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01.06.2014 | Originalarbeit | Ausgabe 2/2014

Ethik in der Medizin 2/2014

Das Eigentliche des Todes. Ein Beitrag zur Be-Lebung der Debatte über Hirntod und Transplantation

Zeitschrift:
Ethik in der Medizin > Ausgabe 2/2014
Autor:
Prof. Dr. phil. Christian Erk
Wichtige Hinweise
„Der Tod, das unausweichliche Ende von allem, stellte sich ihm zum ersten Mal mit unwiderstehlicher Kraft vor. […] Er war in ihm selbst – das fühlte er. Wenn nicht jetzt, dann morgen, wenn nicht morgen, dann in dreißig Jahren, war das nicht alles gleich? Und was war dieser unausweichliche Tod, – er wußte es nicht nur nicht, dachte nicht nur niemals auch nur daran, sondern konnte und wagte nicht, daran zu denken.“ (Lew N. Tolstoi, Anna Karenina, Dritter Teil, Kapitel 31)

Zusammenfassung

Der vorliegende Artikel plädiert dafür, die meist auf die Aspekte Todesdefinition, -kriterium und -feststellung fokussierte Diskussion über die moralische (Un-)Zulässigkeit der Spende und Transplantation vitaler Organe aufzubrechen und beim Nachdenken darüber das zum Ausgangspunkt der Überlegungen zu machen, was mit dem Tod eigentlich verloren geht, nämlich das Leben. Nach einer Antwort auf die Frage „Was ist Leben?“ suchend wird hierbei aufgezeigt, dass Leben nicht auf das Vorhandensein gewisser beobachtbarer physiologischer Größen reduzierbar ist, sondern in seinem wesentlichen Kern nur mit den Mitteln der Philosophie als der actus primus alles Lebendigen und das, was wir gemeinhin Seele nennen, erklärt werden kann. Auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse wird geschlussfolgert, dass die Entnahme vitalen organischen Materials aus einer Person, deren Gehirnaktivitäten ausgefallen sind, immer prämortal erfolgt und damit einen Verstoß gegen die Tote-Spender-Regel bedeutet.

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