Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Absinth

Absinth
Synonym(e)
Grüne Fee
Englischer Begriff
absinth
Definition
Alkoholisches Getränk (50–75 Vol% Ethanol), zu dessen Herstellung u. a. ein Extrakt aus Wermutkraut (Artemisia absinthum) verwendet wird.
Beschreibung
Aufgrund des hohen Ethanolgehalts wird Absinth gewöhnlich verdünnt und mit Zuckerbeimengung (auch flambiert) konsumiert. Bei Verdünnung mit Wasser wechselt die smaragdgrüne Farbe zu einer opaleszierenden Weißfärbung (Dispersion der ätherischen Öle in Wasser).
Hauptwirkstoff des Absinths ist neben dem Alkohol das erregend wirkende Thujon. Dessen Wirkmechanismus ist jedoch noch unklar. Ein Großteil der (toxischen) Wirkungen wird dem hohen Alkoholgehalt des Absinths zugeschrieben. Dieser führt, wie auch der Wirkstoff Thujon, bei Dauerkonsum von Absinth zu Sucht, Übererregbarkeit und Halluzinationen (Grüne Fee, s. a. nachfolgende Abb. „Der Absinthtrinker“). Der Konsum von Absinth und Wermutöl (stark toxisch) war deshalb lange Zeit verboten. Seit dem Jahr 1991 ist ein Thujonanteil von 5–35 mg/kg Spirituose in Abhängigkeit von deren Alkoholgehalt wieder zugelassen.
Strukturformel von Thujon:
„Der Absinthtrinker“ Victor Oliva (1905), CafeSlavia, Prag (Foto: C. und T. Arndt):
Literatur
Giebelmann R (2001) Kulturgeschichtliches zum Thujon. Toxichem Krimtech 48:43–46