Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Cyanid

Cyanid
Englischer Begriff
cyanide
Definition
Cyanid geht hervor aus Kaliumcyanid (KCN „Cyankali“) bzw. Blausäure (HCN).
Struktur
CN
Molmasse
26,02 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Die Zufuhr erfolgt durch Inhalation von Blausäure oder orale Aufnahme von Alkalicyaniden. Geringe Mengen Cyanid können in Form von Thiozyanat entgiftet werden.
Funktion – Pathophysiologie
Cyanid ist ein sehr stark wirksames Gift. Es blockiert bereits in ganz geringer Konzentration die intrazelluläre Atmung durch Bindung an Fe3+ der Zytochromoxidasen und führt so rasch zum Tod.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Analytik
CN-selektive Elektrode. Nicht mehr durchgeführt: Mikrodiffusion nach Conway.
Indikation
Cyanidvergiftung.
Interpretation
Mögliche Ursachen: Blausäure-, Alkalicyanid- oder Rauchgasvergiftung. CN-Plasmakonzentration physiologisch: <0,001 mg/L; toxisch: >0,1 mg/L; komatös-letal: >1 mg/L.
Literatur
Geldmacher-von Mallinckrodt M (2009) Cyanide. In: Külpmann WR (Hrsg) Clinical toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 646–661