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23.03.2020 | COVID-19 | Originalarbeit Zur Zeit gratis

Betrachtung der Pandemie Phase 3 – „mitigation“ – vom Endpunkt Hospitalisation her

Zeitschrift:
Prävention und Gesundheitsförderung
Autor:
MTropPaed, DTMH, DipEPP PD Dr. med. habil. Josef Weigl
Wichtige Hinweise
Der Autor ist Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen und Facharzt für Kinderheilkunde mit Schwerpunktbezeichnungen Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin und Zusatzbezeichnung Tropenmedizin; langjährige akademische Tätigkeit in pädiatrischer Infektiologie und Habilitation auf dem Gebiet der Infektionsepidemiologie innerhalb der Pädiatrie. Forschungen zu Atemwegsinfektionen bei Kindern im Zusammenhang mit dem Forschungsnetzwerk pid-ari.net, ein infektionsepidemiologisches Forschungsnetzwerk gefördert vom BMBF von 1999 bis 2005 innerhalb der Netzwerkforschungsinitiative. Danach Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in der Industrie und in der Biotechnologie inklusive pandemischer Impfstoffe. Der Autor leitet heute das Amt für Gesundheit des Kreises Plön in der Holsteinischen Schweiz.
Ich möchte diese Arbeit meinem Mitarbeiter Herrn Horst Freitag widmen, der vor drei Wochen plötzlich und unerwartet verstorben ist. Er war unser IT und Systemadministrator und Mann für viele Querschnittsfragen im Amt auch in Sachen Stabstätigkeit der jetzigen Pandemie.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Phase 3 – „mitigation“ – der jetzigen Pandemie durch das SARS-CoV‑2 steht nun auch in Deutschland unmittelbar bevor. Da es aufgrund der hohen Komplexität sehr viel zu beachten gibt, ist Vereinfachung dringend geboten, nicht zuletzt auch, um den Fokus auf die wichtigen Dinge nicht aus den Augen zu verlieren.

Methode

Die Phase 3 vom Endpunkt, und zwar der stationären Behandlung (Hospitalisation), her zu betrachten, soll den Blick auf die Einflussgrößen flussaufwärts schärfen. Auf der Grundlage einer simplifizierten Modellierung mit Hilfe von angenäherten und plausiblen Parametern für die Infektionsrate (attack rate), hier als AR(gesamt) bezeichnet, die Rate für eine stationäre Aufnahme – AR(stationär) und die Rate für eine intensivmedizinische Behandlung – AR(intensiv), werden als SOLL mit den verfügbaren Ressourcen, sprich Betten im allgemeinstationären und intensivmedizinischen Bereich, IST, verglichen. Die Berechnungen werden populations-bezogen je für den Landkreis Plön und die Metropolregion Kiel zusammen mit Kreis Plön ausgeführt.

Ergebnisse

Da in den bisherigen Kohorten die Prozentsätze der notwendigen Maßnahmen überschätzt werden, sollte eine deutlich niedrigere AR(stationär) und AR(intensiv) zu erwarten sein. Eine AR(stationär) von 10 % wäre für den Flächenkreis Plön nicht abzubilden, eine mit 5 % sehr wohl. In der regionalen Betrachtung mit dem Universitätsklinikum SH, Standort Kiel, lässt sich sogar eine AR(stationär) von bis zu 10 % abbilden, insbesondere auch eine AR(intensiv) von 3 %. Allerdings ist die Anflutungsgeschwindigkeit von den epidemiologischen Gegenmaßnahmen und dem Einweisungsverhalten abhängig. Die verfügbare Bettenanzahl wird von der freigemachten Bettenzahl und der Liegedauer bestimmt; letztere von Alter und Vorerkrankungen der Patienten.

Schlussfolgerungen

Ein Systemversagen sollte durch Klarheit über die entscheidenden Parameter und ihrer Einflussgrößen vermieden werden. Die regionale Betrachtung der Versorgung ist wichtig und sollte von einem Bettenkoordinator gesteuert werden. Auf die enge Zusammenarbeit im Gesamtversorgungssystem im Schulterschluss mit den Gesundheitsämtern kommt es an.

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