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26.11.2018 | Originalien

Erfolgskontrolle nach arthroskopischer Arthrolyse mit Kapsulektomie am Ellenbogengelenk im Fresh-frozen-Präparat

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg
Autoren:
Dr. R. Nietschke, M. M. Schneider, B. Hollinger, T. Buder, A. Zimmerer, F. Zimmermann, K. J. Burkhart
Wichtige Hinweise

Redaktion

W. Mutschler, München
H. Polzer, München
B. Ockert, München
R. Nietschke fungiert als Erstautor und M. M. Schneider als Co-Erstautor.

Zusammenfassung

Hintergrund und Zielsetzung

Bewegungsdefizite am Ellenbogengelenk treten häufig posttraumatisch oder postoperativ (u. a. Kapselfibrose) auf und können alltägliche Einschränkungen generieren. Bei persistierender Ellenbogensteife kann eine arthroskopische Arthrolyse mit Entfernung der dorsalen und ventralen Kapselanteile durchgeführt werden.
Ziel der Arbeit war die Überprüfung der Kapsulektomie nach Arthroskopie (ASK) am anatomischen Präparat zur Beurteilung der Vollständigkeit des Verfahrens.

Methodik

Bei insgesamt 5 Fresh-frozen-Ellenbogenpräparaten wurde jeweils eine standardisierte Ellenbogen-ASK mit ventraler und dorsaler Kapsulektomie durchgeführt und bilddokumentiert. Im Anschluss wurde der Gelenkbereich ventral und dorsal eröffnet und eine Erfolgskontrolle mittels Fotodokumentation erbracht.

Ergebnisse

Bei allen Präparaten waren unabhängig von Operateur und operativer Erfahrung Restkapselanteile ventral und dorsal verblieben. Insbesondere dorsal waren Kapselstränge um die jeweiligen Standard-ASK-Portale und hier vermehrt im Bereich des hohen dorsolateralen Kameraportals aufgefallen. Eine inkomplette Kapsulektomie zeigte sich ulnarseitig auf Höhe des posteromedialen Ligaments (PML) in unmittelbarer Nachbarschaft des N. ulnaris.
Ventral wurde eine Kapsulektomie bis auf den Brachialismuskel sowohl von radial als auch von ulnar durchgeführt und zusätzlich eine vollständige Kapsulektomie bis zum anteromedialen Ligament (AML) und radialen kollateralen Ligament (RCL) erreicht. Nach proximal wurde die Kapsel komplett reseziert. Distal zeigten sich für die Steife irrelevante Kapselreste im Bereich des Lig. anulare und distal der Processus-coronoideus-Spitze.

Schlussfolgerung

Eine arthroskopische Arthrolyse kann mit einer hohen Radikalität durchgeführt werden. Selbstkritisch muss im eigenen Vorgehen die Radikalität beachtet werden. Ventral ist die Radikalität durch den Portalwechsel vielleicht sogar höher als bei einer isolierten „column procedure“. Dorsal muss dagegen kritisch betrachtet werden, dass das PML arthroskopisch aufgrund der Gefahr einer N.-ulnaris-Verletzung nicht adäquat adressiert werden kann.
Abhilfe zur Resektion relevanter Kapselreste kann ein mehrfacher Portalwechsel schaffen, um so auch schwer zugängliche Bereiche zu erreichen. Ist ein Release des PML erforderlich, muss dieses ggf. in Kombination mit einem Ulnaris-Release in Mini-open-Technik durchgeführt werden.

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