Skip to main content
main-content

26.10.2018 | Migräne | Sonderheft 5/2018

MMW - Fortschritte der Medizin 5/2018

Migräneprophylaxe mit einem Probiotikum

Ergebnisse einer unkontrollierten Anwendungsbeobachtung mit 1.020 Teilnehmern

Zeitschrift:
MMW - Fortschritte der Medizin > Sonderheft 5/2018
Autoren:
Univ. Prof. Dr. med. Andreas Straube, Dr. med. Hilke Müller, Dr. scient. med. Verena Stiegelbauer, Mag. Anita Frauwallner
Wichtige Hinweise
This article is part of a supplement not sponsored by the industry.

Interessenkonflikt

Prof. Dr. med. Andreas Straube erklärt, Honorare für Vorträge von Allergan Pharma, Allergosan, elektroCore, Novartis und TEVA erhalten zu haben. Weiter war A. Straube in Advisory Boards der Firmen Allergan, Novartis und TEVA tätig. Er erhielt Forschungsförderung durch die DFG, BMBF und die Fakultät der LMU.
Dr. med. Hilke Müller, Dr. scient. Med. Verena Stiegelbauer und Mag. Anita Frauwallner sind Mitarbeiterinnen der Institut AllergoSan Forschungs- und Vertriebs GmbH, Graz, Österreich.

Zusammenfassung

Hintergrund

Patienten mit Migräne leiden häufig auch unter Magen-Darm-Störungen wie Reizdarmsyndrom, chronisch entzündlicher Darmerkrankung oder Zöliakie. All diesen Erkrankungen ist eine erhöhte Darmpermeabilität („leaky gut“) und dadurch vermehrte Entzündungsaktivität gemeinsam. Es kommt zu einem Anstieg proinflammatorischer Zytokine im Serum, wodurch wiederum Migräneattacken getriggert werden können. Probiotika können positiv auf das Darmepithel einwirken und die entzündliche Aktivität reduzieren. Eine erste unkontrollierte, kleinere Studie mit 39 Migränepatienten konnte einen Rückgang der Attackenfrequenz unter der täglichen Einnahme eines Probiotikums zeigen.

Methode

In einer unkontrollierten Anwendungsbeobachtung wurde der Einfluss eines speziell formulierten Multispezies-Probiotikums auf die Häufigkeit von Migräneattacken und die Intensität migräneassoziierter Beschwerden erfasst. Ausgewertet wurde die Selbstauskunft von 1.020 Patienten.

Ergebnisse

Über den Behandlungszeitraum von 8 Wochen wurde die Anzahl der Kopfschmerztage von 2 auf 1,4 Tage pro Woche reduziert. Die Kopfschmerzintensität nahm von 5,1 auf 2,1 Punkte (0 = nicht vorhanden bis 6 = sehr intensiv) ab. Die migräneassoziierten Beschwerden wurden verringert, der Schmerzmittelkonsum halbierte sich. Alle Ergebnisse waren statistisch signifikant (p ≤ 0,001).

Schlussfolgerung

Ein positiver Effekt des verwendeten Probiotikums auf Migränepatienten und deren Beschwerden kann angenommen werden, jedoch sind zur weiteren Bestätigung randomisierte, placebokontrollierte Studien notwendig.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel

Neu im Fachgebiet Allgemeinmedizin

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Allgemeinmedizin und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise