Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
D. Meißner und T. Arndt

Eisenbindungskapazität

Eisenbindungskapazität
Synonym(e)
EBK
Englischer Begriff
iron binding capacity
Definition
EBK ist ein Maß für die Menge an Eisen, die von Transferrin in einem definierten Serumvolumen gebunden werden kann.
Beschreibung
Normalerweise sind die im Transferrin vorhandenen Bindungsstellen nur zu etwa einem Drittel mit Eisen beladen; die Bindungskapazität wird also nicht ausgeschöpft. Man bezeichnet die Gesamtmenge an Eisen, die das Transferrin aufzunehmen vermag, als totale Eisenbindungskapazität (TEBK) und den Anteil der Bindungsstellen, die nicht mit Eisen beladen sind, als latente (LEBK) oder freie (FEBK) Eisenbindungskapazität. Daraus ergibt sich:
  • TEBK – Serumeisen = LEBK,
  • LEBK + Serumeisen = TEBK.
Bestimmung der TEBK: Dem Serum wird zur Sättigung des Transferrins ein Überschuss an Fe3+-Ionen zugesetzt, nicht gebundene Eisenionen werden mit basischem Magnesiumhydroxidcarbonat ausgefällt, nach Zentrifugation wird im klaren Überstand Eisen bestimmt. TEBK-Referenzwert für Erwachsene: 260–500 μg/dL (46–90 μmol/L) (Wick et al. 1996). TEBK ist erhöht bei echtem Eisenmangel und in der Schwangerschaft und erniedrigt bei Eisenüberladung wie Hämochromatose sowie bei chronischen Entzündungen, Neoplasien, Proteinverlusten oder Störungen der Hämoglobinsynthese.
Die EBK hat heute ihre Bedeutung verloren und wird durch die Bestimmung von Transferrinsättigung und Ferritin ersetzt. Über die Zusammenhänge zwischen EBK und Transferrin und die gegenseitige Umrechnung Transferrin.
Literatur
Sherwood R, Pippard MJ, Peters TJ (1998) Iron homeostasis and the assessment of iron status. Ann Clin Biochem 35:693–708CrossRefPubMed
Wick M, Pingerra W, Lehmann P (1996) Eisenstoffwechsel, Diagnostik und Therapie der Anämien. Springer, Berlin/Heidelberg/New York