Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Fiedler

Isoprotein

Isoprotein
Synonym(e)
Isoform
Englischer Begriff
isoprotein; protein isoform; proteoform
Definition
Ein Protein kann in mehreren Modifikationen (Varianten) vorkommen, die unter den Bezeichnungen Isoproteine (besonders auch Isoenzyme), Isoformen oder Proteoformen (Smith et al. 2013) zusammengefasst werden.
Beschreibung
Isoproteine leiten sich von demselben Gen durch alternatives Spleißen oder „RNA editing“ oder von verwandten Genen ab, die durch Genduplikation von einem gemeinsamen Genvorfahren stammen oder einem „single nucleotide polymorphism“ unterliegen. (Patho)Physiologische Isoformen entstehen häufig durch posttranslationale Modifikationen (Modifikation, posttranslationale), diagnostisch wichtig sind die Glykoformen. Die Isoformen unterscheiden sich in ihren antigenen Eigenschaften, isoelektrischen Punkten (s. isoelektrischer Punkt) und anderen Strukturmerkmalen (Beispiel: saure und basische Isoferritine). Eine große Vielfalt entsteht, wenn in einem zusammengesetzten Protein auch die Untereinheiten als Isoformen vorliegen. Die diagnostische Nutzung der Proteinbestimmung kann durch selektive Analyse der Isoformen verbessert werden. In Entwicklung und Evaluation sind Kombinationen von Massenspektroskopie und Immunoassays.
Literatur
Smith LM, Kelleher NL, The Consortium for Top Down Proteomics (2013) Proteoform: a single term describing protein complexity. Nat Methods 10:186–187CrossRef
Trenchevska O, Nelson RW, Nedelkov D (2016) Mass spectrometric immunoassays in characterization of clinically significant proteoforms. Proteomes 4(1):13. https://​doi.​org/​10.​3390/​proteomes4010013​CrossRef