Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Pentosidin

Pentosidin
Englischer Begriff
pentosidine
Definition
Spezifisches „advanced glycation end product“ mit Quervernetzung von Proteinen über die freien Aminogruppen von Lysin und Arginin.
Strukturformel:
Beschreibung
Pentosidin wurde in verschiedenen Proteinen von Diabetikern sowie in senilen Plaques von Alzheimer-Patienten erstmals von Sell und Monnier im Jahr 1989 identifiziert. Es wird vermutet, dass zunächst ein Amadori-Produkt (Amadori-Reaktion) zwischen Lysin und einer Pentose entsteht, das in einem zweiten Schritt mit Arginin zu Pentosidin kondensiert. Pentosidin kann im Plama oder Urin mittels HPLC nach Hydrolyse der Proteine bestimmt werden. Die Konzentrationsangabe erfolgt in pmol/mg Protein. Odetti et al. (1992) geben ca. 0,95 ± 0,33 pmol/mg bei Gesunden an. Diabetiker haben etwa 2- bis 3-mal höhere Werte. Die höchsten Werte finden sich bei Dialysepatienten. Manche Untersucher geben auch Konzentrationen bezogen auf ein Probenvolumen an, was im Hinblick auf die Pathophysiologie nicht konsequent ist. Monoklonale Antikörper gegen Pentosidin sind inzwischen verfügbar. Eine systematische Evaluation ist allerdings nicht verfügbar.
Es spricht einiges dafür, dass Pentosidin kein diabetesspezifischer Analyt ist, sondern eher ein Indikator für gesteigerten oxidativen Stress und Alterung ist.
Literatur
Odetti P, Fogarty J, Sell DR et al (1992) Chromatographic quantitation of plasma and erythrocyte pentosidine in diabetic and uremic subjects. Diabetes 41:153–159CrossRef