Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Riesenerythroblast

Riesenerythroblast
Englischer Begriff
giant erythroblast
Definition
Sehr große erythrozytäre Vorläuferzelle bei Parvovirus-B19-Infektion.
Beschreibung
Riesenerythroblasten (s. Abbildung) sind sehr große erythrozytäre Vorläuferzellen im Knochenmark mit einer Größe zwischen 25 und 45 μm.
Die Abbildung zeigt einen Riesenerythroblasten im Knochenmark (aus: Koduri 1998, mit freundlicher Genehmigung von John Wiley & Sons):
Ihr Nachweis ist ein Hinweis auf eine Infektion mit dem Parvovirus B19. Dabei zeigen die Riesenerythroblasten ein weites Spektrum an morphologischen Veränderungen: Frühe, basophile Riesenerythroblasten haben eine Größe von 25–32 μm und sind gekennzeichnet durch einen großen Kern mit einem feinen, kompakten Kernchromatin und wenig dunkelbasophilem Zytoplasma, häufig mit einem zipfligen Saum. Intermediäre Riesenerythroblasten sind größer. Das Zytoplasma verliert die Basophilie, das Kernchromatin wird gröber und zeigt häufig 1–3 prominente Nukleoli oder Einschlüsse. Späte Riesenerythroblasten sind durch ein graublaues, ausgefranstes Zytoplasma gekennzeichnet, der Kern zeigt 1 oder 2 prominente, blasse Nukleoli oder Einschlüsse. Daneben kommen auch nackte Kerne von Riesenerythroblasten vor.
Literatur
Koduri PR (1998) Novel cytomorphology of the giant proerythroblasts of parvovirus B19 infection. Am J Hematol 58:95–99CrossRefPubMed