung von Einzelarbeiten, Reviews und Metaanalysen durchgeführt.

Ergebnisse

Die Studien an kleinen, retrospektiven Kohorten zeigen, dass die urinbasierte Liquid Biopsy technisch machbar ist und spezifische Muster (miRNA, Exosome, Proteom, ctDNA) als diagnostische Biomarker Patientinnen mit Präkanzerosen des Zervixkarzinoms sowie manifesten Mamma, Ovarial- und Endometriumkarzinomen identifizieren. Therapiemonitoring und der Nachweis von Genmutationen, die therapeutische Targets darstellen, sind möglich. Auch in der Geburtshilfe zeigen sich Indikationen, z. B. für den Nachweis eines GDM (Gestationsdiabetes) oder einer intrahepatischen Cholestase.

Schlussfolgerungen

Mit weiteren Anwendungsindikationen, zunehmender Standardisierung der Probenverarbeitung sowie prospektiven Studien bietet die urinbasierte Liquid Biopsy ein großes Potenzial für den klinischen Einsatz.

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