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25.03.2020 | Epidemiologie

Beiträge der Epidemiologie bei der Sekundärprävention von Krebserkrankungen

Zeitschrift:
Der Onkologe
Autoren:
M.Sc. Dr. med. Sylke Ruth Zeissig, Volker Arndt, Klaus Kraywinkel

Zusammenfassung

Hintergrund

Bevölkerungsbezogene Maßnahmen zur Sekundärprävention liegen an der Schnittstelle zwischen klinischer Medizin und Public Health und sind daher ein wichtiges Untersuchungsfeld für die Epidemiologie. Diese unterstützt die Bereitstellung einer möglichst fundierten Evidenz zu Nutzen und Risiken der Krebsfrüherkennung.

Ziel

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die epidemiologische Begleitforschung zu den in Deutschland bereits eingeführten oder geplanten Früherkennungsprogrammen, weist auf besondere Herausforderungen randomisierter Studien in diesem Bereich hin und beschreibt typische Fehlerquellen bei der Evaluation von Screening-Maßnahmen.

Material und Methoden

Narrativer Review der internationalen Literatur.

Ergebnisse

Als bedeutendstes Maß der Effektivität von Screeningprogrammen gilt die Senkung der krankheitsspezifischen Mortalität. Für das Zervixkarzinom ist dies lange belegt. Sowohl RCTs als auch Beobachtungsstudien gehen auch durch Einführung des Mammographiescreening-Programmes von einer 15-25%igen Reduktion der Brustkrebssterblichkeit aus. Epidemiologische Studien trugen auch bei zur Ausgestaltung des geplanten Darmkrebsscreeningprogrammes.
Hautkrebsvorsorgeuntersuchung, PSA-Screening und Low-dose Computertomographie zur Früherkennung von Lungenkrebs unter Rauchern werden in ihrer Effektivität unterschiedlich bewertet. Drei Faktoren müssen bei der Bewertung von Screening-Maßnahmen beachtet werden: Vorlaufzeit- und Überdiagnose-Bias, sowie der Healthy Screenee Effekt.

Schlussfolgerungen

Neben der Beobachtung von Veränderungen der Inzidenz und Mortalität durch bevölkerungsbezogene Krebsregister sind epidemiologische Studien in der Begleitforschung der Etablierung organisierter Screeningprogramme und deren Bewertung unerlässlich.

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Literatur
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