Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. G. Guder

Speichelgewinnung

Speichelgewinnung
Synonym(e)
Probengewinnung von Speichel; Speichel als Probe
Englischer Begriff
saliva collection; collection of saliva as sample (specimen)
Definition
Alle Arten der Gewinnung von Speichel als Untersuchungsmaterial für diagnostische Zwecke.
Beschreibung
Speichel als Untersuchungsmaterial hat die Vorteile der nichtinvasiven Gewinnung und zuweilen der spezifischeren Information über „freie“ Konzentrationen z. B. von Medikamenten und Drogen im Körper, verglichen mit Plasma. Die Gewinnung der Probe wird mit einer der kommerziell erhältlichen Speichelsammelvorrichtungen empfohlen, die auf folgenden Prinzipien beruhen:
  • Watterollen, die in den Mund eingelegt werden (z. B. Sarstedt Salivette, Clin Rep Recipe)
  • Polymerschaumstoff (Accu Sorb oder Oral Screen von Avitar Technologies)
  • Kunstseide oder Baumwolltupfer am Stiel (Orapette, Fa. Trinity Biotech; Saliva Alcohol Test; Fa. STC-Technologies; Saliva Sampler, Fa. Stat Sure Diagnostic Systems, USA; Saliva Collection System (SCS) zum Sammeln von oraler Flüssigkeit („oral fluid“), Fa. Greiner-Bio One; Abusa-Stick; Fa. Chem Elec)
  • Polster am Lollipop-Stiel (Ora Sure = Epi-Screen, Fa. Epitope, USA)
Die Speichelgewinnung erfolgt normalerweise aus gemischtem Speichel der Parotis und Submandibulardrüsen. Durch Einlegen von Absorbern unter die Ausführungsgänge der jeweiligen Speicheldrüsen können aber auch gezielt Speichelproben der seitlich getrennten und nach Drüsen getrennten Arten gewonnen werden. Die Absorber werden durch Zentrifugation in einem speziellen Probengefäß vom klaren Speichel befreit, der dann als Untersuchungsmaterial dient.
Literatur
Guder WG (2015) When are other other body fluids to be analyzed? In: Guder WG, Narayanan S (Hrsg) Pre-examination procedures in laboratory diagnostics. Walter de Gruyter, Berlin/Boston, S 81–89CrossRef
Haeckel R, Colic D (1988) Verfahren zur Speichelgewinnung. In: Haeckel R (Hrsg) Speicheldiagnostik. GIT-Verlag, Darmstadt, S 1–8