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13.10.2020 | COVID-19 | Nachrichten

Folgen des Beherbergungsverbots

Innerdeutsche Reise-Regeln bringen Labore an die Grenzen

Das Beherbergungsverbot für Personen aus deutschen Corona-Risikogebieten führt zu einem Ansturm auf PCR-Tests. Für die neue nationale Teststrategie, die am 15. Oktober festgelegt wird, stellen die Laborärzte deshalb Forderungen auf.

Das in der vergangenen Woche von den Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot und die Möglichkeit, das Verbot durch einen negativen PCR-Test aufheben zu können, bringt die fachärztlichen Labore erneut an Kapazitätsgrenzen. Darauf weisen die Akkreditierten Labore der Medizin e.V. (ALM) in ihrer Pressemitteilung zu der wöchentlichen Erhebung der Laborkapazitäten hin.

„Die Inanspruchnahme dieser Tests in Berlin und anderen Hotspots hat seit Freitag sprunghaft zugenommen“, so Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender der ALM. Die Zahl der SARS-VoV2-PCR-Tests stieg in der vergangenen Woche (KW 41) um sieben Prozent auf 1.069.048 Tests.

Die Anzahl der positiven Tests stieg um 62 Prozent auf 26.835 (Vorwoche 16.574). Die Auslastung der an der Umfrage teilnehmenden 160 Labore betrug 78 Prozent.

Rückstau steigt wieder an

Die höhere Belastung der Labore habe zu einem deutlich zunehmenden Rückstau von 16.829 Tests geführt. Die Positivrate liege mittlerweile bei 2,5 Prozent. Die Testkapazität liege weiterhin bei rund 1,375 Millionen Tests pro Woche, hieß es weiter. Von den die PCR-Kapazitäten entlastenden Antigentests ist laut ALM, „in der Versorgung noch kein wesentlicher Effekt zu spüren“.

Die Einführung der Antigentests in der Versorgung brauche noch etwas Zeit. Die angekündigten Empfehlungen aus RKI und PEI (Paul-Ehrlich-Institut) lägen noch nicht vor. Sie würden derzeit erarbeitet.

Durch die „anlasslosen inländischen Urlaubsreisetests“ werde „das Testen von Infizierten, Kontaktpersonen und vulnerablen Gruppen bei ohnehin stark ausgelasteten Laborkapazitäten noch deutlich erschwert“, so Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM, laut Mitteilung.

Forderungen für die neue nationale Teststrategie

Auf allen Ebenen gelte es, die Krisenreaktionskräfte des deutschen Gesundheitssystems durch präventive Maßnahmen zu schützen, die Coronavirus-Testkapazitäten wieder besser gezielt einzusetzen und nur dann auf Antigentests zurückzugreifen, wenn das PCR-Testverfahren voll ausgelastet sei.

Diese Kernforderungen stellt der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) mit Blick auf die neue nationale Teststrategie auf, die zum 15. Oktober in Kraft treten soll. Zumindest jeder positive Antigentest müsse durch einen PCR-Test abgesichert werden, heißt es.

„Unser arbeitsteiliges Gesundheitssystem mit zwei starken, gut verzahnten Sektoren“ habe dafür gesorgt, dass das medizinische Fachpersonal in der Pandemie optimal eingesetzt werde, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. „Die Arztpraxen müssen erste Anlaufstelle für Verdachtsfälle bleiben“, betont er.

Anordnung von Quarantäne nur durch ärztliches Attest

Zudem weist der Laborarzt darauf hin, dass die 14-tägige strikte Quarantäne für Infizierte auf ein ärztliches Zeugnis hin angeordnet werden muss. „Falls mit den neuen Antigentests berechtigte Zweifel an der Qualität der Infektionsdiagnostik aufkommen, sinkt die Bereitschaft, die strikte Quarantäne einzuhalten“, so seine Sorge.

Der BDL fordert zudem eine zweite Werbekampagne für die Corona-Warn-App. Diese sei ein Beitrag zu effektiverem Testen. Gleichzeitig erneuert der BDL seine Forderung nach einer Umstellung der App auf das Opt-Out-Verfahren. Dies trage zu einem effektiveren Testen bei. (syc)

Quelle: Ärzte Zeitung

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