Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. O. Kleine

Liquor-Immunnephelometrie, partikelverstärkt

Liquor-Immunnephelometrie, partikelverstärkt
Englischer Begriff
nephelometry using latex particles coated with specific antibodies; optical analysis of finely divided particles in cerebrospinal fluid (CSF)
Definition
Verstärkung der Streulichtintensität bei Immunnephelometrie um Faktor 10–1000 durch Kopplung monospezifischer Antikörper an Mikropartikel.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Untersuchungsmaterial
Ventrikel-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Liquor, Körpersekrete, entzellt, gleichzeitige Gewinnung von Blutserum zum Vergleich; Lagerung in sterilen Plastikröhrchen bei 2–8 °C verschlossen für <8 Tage, bei –20 °C/–80 °C Monate haltbar.
Fehlermöglichkeit
Proben mit Mikropartikeln, die 10 Minuten bei 15.000 × g nicht abzentrifugiert werden; zu niedrige Werte bei Antigenüberschuss, erkennbar mittels Antigenüberschuss-Test; nicht Einhalten der Herstellervorschriften.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Anwendung für niedrige Konzentrationen von CSF-Proteinen unter Nachweisgrenze von Immunnephelometrie/Immunturbidimetrie. Deshalb sollen CSF- und Serumproben mit gleichen Verfahren und derselben Kalibration untersucht werden bzw. mit identischem Kalibrator (CRM 470) kalibriert und unter Verwendung von identischer Antikörperreagenz.
Literatur
Kleine TO, Hackler R, Simon J et al (1996) Standardization of immunoassays for measuring cerebrospinal fluid (CSF) proteins with CRM 470: consequences to formulae for calculation of intrathecal IgG, IgA, and IgM production. J Lab Med 20:306–308