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Publiziert am: 08.01.2018
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Basenabweichung
Verfasst von: O. Müller-Plathe
Basenabweichung
Synonym(e)
Basenüberschuss; BA; BÜ
Englischer Begriff
base excess; BE
Definition
Die Basenabweichung ist die Konzentration an titrierbarer Base oder Säure, die sich durch Titration auf pH 7,40 unter den Bedingungen pCO2 = 5,33 kPa (40 mmHg) und t = 37 °C ergibt.
Die Bestimmung erfolgt im Rahmen der Blutgasanalyse durch automatische Berechnung aus pH und Bicarbonatkonzentration nach der Formel
BA = (cHCO3– – 24,2) + 14,8 (pH – 7,40).
Die Zahl 14,8 entspricht der Pufferkapazität der Nichtbicarbonatpuffer in der Extrazellulärflüssigkeit einschließlich der Erythrozyten.
Konventionelle Einheit
mval/L; mEq/L.
Internationale Einheit
mmol/L.
Umrechnungsfaktor zw. konv. zu int. Einheit
1.
Referenzbereich – Erwachsene
–2 bis +3 mmol/L.
Referenzbereich – Kinder
–4 bis +2, Neugeborene –10 bis –2 mmol/L.
Indikation
Erkennung und Differenzierung von Säure-Basen-Störungen.
Interpretation
BA wird gemäß IFCC-Empfehlung auf die Extrazellulärflüssigkeit bezogen und dann als BA (ezf), BA (in vivo) oder engl. als „standard base excess“ (SBE) bezeichnet. Der Bezug auf das Vollblut (BA (in vitro)) ist veraltet.
Somit ist BA Ausdruck der titrierbaren Azidität der Extrazellulärflüssigkeit. Der Wert 0 ergibt sich bei der Konstellation pH = 7,40, pCO2 = 40 mmHg (5,33 kPa) und cHCO3– = 24,2 mmol/L:
Positiv erhöhte Werte bedeuten Zunahme pufferfähiger Basen, primär bei metabolischer Alkalose oder kompensatorisch bei respiratorischer Azidose.
Negativ erhöhte Werte bedeuten Abnahme pufferfähiger Basen, primär bei metabolischer Azidose oder kompensatorisch bei respiratorischer Alkalose.
Diagnostische Wertigkeit
Wichtige Größe für die Einordnung von Säure-Basen-Störungen und die Abschätzung des Basenbedarfs.
Literatur
Müller-Plathe O (1995) Die Basenabweichung: Definitionen und Konventionen. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed 30:34–35CrossRef
Siggaard-Andersen O (1974) The acid-base status of the blood, 4. Aufl. Munksgaard, Copenhagen