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Publiziert am: 07.04.2018
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Rhesus-Faktor
Verfasst von: K. Kleesiek, C. Götting, J. Diekmann, J. Dreier und M. Schmidt
Rhesus-Faktor
Definition
Rh-Faktor
Englischer Begriff
rhesus factor
Definition
Rhesus-Faktor ist ein Protein in der Zellmembran der Erythrozyten und neben dem AB0-Blutgruppensystem das wichtigste Merkmal im menschlichen Blut.
Beschreibung
Der Rhesus-Faktor wurde im Jahr 1940 von Karl Landsteiner (Landsteiner, Karl) und Alexander S. Wiener (1907–1976) am New Yorker Rockefeller-Institut zum ersten Mal bei Experimenten mit Rhesusaffen entdeckt, nach denen er dann benannt wurde. Für den Rhesus-Faktor gibt es nur die Unterscheidung „vorhanden“ oder „nicht vorhanden“. Daher ist das Blut entweder Rhesus-positiv oder Rhesus-negativ. Diese Bezeichnung wird normalerweise auch immer in Verbindung mit den Merkmalen der AB0-Blutgruppe (AB0-Blutgruppensystem) angegeben. Insgesamt 85 % der europäischen Bevölkerung sind Rhesus-positiv.
Bei der Verträglichkeit verschiedener Blutgruppen spielt der Rhesus-Faktor eine wichtige Rolle, da Antikörper gebildet werden können, die als Anti-D-Antikörper bezeichnet werden. Das Besondere an diesen Antikörpern ist, dass sie nicht von Geburt an vorhanden sind, sondern erst gebildet werden, wenn ein Rhesus-negativer Mensch Kontakt mit Rhesus-positivem Blut bekommt. Das kann z. B. bei einer Bluttransfusion passieren.
Beim ersten Kontakt werden Anti-D-Antikörper gebildet, bei einem zweiten Kontakt kann es dann zu einer lebensbedrohenden Unverträglichkeitsreaktion kommen, wobei sich die Anti-D-Antikörper an die Rhesus-Antigene der übertragenen Erythrozyten binden und deren Zerstörung einleiten (Rhesus-Inkompatibilität). Daher ist es wichtig, bei Bluttransfusionen zu beachten, dass Spender- und Empfängerblut auch bezüglich des Rhesus-Faktors zueinander passen.
Ebenso kann es bei Schwangerschaften zu Komplikationen kommen, wenn eine Rhesus-negative Schwangere gegen das Rhesus-positive Blut des Fetus Antikörper bildet. Vor allem bei einer folgenden Schwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Kind kann dies beim Kind zu schweren hämolytischen Krisen führen (Morbus haemolyticus fetalis/neonatorum). Deshalb wird bei Rhesus-negativen Müttern von Rhesus-positiven Kindern eine Anti-D-Prophylaxe durchgeführt.
Literatur
Eckstein R (2005) Immunhämatologie und Transfusionsmedizin, 5. Aufl. Gustav Fischer, Stuttgart
Mueller-Eckhardt C, Kiefel V (Hrsg) (2004) Transfusionsmedizin: Grundlagen – Therapie – Methodik, 3. Aufl. Springer, Berlin/Heidelberg/New York