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01.12.2003 | Historisches | Ausgabe 12/2003

Der Nervenarzt 12/2003

Die klassischen Syndrome von Schmidt und Vernet

Alternierende Hirnstammsyndrome, die nicht existieren?

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 12/2003
Autoren:
Dr. M. Krasnianski, St. Neudecker, St. Zierz

Zusammenfassung

Während die Mehrheit der klassischen alternierenden Hirnstammsyndrome tatsächlich nur bei Hirnstammaffektionen vorkommen, werden die Syndrome von Schmidt (Läsion der Hirnnerven IX–XII ipsilateral und Hemiparese kontralateral) und Vernet (Ausfall der Nn. IX—XI ipsilateral und Hemiparese kontralateral) in einigen Publikationen als alternierende Hirnstammsyndrome, in anderen als Syndrome multipler extrazerebraler Hirnnervenläsionen ohne kontralaterale Hemiparese interpretiert.
Zur Klärung dieser Inkonsistenz wurden in vorliegender Studie für jedes dieser beiden Syndrome die Erstbeschreibungen, ihre topologischen und ätiologischen Grundlagen sowie die Publikationen jüngeren Datums analysiert. Dabei konnte festgestellt werden, dass beide Syndrome ursprünglich jeweils als Folge multipler extrazerebraler Hirnnervenläsionen beschrieben wurden. Die Existenz einer durch Hirnstammläsionen entstehenden „zentralen“ Variante konnte aus der Literatur weder für das Schmidt-, noch für das Vernet-Syndroms belegt werden. Ursächlich dafür ist am ehesten die Tatsache, dass eine für die Ausbildung derartiger Syndrome notwendige extreme Ausdehnung einer unilateralen Hirnstammläsion zwar theoretisch vorstellbar ist, klinisch aber bislang nicht beobachtet wurde.

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