Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
R. Westermeier

Mobilität, relative elektrophoretische

Mobilität, relative elektrophoretische
Englischer Begriff
relative electrophoretic mobility
Definition
Größe zur Beschreibung der Beweglichkeit eines Partikels oder Moleküls im elektrischen Feld, die sich auf die Wanderungsgeschwindigkeit einer Markersubstanz bezieht.
Beschreibung
Für Proteine lässt man meist Bromphenolblau mit der Probe mitlaufen, für Nukleinsäuren ebenfalls Bromphenolblau oder das langsamer wandernde Xylencyanol. In der Praxis setzt man die Distanz zwischen Probenaufgabe und der Position der Molekülbande in Relation zur Distanz zwischen Probenaufgabe und Markerbande. Da die Markersubstanzen stark geladene niedermolekulare Farbstoffe sind, wandern sie schneller als die Probensubstanzen. Die relative elektrophoretische Mobilität besitzt stets einen Wert, der <1 ist.
Die relative elektrophoretische Mobilität ist abhängig von der Nettoladung des Moleküls und der Größe des Moleküls. Strukturproteine haben bei gleicher Molekularmasse größere Ausdehnung als globuläre Proteine. In einem nichtrestriktiven Medium wie offenen Kapillaren, großporigen Agarosegelen (s. Agarosegelelektrophorese) und Celluloseacetatfolien (s. Celluloseacetatfolien-Elektrophorese) ist die relative Mobilität von Proteinen ausschließlich von der Nettoladung abhängig.