Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Stief und P. Kiefer

Thrombinzeit

Thrombinzeit
Synonym(e)
Plasma-Thrombinzeit; TZ
Englischer Begriff
Definition
Bestimmung der Gerinnungszeit des letzten Schritts der Gerinnungskaskade, der Aktivierung von Fibrinogen zu Fibrinmonomeren. Die Thrombinzeit ist Heparin-sensitiv und verlängert bei niedrigen Fibrinogenkonzentrationen, Dysfibrinogenämien und hohen Konzentrationen an Fibrin(ogen)abbauprodukten. Das Prinzip der Thrombin-/Reptilasezeit ist nachfolgend dargestellt.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Humanes oder Rinderthrombin wird dem Patientenplasma zugesetzt und die Bildung eines Fibringerinnsels in Sekunden gemessen. Thrombin spaltet die Fibrinopeptide A und B von Fibrinogen ab. Die Fibrinmonomere aggregieren spontan zu einem Gerinnsel aus Fibrin. Die Fibrinbildung kann mechanisch oder optisch erfasst werden.
Normbereich
14–20 s.
Einsatzgebiet
Zusammen mit der Reptilasezeit (unabhängig vom Heparin) zur Diagnose einer Dysfibrinogenämie, Monitoring der Heparintherapie.
Untersuchungsmaterial
Citratplasma.
Instrumentierung
Großgeräte, Vollautomaten, Einzelbestimmungen.
Fehlermöglichkeit
Antikörper gegen Thrombin, wenn z. B. Patienten lokal mit Rinderthrombin behandelt wurden, können die TZ verlängern. Selten wird von Heparin-ähnlichen Antikoagulanzien bei malignen Erkrankungen berichtet, die die TZ, nicht jedoch die Reptilasezeit verlängern.
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Applikationsprotokolle für alle gängigen Gerinnungsautomaten.
Bewertung – Methodenhierarchie
Gruppentest.
Literatur
Barthels M, von Depka M (2003) Das Gerinnungskompendium. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York