Enzyklopädie der Schlafmedizin
Autoren
Kai Spiegelhalder und Magdolna Hornyak

LSD

LSD ist ein Halluzinogen und als Indolderivat chemisch mit dem endogenen Neurotransmitter Serotonin verwandt. Die agonistischen Effekte am 5-HT2A-Rezeptor werden als die entscheidenden pharmakologischen Eigenschaften der Halluzinogene angesehen. LSD wirkt bereits in sehr niedrigen Dosierungen von 50–300 μg und wird oral in Form von Trips eingenommen. Ein Suchtverhalten mit täglicher oder nahezu täglicher Einnahme des Halluzinogens ist vergleichsweise selten. Auch die somatischen Begleiteffekte sind bei den klassischen Halluzinogenen relativ gering ausgeprägt. Häufig wird im Zusammenhang mit LSD-Trips über ein vermindertes Schlafbedürfnis berichtet.

Synonyme

Lysergsäurediethylamid. Szenenamen: Acid; Blotters; Deep Purple; Löschpapier; Mikros; Plättchen; Pappen; Trip

Englischer Begriff

lysergic acid diethylamide

Definition

LSD ist ein Halluzinogen und als Indolderivat chemisch mit dem endogenen Neurotransmitter „Tryptophan und Serotonin“ verwandt. Die agonistischen Effekte am 5-HT2A-Rezeptor werden als die entscheidenden pharmakologischen Eigenschaften der Halluzinogene angesehen. LSD wirkt bereits in sehr niedrigen Dosierungen von 50–300 μg und wird oral in Form von sogenannten Trips eingenommen. Ein Suchtverhalten mit täglicher oder nahezu täglicher Einnahme des Halluzinogens ist vergleichsweise selten. Auch die somatischen Begleiteffekte sind bei den klassischen Halluzinogenen relativ gering ausgeprägt. Häufig wird im Zusammenhang mit LSD-Trips über ein vermindertes Schlafbedürfnis berichtet.

Grundlagen

Geschichtliches

Während seiner Forschungsarbeiten zum Mutterkorn, die mit der Zielsetzung durchgeführt wurden, ein Kreislaufstimulans zu entwickeln, stellte der Chemiker Albert Hofmann LSD im Jahr 1938 erstmals her.

Formen des schädlichen Gebrauchs und der Abhängigkeit

LSD ist ein klassisches Halluzinogen und als Indolderivat chemisch mit Serotonin verwandt. LSD wirkt bereits in niedrigen Dosierungen (50–300 μg) und wird oral eingenommen. Die Effekte von LSD halten 8–12 Stunden lang an. Körperliche Gewöhnung und Toleranz mit Dosissteigerung treten bei Halluzinogenen nicht auf. Hinsichtlich der Häufigkeit des Drogenkonsums können die Halluzinogenkonsumenten in Probierer, gelegentliche User und regelmäßige, aber kontrollierte User unterteilt werden. Konsumenten mit einem deutlichen Suchtverhalten (Halluzinogeneinnahme mehrfach in der Woche bis täglich) sind selten. Der gleichzeitige Konsum von Cannabis, Alkohol, Ecstasy und „Stimulanzien“ ist häufig. Insgesamt besitzen die Halluzinogene kein physisches und ein allenfalls geringes psychisches Abhängigkeitspotenzial.

Wirkung und Intoxikation

Die Einnahme von LSD führt zu einem qualitativ veränderten Bewusstseinszustand, der umgangssprachlich oft als Bewusstseinserweiterung bezeichnet wird. Quantitative Einschränkungen der Bewusstseinslage, wie z. B. eine Vigilanzminderung, treten selbst bei höheren Dosierungen nicht auf. Im Halluzinogenrausch ist das Zeiterleben deutlich verändert. Insbesondere bei höheren Dosierungen kann es zu einem psychotischen Rauschverlauf mit Angst und Agitation kommen, dem sogenannten Horror-Trip. Die somatischen Begleiteffekte sind bei klassischen Halluzinogenen verhältnismäßig gering ausgeprägt.

LSD und Schlaf

Zu Auswirkungen von LSD auf den Schlaf gibt es bislang nur wenige Daten. Zwar werden Schlafstörungen im Zusammenhang mit Halluzinogengebrauch häufig angegeben (Webb et al. 1996), polysomnographische Untersuchungen mit dieser Fragestellung wurden bislang aber nicht durchgeführt. Eine sehr alte Studie an Ratten legt nahe, dass LSD initial zu einer Erhöhung der Wachzeiten und Abnahme des REM-Schlafs und bestimmten Stadien des NREM-Schlafs führt. Diesem akuten Effekt folgt nach etwa einer Stunde eine Zunahme des NREM-Schlafs, nicht jedoch des REM-Schlafs (Kay und Martin 1978).
Literatur
Kay DC, Martin WR (1978) LSD and tryptamine effects on sleep/wakefulness and electrocorticogram patterns in intact cats. Psychopharmacology 58:223–228CrossRef
Webb E, Ashton CH, Kelly P, Kamali F (1996) Alcohol and drug use in UK university students. Lancet 348:922–925CrossRef