Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
D. Meißner und T. Arndt

Gold

Gold
Englischer Begriff
gold
Definition
Gold (chemisches Symbol: Au) gehört zu den Edelmetallen mit der Ordnungszahl 79 und der relativen Atommasse von 196,97.
Beschreibung
Gold hat keine physiologische Bedeutung. Es ist chemisch weitgehend inert und wird als Grundmetall von Dentallegierungen verwendet. Therapeutisch werden Gold(I)-Thiolverbindungen als Triethylphosphingoldthioglukosetetraacetat (Auranofin) oder als Natrium-Aurothiomalat bei chronischer Polyarthritis, seltener bei Psoriasisarthritis oder bei M. Bechterew eingesetzt, wobei ersteres oral und letzteres parenteral angewendet wird. Man nimmt an, dass der therapeutische Effekt u. a. auf der toxischen Wirkung auf Lymphozyten, Plasmazellen und Phagozyten beruht. Wegen der erheblichen Nebenwirkungen ist eine strenge Therapieüberwachung notwendig. Auf die Messung der Goldkonzentration im Blut oder Urin kann jenseits einer Hochdosistherapie verzichtet werden. Gold kann allergische Reaktionen hervorrufen. Radioaktive Goldisotope werden in der Nuklearmedizin verwendet.
Gesunde, unbehandelte Personen haben extrem niedrige Goldkonzentrationen im Blut, wobei die Literaturangaben stark streuen, z. B. für Serum und Plasma von 0,08 μg/L bis <1 μg/L (Ishida und Orimo 1994).
Literatur
Ishida K, Orimo H (1994) Gold. In: Seiler HG, Sigel A, Sigel H (Hrsg) Handbook on metals an clinical and analytical chemistry. Marcel Dekker, New York
Schümann K, Hunder G, Adam O (2002) Gold. In: Biesalski HK, Köhrle J, Schümann K (Hrsg) Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York, S 242–244