Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Teicoplanin

Teicoplanin
Englischer Begriff
teicoplanin
Definition
Glykopeptid-Antibiotikum aus Actinoplanes teichomyceticus.
Molmasse
1564,3–1907,7 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Es handelt sich nicht um eine einheitliche Substanz, sondern um ein Gemisch 9 verschiedener Substanzen, die sich bei gemeinsamem Glykopeptidgerüst bezüglich der Substituenten R (s. Strukturformel Abb. 1) unterscheiden (s. Molmasse). Teicoplanin wird i.v. appliziert und zu über 80 % glomerulär filtriert und unverändert im Urin ausgeschieden.
Halbwertszeit
Terminale Halbwertszeit: 70–100 Stunden (Plasma).
Funktion – Pathophysiologie
Teicoplanin ist nahe mit Vancomycin verwandt. Wie Vancomycin hemmt es die Membransynthese von Bakterien. Es kann ebenfalls zu interstitieller Nephritis, Reduktion des Hörvermögens und Schwindel führen sowie zu anaphylaktoiden Reaktionen.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P).
Analytik
Immunoassay, LC-MS/MS.
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 15–20 mg/L; toxisch: >200 mg/L; komatös-letal: unbekannt.
Bei Niereninsuffizienz kommt es zur Kumulation. Deswegen muss in diesem Fall die Dosis reduziert werden.
Literatur
Wellhöner HH (1997) Pharmakologie und Toxikologie, 6. Aufl. Springer, Berlin/Heidelberg/New York