Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Voltametrie

Voltametrie
Synonym(e)
Titration, voltametrische; Polarisationsspannungstitration; Polarisationstitration, galvanostatische; Polarovoltrie
Englischer Begriff
voltametry; controlled-current potentiometric titration
Definition
Elektrochemisches Indikationsverfahren von Titrationsendpunkten, das die Konzentrationsabhängigkeit von Elektrodenpotenzialen bei konstanter Stromstärke ausnutzt.
Beschreibung
In die Probenlösung tauchen mindestens zwei Elektroden von denen wenigstens eine polarisierbar ist. Durch Anlegen einer Spannung fließt ein konstanter Strom in der Probenlösung. Während der Titration ändert sich die Potenzialdifferenz zwischen den Elektroden. Voltametrische Titrationskurven zeichnen die Potenzialdifferenz gegen das verbrauchte Volumen an Titrationslösung auf. Der Äquivalenzpunkt der Titration wird durch eine sprunghafte Spannungsänderung angezeigt. Die Methode ist auf solche Umsetzungen anwendbar, an denen wenigstens ein reversibles Ionenpaar beteiligt ist, das an einer Elektrode in einem bestimmten Spannungsbereich oxidier- oder reduzierbar ist. Sie wird eingesetzt zu Endpunktbestimmungen bei Fällungs-, Komplexbildungs- und Redoxtitrationen. Im Vergleich zur potenziometrischen Titration ist der Endpunkt im Allgemeinen besser zu erkennen. Wichtig ist die Abtrennung zur Voltammetrie (Voltammetrie, zyklische und inverse), einem elektrochemischen Analysenverfahren, bei dem Strom-Spannungs-Kurven (Voltammogramme) und nicht Spannungs-Volumen-Kurven aufgezeichnet werden.
Die Voltametrie hat im klinisch-chemischen Routinelabor praktisch keine Bedeutung.
Literatur
Falbe J, Regitz M (Hrsg) (1992) Römpp Chemie Lexikon. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York
Latscha HP, Linti GW, Klein HA (2004) Analytische Chemie. Chemie – Basiswissen III. Springer, Heidelberg/New York