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Ausstreichen eines ca.5 μL großen Bluttropfens auf einem staubfreien, entfetteten Objektträger mit Hilfe eines geschliffenen Ausstrichglases im Winkel von etwa 45°. Nach Lufttrocknung kann dieser mit verschiedenen Methoden, z. B. nach Pappenheim oder Wright, gefärbt werden. Die Differenzierung erfolgt bei 1000-facher Vergrößerung mit einem Mikroskop. Es werden 100 Leukozyten ausgezählt und den einzelnen Subpopulationen zugeordnet. Zudem erfolgt eine qualitative Bewertung der Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten.
In der folgenden Abbildung ist die Technik im Detail dargestellt: Ein kleiner Bluttropfen (ca. 4–5 μL) wird am rechten Ende auf einem liegenden Objektträger aufgebracht (1). Mit einem Ausstrichglas wird dann vom linken Ende kommend in diesen Tropfen hineingefahren (2). Das Blut verteilt sich so über die gesamte Breite an der Kante des Ausstrichglases. Dieses wird dann in einem Winkel von ca. 45° nach links geführt, wobei das Blut ausgestrichen wird (3). Je kleiner der Ausstrichwinkel, desto dünner wird der Ausstrich (4):
Einsatzgebiet
Erkennung von quantitativen und qualitativen Veränderungen der zellulären Bestandteile des peripheren Bluts.
Untersuchungsmaterial
EDTA-Blut, Kapillarblut.
Fehlermöglichkeit
Ausstrich zu dick oder zu dünn
Färbung ungenügend
Die Differenzierung erfolgte nicht im geeigneten Bereich des Ausstrichpräparats
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Die Herstellung eines für die Differenzierung verwendbaren Ausstrichpräparates erfordert einige Übung. Es gibt verschiedene kommerziell erhältliche Geräte, die einen der manuellen Methode gleichen Blutausstrich herstellen können. Zusätzlich wird bei einigen dieser Geräte das Präparat anschließend gefärbt.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Der Blutausstrich ist der Goldstandard in der morphologischen Differenzierung der Leukozyten und anderen zellulären Bestandteile im peripheren Blut. Dabei ist weniger die quantitative Verteilung entscheidend, sondern die sichere Erkennung und Zuordnung der Zellen zu den einzelnen Subpopulationen.
Literatur
Koeppen KM, Heller S (1991) Differentialblutbild (panoptische Färbung). In: Boll I, Heller S (Hrsg) Praktische Blutzelldiagnostik. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 164