Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

UV/VIS-Spektrometrie

UV/VIS-Spektrometrie
Synonym(e)
VIS-Photometrie, -Spektrometrie, -Spektroskopie; UV-Photometrie, -Spektrometrie, -Spektroskopie
Englischer Begriff
UV spectrometry; VIS spectrometry; UV spectroscopy; VIS spectroscopy; UV/VIS spectroscopy; UV photometry; VIS photometry; UV/VIS photometry
Definition
Eine Variante der Spektrometrie/Spektroskopie, bei der Phänomene der Lichtabsorption im ultravioletten (UV) bis (oder) visuellen (VIS) Wellenlängenbereich für qualitative und quantitative Analysen genutzt werden.
Beschreibung
Ein UV/VIS-spektrometrisches Analysensystem besteht in seiner allgemeinen Form aus einer Strahlungsquelle, z. B. einer Deuteriumlampe oder Xenonlampe zur Erzeugung von Licht im ultravioletten oder einer Wolfram(faden)lampe („Glühbirne“) für den visuellen Wellenlängenbereich. Der Strahlengang wird durch ein Dispersionssystem wie z. B. ein Prisma oder ein Gitter geführt, um aus dem originär polychromatischen Licht monochromatisches Licht, das heißt Licht einer bestimmten Wellenlänge (exakter eines sehr engen Wellenlängenbereiches) zu isolieren. Dieses wird durch die Messzelle (Küvette) geleitet und in Abhängigkeit von der Farbe und Farbdichte der in der Messzelle vorliegenden Probe unterschiedlich stark absorbiert. Hierdurch erfolgt eine Abschwächung des Lichtes. Aus der Differenz der Intensitäten des in die Messzelle eintretenden und aus ihr austretenden Lichtes kann, unter Zugrundelegung vom Lambert-Beer-Gesetz und geeigneter Kalibrationsfunktionen, auf die Konzentration des Analyten in der Messzelle bzw. der Probe geschlossen werden.
Anwendungen der UV/VIS-Spektrometrie im klinisch-chemischen Labor sind oft Messungen bei einer einzigen, für das Analysenproblem am besten geeigneten Wellenlänge im UV- oder VIS-Wellenlängenbereich (und nicht bei sich vom UV- bis zum VIS-Bereich erstreckenden Wellenlängen).
Eine parallele Auswertung der Absorption bei einer zweiten Wellenlänge kann zur Kompensation des Grundrauschens (Grundrauschen) aus der Probenmatrix genutzt werden (s. a. Untergrundkompensation). Gewöhnlich werden Mess- und Kompensationswellenlängen so gewählt, dass sie gemeinsam im UV- oder VIS-Bereich liegen. Die Analysenverfahren sind also exakter als UV- oder VIS-Spektrometrie zu bezeichnen, was jedoch unüblich ist. Dies gilt auch für die Kopplung von Separationstechniken wie Chromatographie oder Elektrophorese mit einem UV- oder VIS-Detektor, da auch hier die Messung gewöhnlich auf der Absorption einer einzelnen Wellenlänge beruht und außerdem viele Detektoren der Routineanalytik nicht mehr die Möglichkeit bieten, die Wellenlänge (innerhalb und zwischen UV und VIS) zu ändern.
Ein Photodioden-Array-Detektor ist nach dem Wortsinn ein „echter“ UV/VIS-Detektor. Er ermöglicht eine Aufzeichnung von UV/VIS-Spektren, das heißt der Absorption von Licht im gesamten UV/VIS-Bereich mit einer Wellenlängenauflösung von 1 nm und dies nahezu in Echtzeit.
Literatur
Falbe J, Regitz M (Hrsg) (1992) Römpp Chemie Lexikon. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York
Kortüm G (1962) Kolorimetrie, Photometrie und Spektrometrie. Eine Anleitung zur Ausführung von Absorptions-, Emissions-, Fluoreszenz-, Streuungs-, Trübungs- und Reflexionsmessungen. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg