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Publiziert am: 15.02.2018
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Laktosetoleranz-Test
Verfasst von: R. Tauber und F. H. Perschel
Laktosetoleranz-Test
Englischer Begriff
Oral lactose tolerance test
Definition
Funktionstest zum Nachweis einer Laktosemalabsorption, der auf der Messung der Blutglukosekonzentration nach oraler Gabe von Laktose beruht.
Durchführung
Beim nüchternen Patienten sowie 0, 30, 60, 90, 120 Minuten nach oraler Gabe von 50 g Laktose gelöst in 400 mL Wasser wird die Konzentration der Blutglukose bestimmt. Die Laktosebelastung bei Kindern wird mit 2 g Laktose/kg KG durchgeführt.
Funktion – Pathophysiologie
Oral zugeführte Laktose wird physiologisch im Dünndarm durch Laktase zu Glukose und Galaktose hydrolysiert. Beide Monosaccharide werden aktiv resorbiert. Bei primärem wie sekundärem Laktasemangel läuft die Laktasespaltung nicht oder verzögert ab, sodass in der Folge der Anstieg der Blutglukose ausbleibt. Die Passage von Laktose in den Dickdarm führt zu osmotischer Diarrhoe und durch die bakterielle Fermentation zur CO2-Bildung und zu Blähungen und Bauchkrämpfen.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Abhängig von der Bestimmungsmethode: Kapillarblut, Venenblut, Plasma.
Glukoseanstieg im Vollblut oder Serum um >20 mg/dL (1,11 mmol/L), im Kapillarblut >25 mg/dL (1,39 mmol/L).
Indikation
Verdacht auf primären oder sekundären Laktasemangel, Verdacht auf Laktosemalabsorption anderer Genese.
Interpretation
Ein verminderter Anstieg der Blutglukosekonzentration nach oraler Laktosebelastung zeigt einen Laktasemangel an.
Diagnostische Wertigkeit
Wegen seiner niedrigen diagnostischen Sensitivität von etwa 75 % und einer diagnostischen Spezifität von etwa 83 % ist der orale Laktosetoleranztest dem Laktose-H2-Atemtest unterlegen und zum Ausschluss eines Laktasemangels nicht ausreichend.
Literatur
Lembcke B (2012) Laktosetoleranz-Test. In: Thomas L (Hrsg) Labor und Diagnose. Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik, 8. Aufl. TH-Books, Frankfurt am Main, S 770–773