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Publiziert am: 22.02.2018
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Methanol
Verfasst von: C. Vidal und W.-R. Külpmann
Methanol
Synonym(e)
Methylalkohol
Englischer Begriff
methanol
Definition
Methanol (CH3–OH) ist eine klare, farblose Flüssigkeit, die mit Wasser (unter Volumenkontraktion) in beliebigem Verhältnis mischbar ist. Die Löslichkeit organischer Verbindungen ist in Methanol etwas schlechter als in Ethanol, die wasserlöslicher Substanzen vergleichsweise besser. Methanol wird u. a. benötigt zur Herstellung von Formaldehyd und Anilinfarbstoffen.
Struktur
CH3–OH
Molmasse
32,04 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Methanol wird p.o. zugeführt, z. B. beim Trinken von Methanol-vergälltem Ethanol. In der Leber erfolgt die Oxidation mittels Alkoholdehydrogenase zu Formaldehyd und mittels Aldehyddehydrogenase zu Ameisensäure (Methansäure). Formiat wird weiter abgebaut zu CO2. Der Methanolabbau erfolgt 10-mal langsamer als der von Ethanol, ca. 0,015 g/kg Blut in der Stunde.
Funktion – Pathophysiologie
Die „Methanolvergiftung“ ist überwiegend eine Vergiftung durch den Metaboliten Ameisensäure. Sie führt zu einer schweren metabolischen Acidose (Acidose, metabolische). Es treten Sehstörungen auf, die durch Degeneration des Sehnervs zur Erblindung führen können.
Gaschromatographische Dampfraumanalyse (Head-space-Analyse) (Gaschromatographie), bei der gleichzeitig noch andere leichtflüchtige Alkohole und Ketone erfasst werden.
Indikation
Methanolvergiftung. Die Behandlung erfolgt mit Ethanol, da dieses bevorzugt abgebaut wird, dadurch die Methanolmetabolisierung zu Ameisensäure verzögert und damit die Methanolausscheidung im Urin (bei Vermeidung der Ameisensäure-toxischen Organschädigungen) befördert. Die Ethanolkonzentration soll ca. 1 g/L (ca. 1 ‰) Serum betragen, was klinisch-chemisch überwacht wird.
Literatur
Degel F, Desel H (2009) Other highly volatile alcohols and ketones. In: Külpmann WR (Hrsg) Clincial toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 517–523