Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Cholesterylester-Transferprotein

Cholesterylester-Transferprotein
Synonym(e)
CETP
Englischer Begriff
cholesteryl ester transferprotein
Definition
476 Aminosäuren langes Glykoprotein, das den Austausch von Cholesterinestern und Triglyzeriden zwischen HDL und VLDL katalysiert.
Molmasse
74 kDa.
Struktur
CETP gehört zu einer Lipidtransferproteinfamilie, der u. a. noch Phospholipidtransferprotein, Lipopolysaccharidbindungsprotein (LBP) und das permeabilitätsinduzierende Protein (BPI) angehören. CETP vermittelt den Transfer von Cholesterinestern von HDL nach VLDL im Austausch gegen Triglyzeride. Diese Funktion ist wichtig für den reversen Cholesterintransport. Die Bedeutung von CETP für die Pathogenese der Atherosklerose wird kontrovers diskutiert. Studien mit verschiedenen CETP-Inhibitoren zeigten zwar eine Erhöhung des HDL-Cholesterins jedoch keine Reduktion der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse. Die Entwicklung von 3 Substanzen wurde deswegen beendet. Auch wenn ein CETP-Mangel zu erhöhtem HDL-Cholesterin führt, scheint eine verminderte Transferaktivität mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einherzugehen.
Analytik
Analytisch können sowohl die CETP-Masse mit konventionellen Ligandenbindungsassays als auch die Transferaktivität mit artefiziellen, radioaktiv oder fluoreszent markierten Substraten oder einfach durch die Abnahme von HDL-Cholesterinestern nach Hemmung der Lecithin-Cholesterinacyltransferase erfasst werden. Eine Standardisierung der Methodik existiert nicht. Die Korrelation zwischen Masse und Aktivität liegt bei etwa 0,85. Die Plasmakonzentration beträgt je nach Assay ca. 1–3 mg/dL. Die Transferaktivität hängt stark von den gewählten Assaybedingungen ab.
Diagnostische Wertigkeit
Die Bestimmung von CETP kann bei der Abklärung eines erhöhten HDL-Cholesterins nützlich sein.
Literatur
Rifai N, Warnick GR, Dominiczak MH (2000) Handbook of lipoprotein testing, 2. Aufl. AACC Press, Washington, DC