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Basisuntersuchungsprogramm für Urin, das bei jedem Patienten durchgeführt werden sollte.
Beschreibung
Als Urinstatus wurde im deutschen Sprachbereich das Basisuntersuchungsprogramm bezeichnet, das bei jedem Patienten durchgeführt werden sollte. Dies besteht traditionell aus visuellen (Farbe, Trübung), olfaktorischen, physikalischen (Gewicht, spezifisches des Urins) und chemischen Schnelltests (Proben) sowie der mikroskopischen Untersuchung von Harnsediment. Nach 1950 wurden die chemischen Untersuchungen und das spezifische Gewicht weitgehend auf Teststreifen übernommen und durch Hinzufügen eines Streifens für Leukozyten (Leukozyt) und Blut sowie Nitrit (Nitrit im Urin) erweitert. Daraufhin wurde empfohlen, das Sediment nur noch durchzuführen, wenn der Teststreifen entweder für Blut, Leukozyten oder Protein positiv ist (Teststreifensieb). Durch Mechanisierung der Analyse von Urinpartikeln (Harnsediment) und neueren Empfehlungen wird dies wiederum neu zu definieren sein.
Der Urinstatus ist, obwohl über 100 Jahre alt, derzeit durch technische Neuerungen und neue medizinische Erkenntnisse im Umbruch. Auf der einen Seite sind die bisherigen Entscheidungsgrenzen für qualitative Parameter nicht sensitiv genug (Albumin), auf der anderen Seite haben neue Marker (z. B. Mikroproteine) und Methoden (Quantifizierung von Partikeln mit mechanisierten Systemen) zu einer neuen und gezielteren Indikation geführt. In neueren Empfehlungen zu Diagnostischen Pfaden wird das Hernsediment nur noch benötigt, wenn entweder Blut oder LeukozytenTeststreifen positiv sind. Bei positivem Proteinteststreifen genügt die Differenzierung der Proteinuie (Proteinuriediagnostik).
Literatur
Hagemann P, Scholer A (2011) Aktuelle Urindiagnostik. Labolife, Rotkreuz
Kouri T, Fogazzi G, Gant H, Hallander H, Hofmann W, Guder WG (2000) European Urinanalysis Guidelines. Scand J Clin Lab Invest 60(Suppl 231):1–96
HofmannW, Ehrich JHH, Guder WG, Keller F, Scherberich J. (2014) Niere und ableitende Harnwege. In: Hofmann W, Aufenanger J, Hoffmann G. (Hrsg) Klinikhandbuch Labordiagnostische Pfade, 2.Aufl. Walter de Gruyter, Berlin/Boston, S 130–150.